Startseite Innere Medizin Senkt ein H.-pylori-Routinescreening nach akutem Herzinfarkt das gastrointestinale Blutungsrisiko?
Nur Subgruppen scheinen zu profitieren

Senkt ein H.-pylori-Routinescreening nach akutem Herzinfarkt das gastrointestinale Blutungsrisiko?

|von Stephanie Schikora

Der leitliniengerechte Einsatz einer antithrombotischen Therapie nach einem Myokardinfarkt senkt zwar das Risiko weiterer ischämischer Ereignisse, ist andererseits mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden. Besteht zusätzlich eine H.-pylori-assoziierte Gastritis, steigt das Blutungsrisiko der Betroffenen weiter. Kann in dieser Situation ein routinemäßiges Helicobacter pylori-Screening dazu beitragen, das Blutungsrisiko zu senken? Nein, so das Ergebnis der HELP-MI-SWEDEHEART-Studie – außer vielleicht bei bestimmten Risikogruppen. 

Helicobacter pylori
Nur bei MI-Patienten mit hohem Blutungsrisiko – angezeigt zum Beispiel durch eine Anämie – hatte ein H.-pylori-Screening einen positiven Effekt auf die Blutungsrate. Ein Standardscreening aller MI-Patienten lässt sich aus den Studiendaten nicht ableiten.

Antithrombotische Therapien haben die Prognose nach akutem Myokardinfarkt (MI) deutlich verbessert, da sie das Risiko weiterer ischämischer Ereignisse senken. Gleichzeitig erhöhen sie aber das Blutungsrisiko – insbesondere im oberen Gastrointestinaltrakt (GI), und diese Blutungen sind wiederum mit einer erhöhten Mortalität und wiederkehrenden kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Protonenpumpenhemmer (PPI) können das Risiko gastrointestinaler Blutungen reduzieren und somit die Prognose verbessern. Dennoch wird ihr Einsatz derzeit nur bei Patienten mit erhöhtem GI-Risiko empfohlen, da der langfristige Nutzen umstritten ist.

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