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Palliativversorgung Krebs

Aktualisierte S3-Leitlinie Palliativmedizin: Angehörige und Spiritualität neu im Fokus

|von Christine Zilinski

Palliativmedizin bei Krebs: Die aktualisierte S3-Leitlinie erweitert die Empfehlungen um zwei neue Themenbereiche – die multiprofessionelle Unterstützung von Angehörigen und die Integration spiritueller Bedürfnisse. Zudem wurden Empfehlungen zu Atemnot, Tumorschmerzen, opioidbedingter Obstipation und Fatigue systematisch überarbeitet.

Alte Frau steht mit Krankenschwester am Fenster
Die aktualisierte S3-Leitlinie rückt Angehörige und spirituelle Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt. (© Halfpoint/stock.adobe.com_Stockphoto: posed by models)

Die überarbeitete S3-Leitlinie zur Palliativmedizin bei nicht-heilbaren Krebserkrankungen erweitert die Empfehlungen um zwei zentrale Themenbereiche: die multiprofessionelle Unterstützung von Angehörigen und die Integration spiritueller Bedürfnisse in den Behandlungsalltag. Zudem wurden bestehende Empfehlungen zu Symptomkontrolle und Medikation systematisch aktualisiert.

Krebs zählt nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur zweithäufigsten Todesursache in Deutschland. „Die Palliativversorgung hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Einer der Gründe ist die konsequente Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen der Krebsbetroffenen in nicht heilbaren Situationen und an denen der Nahestehenden“, sagt Professor Steffen Simon, Uniklinik Köln. Zusammen mit Professorin Claudia Bausewein, LMU Klinikum München, und Professor Raymond Voltz, ebenfalls Uniklinik Köln, hat er die Leitlinienerstellung koordiniert. „Daher war es uns ein Anliegen, die Leitlinienempfehlungen zu überarbeiten und um zwei neue Aspekte – Angehörige und Spiritualität – zu erweitern.“

Angehörige als Zielgruppe: Belastung erfassen, Unterstützung strukturieren

Die psychosoziale Belastung von Angehörigen, Freunden und Familien von Menschen mit nicht-heilbaren Krebserkrankungen ist sehr hoch. Sie übernehmen eine zentrale Rolle als Bezugspersonen für die Patienten, sind zugleich mit eigenen emotionalen, sozialen und organisatorischen Herausforderungen konfrontiert und haben so selbst Unterstützungsbedarf.

„In der Palliativmedizin müssen wir auch diese Gruppe [Angehörige und Freunde] in den Blick nehmen und sie multiprofessionell unter Einbezug aller Berufsgruppen unterstützen“, sagt Bausewein.

„In der Leitlinie geben wir Empfehlungen, wie deren Belastung und Bedürfnisse erfasst und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet werden können. Das können beispielsweise Unterstützungsangebote zur Stärkung der Selbstfürsorge oder für die Trauerbegleitung sein.“

Spiritualität in der Palliativversorgung: Neuer Bereich mit klaren Empfehlungen

Neu aufgenommen in die S3-Leitlinie wurde zudem der Themenbereich Spiritualität. „Wir wissen aus Studien, dass sich Patienten in palliativen Situationen und ihre Angehörigen oftmals mit existenziellen Fragestellungen, Werten und religiösen Aspekten auseinandersetzen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Belastungen durch fehlenden Halt, Sinn oder Orientierung mit einer schlechteren Lebensqualität und Symptomen wie Angst und Depression einhergehen können„, so Voltz. Dem gegenüber gibt es bei den Behandelnden aktuell noch Defizite bei der Integration dieses Themas in den Behandlungsalltag. In der aktualisierten Leitlinie findet das Fachpersonal daher Hinweise zur Erfassung von spirituellen Bedürfnissen. Unter anderem wird empfohlen, Spiritual Care zum Thema von Aus-, Fort- und Weiterbildung für alle Personen zu machen, die Menschen mit nicht-heilbaren Krebserkrankungen behandeln und begleiten.

Symptomkontrolle aktualisiert: Atemnot, Übelkeit, Tumorschmerzen und Fatigue

Neben den zwei neuen Themenbereichen wurden zudem systematisch alle bestehenden Leitlinienempfehlungen überprüft und dort, wo nötig aktualisiert. Die Überarbeitungen betreffen unter anderem die Medikation bei Atemnot, Übelkeit und Erbrechen. Zudem wurden Empfehlungen zu Tumorschmerzen, zur Behandlung opioidbedingter Obstipation und zu Fatigue angepasst.

Digitaler Zugang: Leitlinie, Hub und App

Die S3-Leitlinie ist auf dieser Webseite abrufbar oder im Leitlinien-Hub. Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Android-Smartphone-Nutzer finden die App hier. iPhone-Nutzer können die Leitlinien-App hier herunterladen.

Fazit

Die aktualisierte S3-Leitlinie Palliativmedizin verankert erstmals systematisch die Unterstützung von Angehörigen und die Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse als integrale Bestandteile der Versorgung. Für die Praxis bedeutet dies eine konsequent multiprofessionelle, an Lebensqualität und individuellen Bedürfnissen orientierte Behandlung. Ergänzende Aktualisierungen zur Symptomkontrolle schärfen zudem das therapeutische Instrumentarium bei Atemnot, Schmerzen und Fatigue.

Die Erstellung dieser Zusammenfassung erfolgte unterstützt durch KI-basierte Prozesse, die finale redaktionelle Verantwortung liegt bei unserer Redaktion.


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