Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Herz-Kreislauf-Stillstand: 65.000 außerklinische Reanimationen pro Jahr
Reanimationsregister 2025

Herz-Kreislauf-Stillstand: 65.000 außerklinische Reanimationen pro Jahr

|von dpa

Rund 350 Menschen erleiden in Deutschland täglich einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb der Klinik, bei 65.000 Betroffenen leitet der Rettungsdienst pro Jahr eine Reanimation ein. Die Überlebensrate stagniert bei elf Prozent, die Eintreffzeit bleibt hinter dem Ziel zurück – doch Laien und First Responder tragen zunehmend zur Rettungskette bei.

Reanimation Herzdruckmassage
Rund 65.000 Menschen werden in Deutschland jährlich nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb einer Klinik vom Rettungsdienst reanimiert – die Überlebensrate liegt stabil bei 11%. (© DJ Creative Studio/stock.adobe.com)

Reanimation außerhalb der Klinik: 350 Fälle pro Tag

Im vergangenen Jahr erlitten in Deutschland jeden Tag etwa 350 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Bei etwa 65.000 Patienten leitete der Rettungsdienst Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Zwei Drittel von ihnen waren Männer, mehr als die Hälfte war älter als 70 Jahre. Diese Zahlen gehen aus dem außerklinischen Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters hervor, der in Nürnberg vorgelegt wurde.

Eintreffzeit des Rettungsdienstes bleibt hinter Zielmarke zurück

Die Überlebensrate liegt seit Jahren stabil bei 11%. Der Rettungsdienst habe aber erneut sein Ziel verfehlt, 80% der Betroffenen binnen 8 Minuten nach Alarmierung zu erreichen. Die Rate lag nur bei 70%.

Für den Jahresbericht seien Daten von 208 Notarzt- und Rettungsdiensten aus ganz Deutschland ausgewertet worden. Für die bundesweiten Hochrechnungen wurde eine Referenzgruppe mit 56 Standorten herangezogen, die besonders vollständig und qualitativ hochwertig dokumentieren. So sind belastbare Rückschlüsse auf die Reanimationsversorgung in Deutschland möglich.

Ersthelfer und First Responder stärken die Rettungskette

In mehr als der Hälfte der Fälle hätten bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes Laien am Ort des Geschehens mit der Wiederbelebung begonnen – oft mit telefonischer Unterstützung durch Mitarbeiter der Rettungsleitstellen. In mehr als 12% der Fälle waren Ersthelfer und sogenannte First Responder beteiligt – das sind ehrenamtlich Tätige, die mit speziellen Kenntnissen schnell am Ort des Geschehens sein können.

«Unsere Daten zeigen, dass die Rettungskette heute auf deutlich mehr Schultern ruht als noch vor wenigen Jahren», sagte der Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters, Jan-Thorsten Gräsner.

«Gerade in der telefonischen Reanimationsanleitung und im Ausbau alarmierter Ersthelfersysteme liegt weiter großes Potenzial, damit bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt möglichst früh mit der Wiederbelebung begonnen wird, denn jede Minute zählt.»

– Jan-Thorsten Gräsner

Der Einsatz von Defibrillatoren sei noch wenig ausgeprägt und könne deutlich ausgebaut werden.


Mehr zum Thema