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Venenerkrankungen im Fokus

Krampfadern und Besenreiser: Diagnostik, Risiken und moderne Therapieoptionen

|von dpa

Krampfadern und Besenreiser: Bis zu 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind behandlungsbedürftig betroffen. Von Kompressionstherapie über Sklerosierung bis zu endovenösen Laserverfahren und Venenkleber – welche Diagnostik, Risikofaktoren und Therapieoptionen für die phlebologische Praxis heute relevant sind und wann eine Überweisung zwingend wird.

Feine Äderchen schimmern hervor? Das sind meist harmlos Besenreiser.
Krampfadern und Besenreiser betreffen bis zu 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland – oft sind die feinen Äderchen ein erster Hinweis auf eine tieferliegende Venenschwäche. (© Eloisa Ramos/Westend61/dpa-tmn)

Besenreiser oder Krampfader: Der Unterschied liegt im Durchmesser

Der Durchmesser. «Besenreiser sind feinste oberflächliche Hautvenen mit einem Durchmesser von unter einem Millimeter», sagt der Bochumer Phlebologe Prof. Markus Stücker. Krampfadern dagegen sind größere Venen mit einem Durchmesser von um die drei Millimeter. Sie treten am Bein deutlich hervor.

Besenreiser können einen ersten Hinweis auf ein Krampfaderleiden geben. «Meistens sind sie aber harmlos», sagt der niedergelassene Gefäßchirurg Siamak Pourhassan, der Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin ist.

Krampfadern sind zwar auch häufig harmlos. Allerdings können sie Beschwerden wie schwere Beine, Spannungsgefühle oder Schwellungen im Gepäck haben. Ist das der Fall, ist es eine gute Sache, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, um die Krampfadern behandeln zu lassen.

Risikofaktoren: Von Genetik bis Bewegungsmangel

«Häufig sind Krampfadern genetisch bedingt», sagt Markus Stücker, der Mitglied im Vorstand der DGPL ist. Oft führt zudem eine angeborene Bindegewebsschwäche zu Krampfadern.

Weitere Risikofaktoren sind neben Hormonschwankungen, etwa im Zuge einer Schwangerschaft, auch Übergewicht, Bewegungsmangel und Thrombosen in der Vergangenheit. Übrigens: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, Krampfadern zu entwickeln. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Venenschwäche als Ursache: Wenn Klappen versagen

Dahinter steckt eine Schwäche der Venen. «Venen haben die Aufgabe, gegen die Schwerkraft aus den Beinen Blut zum Herzen zu transportieren», erklärt Siamak Pourhassan. Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut nicht nach unten absackt. Schließen sie nicht mehr richtig, kommt es zu einem Blutstau in den Beinen. Das Blut dehnt dann mit der Zeit die Venen aus – sie treten sichtbar hervor.

Der gestörte Rückfluss führt zudem zu Schwellungen. Zudem gelangt durch den erhöhten Druck Blut in das Gewebe. Dort baut der Körper das Blut ab. Allerdings bleibt oft ein Teil des Hämoglobins, also des roten Blutfarbstoffs, im Gewebe. Die Haut kann sich zunehmend bräunlich verfärben und derber werden. Das führt oft zu dauerhaften, rostbraunen Flecken an den Unterschenkeln.

Komplikationen: Offene Beine, Thrombose und Lungenembolie

«In schweren Fällen entstehen sogenannte offene Beine, also ein Beingeschwür», sagt Siamak Pourhassan. Selbst bei kleineren Verletzungen heilen Wunden dann nicht oder nur sehr langsam. Ärzte sprechen dann von Ulcus cruris venosum. Entzünden sich solche Wunden etwa durch Bakterien, sind lebensbedrohliche Infektionen wie etwa eine Sepsis möglich.

Krampfadern bergen nicht nur das Risiko für offene Beine, sondern auch für Venenentzündungen oder Thrombosen. «Eine oberflächliche Venenthrombose äußert sich mit Schmerzen im betroffenen Bereich», sagt Markus Stücker.

