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Männergesundheit und Hormonveränderungen

Testosteron‑Abfall bei Männern: Gibt es männliche Wechseljahre?

|von dpa

Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel mit dem Alter langsam, doch von einer männlichen Wechseljahresperiode im Sinne der Menopause zu sprechen, ist nicht korrekt, erklärt Jann‑Frederik Cremers vom Universitätsklinikum Münster (UKM). Müdigkeit, sexuelle Unlust, Erektionsprobleme oder Schlafstörungen können auf einen echten Testosteron‑Mangel hinweisen. Wer solche Symptome bemerkt, sollte morgens zweimal den Testosteron‑Blutwert prüfen lassen; oft helfen Gewichtsreduktion, Bewegung und Stressabbau, nur bei organischer Ursache wird Testosteron ersetzt.

Mann im mittleren Alter lächelt verschmitzt in die Kamera
Müdigkeit, sexuelle Unlust und Erektionsprobleme können Hinweise auf einen Testosteron‑Mangel sein; die Diagnostik erfolgt per Bluttest, idealerweise zweimal morgens. (© Krakenimages.com/stock.adobe.com_Stockphoto_posed by a model)

Die (Peri-) Menopause ist eine prägende Zeit für viele Frauen: Der Östrogenspiegel sinkt, es kommt zu Symptomen wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Gibt es solche Wechseljahre auch bei Männern?

«Ein ganz klares Nein», sagt Jann-Frederik Cremers von der Klinik für Andrologie am Universitätsklinikum Münster. Aber: «Im Laufe des Lebens fallen die Testosteronwerte beim gesunden Mann innerhalb des Normbereichs langsam ab.» Das ist normal.

Symptome eines Testosteron‑Mangels

Diese Hormonveränderung sei ein langsamer Prozess. Er führt bei gesunden Männern in der Regel nicht zu einem Testosteron-Mangel. Unter bestimmten Umständen kann es allerdings doch dazu kommen. Ihn erkennt man an:

Diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben. Begünstigt wird die Hormonumstellung durch Übergewicht (vor allem am Bauch), wenig Bewegung und Stress. Zum Vorbeugen hilft vor allem ein gesunder Lebensstil: eine ausgewogene Ernährung, Sport und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen.

Diagnose, Ursachen und Therapie: Wann zum Arzt?

Falls solche Symptome auftreten, empfiehlt Cremers einen Besuch bei der Hausärztin oder beim Urologen. «Erstmal sollte man untersuchen, ob das tatsächlich ein Testosteron-Mangel ist.» Dafür misst man den Testosteron-Spiegel über einen Bluttest, am besten zweimal morgens. Von frei erhältlichen Selbsttests rät Cremers ab, die seien nicht ausreichend zuverlässig.

Bestätigt sich ein Mangel, könne eine Therapie starten. Gibt es organische Ursachen, gibt man Testosteron zu. Ansonsten spricht Cremers von Maßnahmen wie sportlicher Aktivierung und einer Regulierung des Stoffwechsels.


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