Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Kryptogene Fettleber bei Schlanken – erhöhte leberbezogene Sterblichkeit trotz fehlender Risikofaktoren
Unterschätzter Leber-Phänotyp

Kryptogene Fettleber bei Schlanken – erhöhte leberbezogene Sterblichkeit trotz fehlender Risikofaktoren

|von Simone Ritter

Eine hepatische Steatose bei schlanken Menschen ohne kardiometabolische Risikofaktoren galt lange als klinisch wenig bedeutsam. Eine multinationale Analyse von fast 700.000 Personen aus fünf Kohorten zeigt nun das Gegenteil. Betroffene mit kryptogener steatotischer Lebererkrankung wiesen erhöhte Leber-Entzündungs- und Fibrosemarker, häufiger PNPLA3- und TM6SF2-Risikovarianten sowie eine signifikant höhere leberbezogene Mortalität auf – mit klaren Konsequenzen für die Risikoeinschätzung in der Praxis.

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Kryptogene Fettleber bei schlanken Personen ohne kardiometabolische Risikofaktoren geht mit erhöhter leberbezogener Sterblichkeit einher. (© megaflopp/stock.adobe.com)

Nicht jede Fettleber lässt sich mit Übergewicht, Diabetes oder anderen Stoffwechselstörungen erklären. Bevor kardiometabolische Risikofaktoren (cardiometabolic risk factors, CMRF) ins Zentrum der Definition rückten, wurde eine steatotische Lebererkrankung (steatotic liver disease, SLD) bei schlanken Menschen häufig als lean non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD) bezeichnet. Rund 19,2% der schlanken Personen weisen eine SLD auf – unabhängig davon, welcher Body-Mass-Index (BMI)-Grenzwert oder welche ethnische Gruppe zugrunde gelegt wird. Innerhalb dieser Gruppe gibt es eine bislang wenig beachtete Untergruppe: Menschen mit deutlicher Leberverfettung, aber ohne erkennbare Stoffwechselauffälligkeiten. Diese kryptogene SLD erfüllt nicht die Kriterien einer metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD) – und ihre klinische Bedeutung war lange unklar. Eine internationale Arbeitsgruppe hat den Phänotyp jetzt in einer Analyse mit fast 700.000 Menschen aus fünf Kohorten systematisch untersucht.

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