Eine Analyse der PACER-Kohorte mit fast drei Millionen Schwangerschaften zeigt ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Kindern, die unter einer Plazentaablösung geboren wurden. Die Hazard-Ratio für kardiovaskuläre Mortalität liegt bei 4,64 – mit dem größten Anstieg im ersten Lebensjahr.
Vorzeitige Plazentaablösung: Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bei Kindern
Vorzeitige Plazentaablösung: Risiko für Mutter und Kind
In bis zu 2,6 Prozent aller Geburten kommt es zu einer vorzeitigen Plazentaablösung. Diese stellt eine akute Gefahr für Mutter und Kind dar.
Während bekannt ist, dass eine Plazentaablösung bei den betroffenen Müttern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, war bisher nicht geklärt, ob dies auch die Kinder betrifft, ob also auch sie langfristig ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben. Doch genau dies scheint der Fall zu sein, wie eine Analyse, der die PACER-Kohorte (Placental Abruption and Cardiovascular Event Risk) zugrunde liegt, zeigt.
Hazard-Ratio für kardiovaskuläre Mortalität bei 4,64
Berücksichtigt wurden 2.949.992 Ein-Kind-Schwangerschaften. In einem Prozent der Fälle kam es hier zu einer vorzeitigen Plazentaablösung. Die Kinder, die überlebten, was bei den meisten der Fall war, wurden im Schnitt 14,4 Jahre (null bis 28 Jahre) nachbeobachtet.
Bei 1.536 Kindern nach einer vorzeitigen Plazenta-Ablösung traten in dieser Zeit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf:
- 1.290 Kinder waren von einer angeborenen Herzkrankheit betroffen.
- 225 waren von Herz-Rhythmus-Störungen betroffen.
- 17 Kinder waren von einem hämorrhagischen Schlaganfall betroffen.
- 18 Kinder waren von einem ischämischen Schlaganfall betroffen.
Zudem wurden Fälle von Herzversagen, Kardiomyopathie und ischämischen Herzkrankheiten registriert. Die Hazard-Ratio (HR) für kardiovaskuläre Mortalität betrug 4,64. Die Hazard-Ratio für nicht-tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Kindern nach einer vorzeitigen Plazenta-Ablösung 2,86. Der größte Anstieg der Sterblichkeit wurde für das erste Lebensjahr registriert. Eine Geschwistervergleichs-Analyse zeigte vergleichbare Ergebnisse.
Fazit
Die PACER-Kohortenanalyse zeigt erstmals belastbar, dass auch Kinder nach einer vorzeitigen Plazentaablösung langfristig ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Mortalität tragen. Für die geburtshilfliche und pädiatrische Praxis bedeutet dies, dass eine strukturierte kardiovaskuläre Nachsorge dieser Kinder – insbesondere im ersten Lebensjahr – sinnvoll erscheint.