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Menopause auf Instagram: Was wirklich hinter den Empfehlungen steckt

|von Daniela Lukaßen-Held

Eine Analyse von 1.000 Instagram-Posts zeigt, dass nur knapp jeder fünfte Beitrag von qualifizierten Ärzten stammt. Über zwei Drittel bewerben Markenprodukte – häufig mit intransparenten Mischungen und heterogener Studienlage. Was das für die Beratung in der gynäkologischen Praxis bedeutet.

Bunte Kapseln mit Mineralstoff- und Vitaminsymbolen im Kreis angeordnet.
Nahrungsergänzungsmittel gegen Wechseljahresbeschwerden werden auf Instagram massiv beworben – meist ohne medizinische Expertise. (© Aleksandra Gigowska/stock.adobe.com)

Zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Wechseljahresbeschwerden finden Nutzerinnen bei Social Media unzählige Postings. Oft fehlt den Verfassern die medizinische Expertise.

Zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Wechseljahresbeschwerden finden Nutzerinnen unzählige Postings. Doch wie evident sind die Informationen und wie professionell die Quellen? Dass hier Luft nach oben ist und die Infos mit Vorsicht zu genießen sind, zeigt eine Studie, die öffentliche Instagram-Posts mit Hashtags zum Thema Wechseljahre in den Blick genommen hat.

Werbung für Markenprodukte dominiert die Posts

Dabei fokussierten sich die Wissenschaftler auf Nahrungsergänzungsmittel – Markenprodukte zur oralen Einnahme, die Wechseljahresbeschwerden abmildern sollen. Insgesamt bewarben 66,1 Prozent der 1.000 Posts entsprechende Präparate. Hinsichtlich der Expertise zeigt sich jedoch ein eindeutiges Bild:

  • Lediglich 18,3 Prozent der Posts waren von qualifizierten Ärzten erstellt worden
  • 30,4 Prozent waren von Unternehmen erstellt worden
  • 51,3 Prozent waren von Privatleuten erstellt worden

Bei den Präparaten, die am meisten beworben wurden, handelte es sich um solche, die die üblichen Inhaltsstoffe enthielten. So etwa Traubensilberkerze und Mönchspfefferextrakt – allerdings mit heterogenen Studienergebnissen. Zudem sorgten firmeneigene Mischungen, die rund die Hälfte der beworbenen Produkte ausmachten, für Intransparenz, so die Wissenschaftler.

Intransparente Mischungen und fehlende Evidenz

Die Vermarktung von Präparaten bei Wechseljahresbeschwerden übernehmen auf Instagram in erster Linie Menschen ohne medizinische Expertise. Ein Aspekt, der Medizinern bewusst sein sollte, auch, um Patientinnen entsprechend zu sensibilisieren.

Fazit

Die Analyse macht deutlich, dass Nahrungsergänzungsmittel gegen Wechseljahresbeschwerden auf Instagram überwiegend von Laien und Unternehmen beworben werden – mit zweifelhafter Evidenz und intransparenten Inhaltsstoffen. Für die Praxis bedeutet das: Frauenärzte sollten Patientinnen aktiv auf die Grenzen dieser Online-Empfehlungen hinweisen und evidenzbasierte Alternativen aufzeigen. Eine offene Kommunikation über Social-Media-Quellen kann helfen, Fehlinformationen entgegenzuwirken.


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