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Kardiovaskuläre Prävention

Herzgesundheit im Patientengespräch: Fünf Tipps für die Praxis

Herzstiftung, niedergelassene Kardiologen und Apothekerverbände nennen fünf Ansatzpunkte für die Beratung – von Blutdruck- und Cholesterinkontrolle über Rauchstopp und Gewichtsreduktion bis zu Schlaf und Impfungen. Starkes Argument: Innerhalb von zwei Jahren nach dem Rauchstopp halbiert sich das Herzinfarktrisiko.

Frau geht im Wald walken
Herzgesundheit im Patientengespräch: Alltagsbewegung wie Wandern lässt sich als niedrigschwelliger Einstieg zur Gewichtsreduktion empfehlen. (© Christin Klose/dpa-tmn)

Tipp 1: Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker im Gespräch thematisieren

Fragen Sie Ihre Patientinnen und Patienten, ob sie ihre Blutdruck- und Cholesterinwerte kennen. Vor allem Herzpatientinnen und -patienten sollten diese Werte sowie den Blutzucker kennen und regelmäßig kontrollieren. Der Blutdruck lässt sich zu Hause mit einem Gerät selbst messen, alternativ in der Apotheke oder beim nächsten Arzttermin. Weil Früherkennung wichtig ist, empfiehlt es sich, allen Patientinnen und Patienten einen einmaligen Check dieser Werte anzubieten, etwa bei der nächsten ärztlichen Routineuntersuchung.

Tipp 2: Rauchstopp mit verbindlichem Ausstiegsdatum unterstützen

Die Devise lautet: Am besten gar nicht erst anfangen, ansonsten möglichst schnell aufhören. Auch wenn der Rauchstopp schwerfällt, kann eine Zahl im Gespräch motivieren: Innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Aufhören sinkt das Herzinfarktrisiko laut Deutscher Herzstiftung um die Hälfte. Die Herzstiftung rät Rauchenden, sich ein verbindliches Ausstiegsdatum zu setzen und dann in kleinen Schritten anzufangen. Dieses Datum lässt sich gemeinsam in der Sprechstunde festlegen.

Tipp 3: Gewichtsreduktion durch Alltagsbewegung und pflanzenbetonte Ernährung

Übergewicht belastet Herz und Kreislauf und macht Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes wahrscheinlicher. Im Beratungsgespräch bieten sich zwei Stellschrauben an, Bewegung und Ernährung.

  • Bewegung muss nicht schweißtreibend sein, denn jeder Schritt im Alltag zählt. Patientinnen und Patienten können etwa manche Wege zu Fuß oder mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegen.
  • Empfehlen Sie eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung mit weniger Zucker und stark verarbeiteten Produkten. Auch ein Zuviel an Salz kann dem Herzen schaden. Stattdessen gehören Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel auf den Speiseplan.

Entscheidend ist der Einstieg: Ermutigen Sie Ihre Patientinnen und Patienten, einfach anzufangen und sich Mitstreiter zu suchen, denn das meiste fällt im Team leichter als allein.

Tipp 4: Schlafdauer und Schlafgewohnheiten ansprechen

Dauerhaft zu wenig oder zu viel Schlaf ist schlecht fürs Herz. Laut Herzstiftung sind im Schnitt sieben Stunden pro Nacht ideal. Zu gutem Schlaf können feste Zeiten und Abendrituale beitragen, ebenso frische und rund 18 Grad kühle Luft im Schlafzimmer. Raten Sie Ihren Patientinnen und Patienten, späte und schwere Mahlzeiten, spätes Kaffeetrinken und Powernapping, also kurze Nickerchen, nach 15.00 Uhr zu vermeiden.

Tipp 5: Impfstatus prüfen und Stiko-Impfungen empfehlen

Infektionen können Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten besonders belasten, vor allem ältere Menschen. Laut Herzstiftung kann man mit konsequenten Impfungen Herzinfarkten vorbeugen. Prüfen Sie daher den Impfstatus und weisen Sie auf die vier Hauptimpfungen hin, die die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt:

  • Grippeschutzimpfung gegen das Influenza-Virus
  • Pneumokokken-Impfung
  • Coronaimpfung
  • Impfung gegen RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)

Allen Menschen ab 60 rät die Stiko inzwischen außerdem zu einer Gürtelrose-Impfung, so die Herzstiftung.

Fazit

Die fünf Themen lassen sich gut in das Patientengespräch integrieren: Werte kontrollieren, Rauchstopp, Gewichtsreduktion, ausreichend Schlaf und Impfschutz nach Stiko-Empfehlung. Bei Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten sowie älteren Menschen lohnt es sich besonders, Risikofaktoren und Impfstatus aktiv anzusprechen. Konkrete kleine Schritte, etwa ein verbindliches Rauchstoppdatum oder mehr Alltagsbewegung, erleichtern die Umsetzung.


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