Krebsfrüherkennung im Fokus: Zur Nationalen Krebspräventionswoche appellieren DKFZ, Deutsche Krebshilfe und Krebsgesellschaft, Screenings zu Brust-, Darm-, Haut- und Prostatakrebs konsequenter zu nutzen. Neu im Angebot: die Lungenkrebs-Früherkennung für starke Raucher. Politik und Fachwelt warnen vor Einsparungen bei der Vorsorge.
Krebsfrüherkennung: Experten fordern höhere Beteiligung an Screenings
Krebsfrüherkennung als Lebensretter: Politik und Fachwelt appellieren
Anlässlich der Nationalen Krebspräventionswoche appellieren Fachleute und Politiker, Angebote zur Früherkennung zu nutzen.
«Krebsvorsorge kann Leben retten.»
– Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, CDU
«Sie hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor Beschwerden entstehen, und verbessert damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.»
Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte laut Mitteilung: «Jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs.» Früherkennung und das Vermeiden von Risikofaktoren seien die wichtigsten Säulen der Krebsprävention.
«Lass mal checken»: Screening-Angebote im Überblick
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, die Deutsche Krebshilfe in Bonn und die Deutsche Krebsgesellschaft in Berlin informieren diese Woche unter dem Motto «Lass mal checken» über Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung. Jährlich erkranken den Angaben nach mehr als 500.000 Menschen an Krebs. Etwa ein Drittel davon sei im erwerbsfähigen Alter. Daher stellen die Organisationen gezielt Unternehmen kostenfrei Informationsmaterialien und Aktionsmodule für Mitarbeitende zur Verfügung.
Zudem weisen sie darauf hin, dass gesetzlich Versicherte in Deutschland Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen zu Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs haben. Wer viel raucht, könne sich seit diesem Jahr zusätzlich auf Lungenkrebs untersuchen lassen.
Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser seien in der Regel die Heilungschancen. Außerdem könnten Tumore im frühen Stadium meist schonender behandelt werden, hieß es. Bei einigen Früherkennungsuntersuchungen wie Gebärmutterhalskrebs- oder Darmkrebs-Screening könnten sogar Vorstufen entdeckt werden, so dass Krebs gar nicht entsteht.
Risikogruppen gezielt ansprechen: DKFZ fordert bessere Beteiligung
Angesichts der Diskussionen über Einsparungen im Gesundheitssystem appellieren die drei Organisationen an die Politik, die Früherkennung nicht zu beschneiden. Menschen sollten hingegen gezielter angesprochen werden, damit sie von den Angeboten profitieren können.
«Die Effizienz jedes Früherkennungsprogramms steht und fällt mit der Beteiligung.»
– Michael Baumann, DKFZ-Vorstandsvorsitzender
«Da müssen wir besser werden.» Außerdem müssten die Richtigen erreicht werden – und nicht nur ohnehin gesundheitsbewusst lebende Menschen. «Wir empfehlen daher dringend, besonders gefährdete Menschen in Zukunft gezielter anzusprechen, damit sie von den Angeboten profitieren können.»