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Frühgeburten durch Hitze: WHO warnt vor Risiken für Schwangere

|von dpa

Hitzewellen erhöhen das Frühgeburtsrisiko um bis zu 26% und steigern die Gefahr von Totgeburten, Fehlbildungen und Schwangerschaftsdiabetes deutlich. Die WHO zieht in einem neuen Bericht Alarm und fordert Gesundheitsbehörden auf, Frühwarnpläne zu etablieren und ihre Versorgungsstrukturen auf steigende Fallzahlen bei Schwangeren und Säuglingen vorzubereiten.

Schwangere Frau steht in einem Getreidefeld
Hitzewellen erhöhen das Risiko für Frühgeburten, Totgeburten und Fehlbildungen deutlich – die WHO fordert Frühwarnsysteme und bessere Versorgungsstrukturen für Schwangere und Säuglinge. (© Patrick Pleul/dpa)

Hitzewellen erhöhen Risiko für Frühgeburten deutlich

Extreme Hitze ist für Schwangere und Babys eine besondere Belastung. Das Risiko einer Frühgeburt steige deutlich, wenn die werdende Mutter Hitzewellen ausgesetzt ist, heißt es in einem UN-Bericht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zitiert eine Studie von 2024 in der Fachzeitschrift «Nature», die ein bis zu 26% höheres Risiko nennt. Nach dieser Studie ist auch die Gefahr einer Totgeburt höher, wenn eine Schwangere extreme Hitze ertragen muss, ebenso die Gefahr einer angeborenen Fehlbildung beim Baby und von Schwangerschaftsdiabetes.

Babys unter einem Jahr hätten 2024 knapp fünfmal so viele Hitzewellentage erlebt wie im Zeitraum 1986 bis 2005. «Weltweit sind schätzungsweise 1,5 Milliarden Kinder Hitzewellen ausgesetzt, die immer häufiger auftreten, länger andauern oder an Intensität zunehmen», heißt es in dem Bericht.

Was genau als Hitze gilt

Was genau als Hitze gilt, hängt jeweils vom Ort ab. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) gibt es eine Hitzewarnung, wenn eine gefühlte Temperatur an mindestens zwei aufeinander folgenden Tagen von 32 bis 38 Grad vorhergesagt wurde und es nachts nur zu einer unzureichenden Abkühlung kommt oder wenn 38 Grad oder mehr erwartet werden. Die gefühlte Temperatur wird per Modell berechnet. Sie ist in der Sonne und bei hohem Wasserdampfgehalt in der Luft oft höher als die Lufttemperatur.

Schwangere sollen nach allgemeinen Empfehlungen der WHO bei Hitze besonders viel trinken, bei Bedarf Nacken und Füße mit feuchten Tüchern kühlen und Aktivitäten möglichst in die kühleren Tageszeiten verlegen.

Frühwarnpläne und bessere Datenerhebung gefordert

Gesundheitsbehörden sollten Frühwarnpläne haben und Familien stärker auf die Gefahren aufmerksam machen, heißt es in dem Bericht. Sie sollten sich darauf einstellen, wegen der steigenden Hitzetage mehr Schwangere und Babys zu behandeln. Dazu müssten überall mehr Daten erhoben werden, damit Behörden genau sehen, welche Risiken in welchem Ausmaß steigen.

Sie sollten in Phasen mit extremer Hitze etwa besonderes Augenmerk legen auf Frühgeburten, Totgeburten, niedriges Geburtsgewicht, neu auftretenden Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Kindersterblichkeit und Besuche in Gesundheitseinrichtungen.


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