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Startschuss für die nächste SHIP‑Welle

Deutschlands große Langzeitstudie macht Tempo für die Medizin von morgen

|von dpa

Die groß angelegte SHIP‑Gesundheitsstudie der Unimedizin Greifswald geht in eine neue Untersuchungswelle. Seit fast 30 Jahren liefert sie einzigartige Daten zur Gesundheit der Bevölkerung in Vorpommern – inzwischen auch nach dem One‑Health‑Ansatz, der Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam betrachtet. Bis zu 1.000 Teilnehmende sollen nun erneut untersucht werden.

Probenröhrchen verschiedener Untersuchungen stehen in Labortrays bereit – sie gehören zu den vielfältigen diagnostischen Verfahren der SHIP‑Studie
Seit 1997 werden Erwachsene aus Vorpommern in der SHIP-Studie regelmäßig medizinisch und zahnmedizinisch untersucht - eine logistische Großleistung. In den Probenröhrchen in den Labortrays lagern verschiedene Proben von Teilnehmern für die verschiedensten medizinischen Analysen. (© Jens Büttner/dpa)

Fast 30 Jahre nach dem Start und mit bereits Tausenden untersuchten Menschen geht die Langzeitgesundheitsstudie SHIP in Vorpommern in eine neue Phase. Von März bis voraussichtlich Oktober sollen bis zu 1.000 Probandinnen und Probanden umfassend untersucht werden, viele von ihnen seit 1997 bereits zum 6. Mal. Die Teilnehmenden seien heute zwischen 47 und 102 Jahre alt, teilte die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) mit.

SHIP bietet ein Datenfundament für (inter-)nationale Projekte

SHIP steht für «Study of Health in Pomerania» (Gesundheitsstudie in Pommern). Für die Studie werden mit einer großen Teilnehmerzahl und wiederholten Untersuchungen über einen langen Zeitraum die Gesundheit und deren Entwicklung in Vorpommern unter die Lupe genommen.Das SHIP-Projekt, das aus mehreren Kohorten mit teils unterschiedlichem Fokus besteht, zählt laut UMG zu den umfangreichsten bevölkerungsbezogenen Gesundheitsstudien weltweit. Die Daten würden in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten genutzt.

SHIP ist eines der bedeutendsten epidemiologischen Forschungsprojekte in Deutschland und ein zentraler Motor für die Gesundheitsforschung in Greifswald. Die gewonnenen Daten tragen dazu bei, Krankheiten besser zu verstehen, Prävention zu verbessern und medizinische Versorgung langfristig zu optimieren.

 Prof. Karlhans Endlich, Greifswald

Neue Untersuchungsrunde für bis zu 1.000 Teilnehmende

Bislang nahmen im Rahmen der nun fortgesetzten Reihe den Angaben zufolge 925 Menschen an allen 5 bisherigen Untersuchungswellen teil, weitere rund 150 Teilnehmende ließen höchstens eine Untersuchungsrunde aus. Zu den Untersuchungen gehören etwa Messungen, Ultraschall, Zahnmedizin sowie Interviews. Auch Zusatzuntersuchungen wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Untersuchungen der Herz-Kreislauf- und Lungenleistung würden angeboten. SHIP-Untersuchungen sind nur auf Einladung möglich.

Seit Beginn der Studie sind enorme Datenmengen zusammengekommen. Bis Ende 2025 wurden in SHIP insgesamt 27.796 Blutproben, 24.176 Urinproben, 8.744 MRT-Untersuchungen, 22.360 Herz-Ultraschalluntersuchungen sowie 24.567 Schilddrüsen-Ultraschalls erhoben und ausgewertet. 

One‑Health: Auch Haustiere sind Teil der Forschung

Ende 2025 wurde laut UMG die erste Untersuchungswelle einer neuen Gruppe abgeschlossen (SHIP-NEXT). Dabei seien seit Mai 2021 fast 4.400 Menschen, aber auch mehr als 1.000 Haustiere untersucht worden, darunter etwa 400 Hunde, 450 Katzen sowie rund 250 Geflügel wie beispielsweise Hühner, Enten, Gänse sowie Tauben. Es geht um den sogenannten One-Health-Ansatz (eine Gesundheit), bei dem die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam betrachtet wird. Ziel ist es, die Häufigkeit und Risikofaktoren von Zoonosen besser zu verstehen. 

Mit dem One-Health-Ansatz erweitern wir die klassische Bevölkerungsmedizin um eine wichtige Dimension. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Empfehlungen für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Haus- und Nutztieren zu entwickeln.

Prof. Carsten Oliver Schmidt, Greifswald

Anm. der Redaktion: Die beiden Zitate stammen aus einer Pressemitteilung der Universität Greifswald


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