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Im Themenbereich "Kardiologie" werden aktuelle Inhalte zu Herz‑ und Gefäßerkrankungen veröffentlicht, die für die ärztliche Praxis von unmittelbarer Relevanz sind. Dazu zählen neue Studiendaten, Leitlinienanpassungen und fachliche Einschätzungen zu Diagnostik, Therapie und Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die Beiträge zeigen, welche Entwicklungen die kardiologische Versorgung aktuell prägen und wie sich neue Erkenntnisse klinisch einordnen lassen. Sie Seite "Kardiologie" richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die relevante Informationen gezielt erfassen und fachliche Entscheidungen sicher auf aktueller Evidenz aufbauen möchten.

Neuste Artikel

Blutplättchen
Zeitfenster mit Prognosewert

Gastrointestinale Blutung bei Herzpatienten – Timing der Antithrombotika entscheidet

Nach einer gastrointestinalen Blutung verstirbt jeder vierte kardiovaskulär vorerkrankte Patient innerhalb eines Jahres. Die internationale INTERBLEED-Kohortenstudie mit 3.814 Teilnehmenden zeigt, dass nicht die Blutung selbst, sondern das Aussetzen der antithrombotischen Therapie die kardiovaskuläre Prognose maßgeblich verschlechtert. Eine Wiederaufnahme zwischen dem 4. und 30. Tag halbiert das MACE-Risiko – ohne die Rate an Rezidivblutungen zu erhöhen. Die Daten liefern erstmals prospektive Evidenz für ein günstiges Zeitfenster.
DNA‑Strang mit digitalem Datenmuster
Eine Aminosäure trennt zwei schwere Herzerkrankungen

RBM20-Mutation entscheidet über Verlauf erblicher Kardiomyopathien

Ein einziger Aminosäure-Austausch im Herzprotein RBM20 kann darüber entscheiden, ob Betroffene eine dilatative oder eine Non-Compaction-Kardiomyopathie entwickeln. Forschende aus Würzburg und Heidelberg zeigen mit Stammzellmodellen und CRISPR, wie die Mutation den Kalziumhaushalt der Herzzellen stört – und liefern erste Hinweise auf mutationsspezifische Therapien mit Verapamil.
Herz-Kreislaufsystem
Neuer Gefäßschutz

Herzinfarkt-Schutz durch körpereigenen Botenstoff S1P entdeckt

Ein neuer Therapieansatz gegen Schlaganfall und Herzinfarkt zeichnet sich ab. Forschende der Universität Düsseldorf zeigen, dass der körpereigene Botenstoff S1P direkt in den Blutgefäßen einen Schutzmechanismus gegen Thrombosen aktiviert – und das ohne das gefürchtete Blutungsrisiko klassischer Antikoagulanzien. Für Risikopatienten könnte sich damit eine völlig neue Perspektive öffnen.
Reanimation
Hilfe bei Herzstillstand

Wiederbelebung: Weltrekordversuch in Bielefeld gegen Herzstillstand

Wiederbelebung rund um die Uhr: Im Bielefelder Franziskus Hospital soll eine Woche lang nonstop reanimiert werden – ein Weltrekordversuch, der die miserable Laienreanimationsquote in Deutschland verbessern soll. Denn bei Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden Minuten über Leben und Tod – und das Warten auf den Rettungsdienst ist meist zu spät.
Typischer, in der Klinik gebräuchlicher Medikamentendispenser mit vielen unterschiedichen Tabletten und Kapseln
Nur 15% leitliniengerecht behandelt

Herzinsuffizienz: Vierfachtherapie nach Klinik selten komplett

Nach einer Klinikeinweisung wegen Herzinsuffizienz scheitert die leitliniengerechte medikamentöse Therapie (Guideline-Directed Medical Therapy, GDMT) oft schon am ersten Rezept. Eine aktuelle JAMA-Kohortenstudie mit 6.111 Hospitalisierungen zeigt, dass 54% der neuen Verordnungen innerhalb von 7 Tagen nicht eingelöst werden und nach 6 Monaten nur die Hälfte der Patienten ihre GDMT-Medikation fortführt.
Blutplättchen
DAPT über 12 Monate hinaus – ein Plus?

