Trihalomethane und Halogenessigsäuren entstehen bei der Chlorung von Trinkwasser – und stehen im Verdacht, das Risiko für gynäkologische Malignome zu erhöhen. Eine prospektive Kohortenstudie an über 53.000 kalifornischen Lehrerinnen liefert nun neue Hinweise: Langfristige Exposition gegenüber bestimmten Desinfektionsnebenprodukten war mit einem erhöhten Risiko für Uteruskarzinome assoziiert – und zwar histotypspezifisch. Nitrat, Arsen und Uran zeigten dagegen keinen Zusammenhang
Unterschätztes Risiko für das Endometriumkarzinom
Uteruskarzinome sind die häufigsten gynäkologischen Malignome in den USA – mit steigenden Inzidenz- und Mortalitätsraten seit den 1990er-Jahren, auch weltweit. Über 95% der Fälle entfallen auf Endometriumkarzinome. Klassische Risikofaktoren wie Adipositas, hormonelle Faktoren oder eine Hormonersatztherapie erklären den Trend nur teilweise – insbesondere bei den aggressiveren nicht endometrioiden Tumoren. Auffällig sind zudem regionale Unterschiede: Die höchsten Inzidenzraten endometrioider Karzinome finden sich im Mittleren Westen und in Appalachia, was auf umweltbedingte Einflüsse hindeutet. Trinkwasser gilt als eine wichtige Quelle für die chronische Exposition gegenüber regulierten Kontaminanten. Neben anorganischen Stoffen wie Nitrat, Arsen oder Uran entstehen bei der Chlorung Desinfektionsnebenprodukte, darunter Trihalomethane (THM) und Halogenessigsäuren (HAA), denen sowohl karzinogene als auch endokrindisruptive Eigenschaften zugeschrieben werden.
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