Bleibt sie unbehandelt, kann sie sich ausbreiten und in das tiefe Venensystem vordringen. «Ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen, das sich mit muskelkaterähnlichen Schmerzen und Schwellungen bemerkbar macht, ist ein medizinischer Notfall», so der Mediziner. Denn es kann im Körper «wandern» und schlimmstenfalls eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen.

Therapieoptionen: Von Kompression bis Venenkleber

«Zum einen mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfen», sagt Markus Stücker. Zwar lassen sich Krampfadern dadurch nicht heilen. Die Strümpfe unterstützen jedoch den Blutfluss und lindern Beschwerden wie Schmerzen oder Schwellungen. So lassen sich Komplikationen ausbremsen.

Manchmal reichen Strümpfe allein nicht aus, dann müssen die beschädigten Gefäße behandelt werden. Anlaufstellen sind Fachärzte für Dermatologie mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie oder Gefäßchirurgen. Für die Behandlung gibt es verschiedene Methoden.

  • Veröden: Kleine Krampfadern kann eine Ärztin oder ein Arzt veröden. Dabei spritzt sie oder er ein Medikament in die Vene, wodurch eine natürliche Abbaureaktion des Gefäßes in Gang gebracht wird.
  • Lasern: Bei sogenannten endovenös-thermischen Verfahren verschließt die Ärztin oder der Arzt die Vene mit Hitze, etwa durch einen Laser. Hierbei führt sie oder er nach einer Venenpunktion einen Katheter in die Stammvene ein.
  • Stripping: Über kleine Schnitte in der Leiste oder Kniekehle trennt der Arzt oder die Ärztin kranke Venen ab und zieht sie mit Hilfe einer Sonde aus dem Bein.
  • Kleben: Mit einem sogenannten Venenkleber wird die erkrankte Vene von innen verschlossen. Hierfür führt die Behandlerin oder der Behandler einen dünnen Katheter in die Vene. Der Kleber wird tröpfchenweise injiziert und schließt die Vene mit leichtem Druck.

Krampfadern können allerdings einige Jahre nach dem Eingriff wieder auftreten, wie Siamak Pourhassan sagt. Denn es besteht die Gefahr, dass sich die genetische Veranlagung an anderen Stellen manifestiert. Das gilt vor allem bei allen, die tagsüber überwiegend stehen oder sitzen.

Alltagstipps: Bewegung, Hochlagern und ausreichend Flüssigkeit

Wer Krampfadern oder eine Neigung dazu hat, sollte sich viel bewegen, wie Markus Stücker rät. Wer im Beruf viel sitzen oder stehen muss, sollte zwischendurch immer mal wieder die Füße bewegen, damit sich das Blut in den Beinen nicht staut. «Wenn möglich, sollte man seine Beine des Öfteren hochlagern, um das Abfließen des Blutes zu unterstützen», so Siamak Pourhassan.

Auch Sportarten wie etwa Schwimmen oder Gymnastik unterstützen die Beinvenen. Und: Übergewicht besser vermeiden.

Ebenfalls wichtig ist es, viel zu trinken, etwa zwei Liter am Tag. Das wirkt sich positiv auf die Blutzirkulation aus. «Und gerade auch bei langem Stehen und Sitzen immer mal wieder Kompressionsstrümpfe tragen», rät Markus Stücker.

Fazit

Krampfadern sind ein Volksleiden mit hoher phlebologischer Relevanz: Bis zu 30 Prozent der Erwachsenen benötigen eine Behandlung. Für die Praxis gilt es, Patientinnen und Patienten frühzeitig für Warnzeichen wie schwere Beine, Schwellungen oder Hautverfärbungen zu sensibilisieren und rechtzeitig an Phlebologie oder Gefäßchirurgie zu überweisen – bevor sich Ulcus cruris, Thrombosen oder eine Lungenembolie entwickeln. Moderne minimalinvasive Verfahren wie Laser, Venenkleber und Sklerosierung erweitern das therapeutische Spektrum deutlich.

Die Erstellung dieser Zusammenfassung erfolgte unterstützt durch KI-basierte Prozesse, die finale redaktionelle Verantwortung liegt bei unserer Redaktion.


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