Verlängerte duale Plättchenhemmung senkt ischämisches Risiko bei Mehrgefäß-KHK

Bei Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung ist nach Implantation eines medikamentenfreisetzenden Stents eine 12-monatige duale Plättchenhemmung Standard. Ob eine Fortführung darüber hinaus zusätzlichen Schutz bietet, war lange unklar. Eine große chinesische Studie liefert nun belastbare Daten: Wer nach einem Jahr ereignisfrei bleibt und die Kombination aus Clopidogrel und Azetylsalizylsäure für weitere 12 Monate fortsetzt, profitiert klinisch – ohne relevantes Blutungsrisiko.
Dreidimensionale Darstellung einer Proteinstruktur mit Alpha-Helices und Beta-Faltblättern vor einem digitalen Datenhintergrund
Molekulare Warnsignale schon im Jugendalter nachweisba

CKMD beginnt im Kinderzimmer: Proteine verraten das Risiko Jahrzehnte vor der Erkrankung

Kardiovaskuläre, renale und metabolische Erkrankungen entstehen nicht erst im Erwachsenenalter. Eine umfangreiche Proteomanalyse zeigt, dass sich die biologischen Weichen für spätere Herzinfarkte, Diabetes, Fettleber und Nierenerkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter stellen. Tausende Blutproteine offenbaren dabei Risikomuster, die klassischen Screeningverfahren oft verborgen bleiben und sogar therapeutisch beeinflussbar sein könnten.
Arzt in medizinischer Kleidung mit Stethoskop präsentiert eine stilisierte 3D-Darstellung von Prostata und Harnblase, umgeben von Icons zu kardiologischer und urologischer Diagnostik.
Herzschutz mit Grenzen

Prostatakarzinom: Kardiologische Mitbetreuung senkt Cholesterin, aber nicht Herzinfarkte

Männer mit Prostatakarzinom tragen ein hohes kardiovaskuläres Risiko – besonders unter Androgendeprivationstherapie. Ob eine systematische Überweisung an Kardiologen oder Internisten dieses Risiko messbar senkt, prüfte die internationale RADICAL-PC2-Studie, deren Daten erstmals auf dem ESC 2026, dem diesmährigen jahreskongress der European Society of Cardiology präsentiert wurden. Die spezialisierte Mitbetreuung verbesserte die Cholesterinkontrolle deutlich und erhöhte die Statinverordnungen von 40 auf 63%. Auf harte kardiovaskuläre Endpunkte wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulären Tod hatte die Intervention nach knapp 6 Jahren jedoch keinen signifikanten Einfluss.
Radfahrer Fahrrad fahren
Radsport im Visier

Je mehr Ausdauersport, desto mehr Vorhofflimmern – Radfahrer besonders betroffen

Regelmäßige Bewegung schützt Herz und Gefäße – doch bei extrem hohen Trainingsumfängen kippt der protektive Effekt offenbar ins Gegenteil. Eine belgische Querschnittsanalyse an knapp 4.000 Männern mittleren Alters zeigt eine kontinuierlich steigende Prävalenz von Vorhofflimmern und -flattern mit zunehmender kumulativer Ausdauerbelastung. Besonders auffällig: Nur eine einzige Sportart ließ sich unabhängig vom Trainingsumfang mit atrialen Arrhythmien in Verbindung bringen – und zwar nicht das Laufen oder Schwimmen.
Koronardiagnostik auf dem Prüfstand

Intermediäre Koronarstenosen: Bildgestützte FFR hält mit Druckdraht mit

Die druckdrahtbasierte fraktionelle Flussreserve gilt als Referenz zur funktionellen Bewertung intermediärer Koronarstenosen – wird im klinischen Alltag aber nur zurückhaltend eingesetzt. Eine rein aus Angiografiebildern berechnete FFR könnte den Eingriff vereinfachen. Ob dieser bilddatenbasierte Ansatz auch klinisch mithalten kann, prüfte jetzt eine internationale Nichtunterlegenheitsstudie an knapp 2.000 Patienten im Herzkatheterlabor – mit klarem Ergebnis nach 12 Monaten.
Ein ehrenamtlicher Helfer reanimiert per Herzdruckmassage eine Übungspuppe zur Aufstellung eines neuen Weltrekords.
Reanimation im Fokus

Herzdruckmassage im Weltrekord: 80 Stunden Reanimation gegen den plötzlichen Herztod

In der Schweriner Marienplatz-Galerie wollen Freiwillige 80 Stunden ununterbrochen Herzdruckmassage leisten und damit einen neuen Weltrekord aufstellen. Die Aktion von Nofias und Deutschem Roten Kreuz soll zeigen, wie einfach Wiederbelebung ist – und wie dringend beherztes Eingreifen im Notfall gebraucht wird.
Reanimation Herzdruckmassage
Reanimationshilfe per KI

KI leitet Laienreanimation leitliniengerechter an als menschliche Disponenten

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses zählt jede Sekunde – doch Laien zögern oder handeln unsicher, selbst wenn sie am Telefon von Rettungsleitstellen angeleitet werden. Ein neuartiger, speziell trainierter KI-Agent namens ChatCPR erreichte in einer aktuellen Analyse eine nahezu vollständige Übereinstimmung mit den geltenden Reanimationsleitlinien und übertraf damit menschliche Disponenten in realen Notrufaufzeichnungen deutlich. Ob generische Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude ähnlich zuverlässig anleiten können, prüften die Forschenden im direkten Vergleich.