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Das Erbe der Hundertjährigen

Wer 100-jährige Eltern hat, lebt länger und herzgesünder

|von Stephanie Schikora

Wer mindestens einen Elternteil hat, der 100 Jahre alt geworden ist, erkrankt später und seltener an Bluthochdruck und kardiovaskulären Erkrankungen – und lebt länger. Der Schutzeffekt hält auch stand, wenn man Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkohol, Bewegung und Ernährung herausrechnet. Beim Krebsrisiko hingegen fanden sich keine Vorteile.

Holzfigur mit weißem Bart streckt den Arm nach oben zur Zahl 100 auf einer Altersskala
Familiäre Langlebigkeit als Erbe: Wer Eltern hat, die 100 Jahre alt geworden sind, lebt länger und herzgesünder. (© Andrii Zastrozhnov/stock.adobe.com)

Wer mit seinen Vater oder seiner Mutter zu ihrem 100. Geburtstag anstoßen kann, hat statistisch gute Karten für ein langes, gesundes Leben: Nachkommen von Zentenariern sterben im Schnitt gut 3 Jahre später als Menschen ohne solche familiäre Vorbelastung – und ein Bluthochdruck entwickelt sich bei ihnen sogar mehr als 5 Jahre später. Das ist das Ergebnis einer Meta-Analyse dreier großer Langzeitkohorten – der LonGenity-Studie, der New England Centenarian Study und der UK Biobank –, die ein US-amerikanisches Forscherteam ausgewertet hat..

Ein Familienerbe, das ans Herz geht

Besonders ausgeprägt war der Schutzeffekt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck, was sich in allen 3 Kohorten bestätigte: Nachkommen von Hundertjährigen hatten ein um rund 40% niedrigeres Sterberisiko, ein um ein Drittel geringeres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und erkrankten gut 30% seltener an Bluthochdruck. Weniger eindeutig war das Bild beim Schlaganfall. In der LonGenity-Studie und in der New England Centenarian Study erkrankten Zentenariernachkommen deutlich seltener daran – in der UK Biobank war dieser Vorteil jedoch nicht nachweisbar.

Selbst nach Berücksichtigung von Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkohol, Bewegung und Ernährung blieben die Ergebnisse stabil. Das passt zu einem bekannten Befund aus früheren LonGenity-Auswertungen: Zentenariernachkommen rauchen, trinken und kämpfen ähnlich oft mit Übergewicht wie der Durchschnitt – und sind dennoch besser vor Herzerkrankungen geschützt.

Bei Krebs endet der familiäre Vorteil

Anders sieht es beim Krebs aus: In keiner der 3 Kohorten fanden die Autoren einen Hinweis auf eine Risikoreduktion. Warum der Schutzeffekt hier ausbleibt, ist unklar. Die Forscher haben dafür mehrere Erklärungsansätze: Vielleicht bekommen Zentenariernachkommen genauso oft Krebs wie andere – sterben aber seltener daran. Oder der Effekt ist ein statistisches Artefakt: Wer fitter ist, geht häufiger zur Vorsorge – und dabei werden öfter langsam wachsende, harmlose Tumoren entdeckt, die sonst unbemerkt geblieben wären. Eine dritte Möglichkeit: Krebs hängt schlicht zu stark vom Zufall ab, als dass familiäre Langlebigkeit hier nennenswert ins Gewicht fallen könnte.

Warum die Frage überhaupt gestellt wurde

Dass Zentenarier selbst besonders gesund altern – mit Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Demenz, die oft erst Jahrzehnte später auftreten als bei anderen –, ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Offen blieb bislang die Frage: Profitieren auch die Kinder? Zwillings- und Geschwisterstudien deuten darauf hin, dass rund die Hälfte der individuellen Lebensspanne vererbt wird. Doch bisherige Studien dazu waren meist auf eine einzige Bevölkerungsgruppe beschränkt und lieferten nur Momentaufnahmen. Die neue Arbeit geht einen Schritt weiter: Erstmals wurden 3 unabhängige Langzeitkohorten gemeinsam ausgewertet, um belastbarere Antworten zu bekommen.

Fazit: Herz profitiert, Krebs bleibt Zufall

Familiäre Langlebigkeit schützt – das zeigt sich über alle 3 Kohorten hinweg: Wer langlebige Eltern hat, erkrankt später und seltener an Herz-Kreislauf-Leiden und Bluthochdruck. Ein Blick in die Familienanamnese könnte sich also lohnen, um das individuelle Risiko realistischer einzuschätzen. Für die Forschung wiederum eröffnet die Studie eine neue Perspektive: Menschen mit besonders langlebigen Eltern sind wertvolle Studienteilnehmer – denn an ihnen könnte sich ablesen lassen, was biologisch hinter gesundem Altern steckt. Das langfristige Ziel: neue Ansätze, die nicht nur das Leben verlängern, sondern vor allem die gesunden Jahre.


Die Erstellung dieser Zusammenfassung erfolgte unterstützt durch KI-basierte Prozesse, die finale redaktionelle Verantwortung liegt bei unserer Redaktion.


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