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Neuropathischer Schmerz

|von Julian Kleine-Borgmann

Die Prävalenz neuropathischer Schmerzen beträgt etwa 3,3–8,2%. Die zugrundeliegenden Läsionen und Krankheiten sind vielfältig. Das Nebeneinander von Positiv- und Negativsymptomen ist charakteristisch für den neuropathischen Schmerz; diese können durch teils einfache Bedside-Tests objektiviert werden. Ergänzende Diagnostik, wie die quantitativ sensorische Testung, erlangt zunehmenden Stellenwert in der Diagnostik neuropathischer Schmerzen. Das therapeutische Konzept gliedert sich in…

Die Prävalenz neuropathischer Schmerzen beträgt etwa 3,3–8,2%. Die zugrundeliegenden Läsionen und Krankheiten sind vielfältig. Das Nebeneinander von Positiv- und Negativsymptomen ist charakteristisch für den neuropathischen Schmerz; diese können durch teils einfache Bedside-Tests objektiviert werden. Ergänzende Diagnostik, wie die quantitativ sensorische Testung, erlangt zunehmenden Stellenwert in der Diagnostik neuropathischer Schmerzen. Das therapeutische Konzept gliedert sich in pharmakologische und nicht medikamentöse Verfahren.

Definition

  • Gemäß letzter Revision der International Association for the Study of Pain (IASP)-Definition werden neuropathische Schmerzen wie folgt definiert:
    • Neuropathische Schmerzen sind Schmerzen, die als direkte Folge einer Schädigung oder Läsion im somatosensorischen System auftreten [1], [2].
    • Hiervon abzugrenzen sind nozizeptive Schmerzen, bei denen die neuronalen Strukturen prinzipiell intakt sind (z.B. Schmerz bei Arthrose), und noziplastische Schmerzen, die durch eine veränderte Nozizeption bedingt sind, aber kein Nachweis einer bestehenden oder potentiellen Gewebeschädigung als Ursache erbracht werden kann.
  • Die Diagnose neuropathischer Schmerzen wird gestützt durch die Anamnese, den neurologischen Untersuchungsbefund sowie neurologische Labor-, elektrophysiologische und Bedside-Tests (Tab. 109.1 und folgende Abschnitte).
KriteriumBezeichnung
1Schmerzlokalisation entsprechend eines neuroanatomisch plausiblen Verteilungsmusters
2anamnestische Hinweise auf eine Läsion oder Erkrankung des peripheren oder zentralen somatosensorischen Nervensystems
3Nachweis des neuroanatomisch plausiblen Verteilungsmusters durch mindestens einen Bestätigungstest
4Nachweis der relevanten Läsion oder Erkrankung durch mindestens einen Bestätigungstest
Alle 4 Kriterien erfüllt: sicherer neuropathischer Schmerz; Kriterien 1, 2 plus entweder 3 oder 4 erfüllt: wahrscheinlicher neuropathischer Schmerz; Kriterien 1 und 2 erfüllt: möglicher neuropathischer Schmerz.
Tab. 109.1 Kriterien zur Definition des neuropathischen Schmerzes [3].

Synonyme

  • Nervenschmerz

Keywords

  • neuropathischer Schmerz
  • Nervenschmerz
  • Neuralgie

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