Kann eine Mikrobiom-gesteuerte Antibiotikatherapie den Behandlungserfolg bei akuten Exazerbationen verbessern? Dieser Frage geht eine aktuelle Folge des Podcasts „Study Snacks“ nach – und liefert überraschende Antworten.
Therapie akuter Exazerbationen bei Zystischer Fibrose | Study Snacks – Pneumologie #030
Study Snacks – Pneumologie3 Episoden
Die zystische Fibrose ist eine genetische Stoffwechselerkrankung, die vor allem die Lunge betrifft. Für den Krankheitsverlauf sind insbesondere akute pulmonale Exazerbationen entscheidend – sie bestimmen maßgeblich die Lebensqualität und Prognose der Betroffenen. Standardmäßig werden diese Schübe mit einer intravenösen Antibiotikatherapie behandelt. Doch könnte eine personalisierte, am individuellen Lungenmikrobiom ausgerichtete Therapie zu besseren Ergebnissen führen?
Genau dieser Hypothese ist ein internationales Forschungsteam um Erstautor Barry J. Plant in der multizentrischen, randomisierten und kontrollierten CFMATTERS-Studie nachgegangen. Im August 2025 wurden die Ergebnisse im European Respiratory Journal veröffentlicht – und sie fielen anders aus als erwartet.
In der neuen Folge des Thieme-Podcasts „Study Snacks“ aus dem Fachbereich Pneumologie fasst Dipl.-Psych. Annika Simon die wichtigsten Erkenntnisse der Studie kompakt in wenigen Minuten zusammen: Welches Studiendesign wählten die Forschenden? Wie viele Patient*innen wurden eingeschlossen? Welche Endpunkte standen im Fokus – und welche überraschenden Befunde ergaben sich hinsichtlich Lungenfunktion, Therapiedauer und Lebensqualität?
Hören Sie rein und erfahren Sie, warum die Hinzunahme eines Mikrobiom-basierten Zusatzantibiotikums die klinischen Behandlungsergebnisse nicht wie erhofft verbessern konnte – und welche Konsequenzen sich daraus für die zukünftige Versorgung von Patient*innen mit zystischer Fibrose ableiten lassen.
Jetzt reinhören – Kompaktes Studienwissen für Ihren Praxisalltag!
Episoden-Skript
Study Snacks – Relevante Studien, kurz zusammengefasst.
Thema: Therapie akuter Exazerbationen bei Zystischer Fibrose
Die Originalstudie zu dieser Zusammenfassung wurde im August 2025 im Magazin „European Respiratory Journal“.“ veröffentlicht.
Die zystische Fibrose beschreibt eine genetische Stoffwechselerkrankung, die vor allem die Lunge betrifft. Da in diesem Kontext insbesondere die Häufigkeit und Schwere akuter pulmonaler Exazerbationen für den weiteren Krankheitsverlauf eine entscheidende Rolle spielen, haben sich Erstautor Plant und sein Forschungsteam nun mit dem Einfluss des individuellen Lungenmikrobioms für den Erfolg einer intravenösen Antibiotikatherapie befasst. Dabei stellten sie zuvor die Hypothese auf, dass eine Mikrobiom-basierte und personalisierte Antibiotikatherapie im Vergleich zur Standardbehandlung zu besseren Ergebnissen führen könnte und initiierten die multizentrische, zweiarmige, randomisierte und kontrollierte CFMATTERS-Studie. Die erwarteten Gruppenunterschiede ließen sich allerdings nach Auswertung der Studiendaten nicht belegen.
Die Studie fand im Zeitraum zwischen Januar 2015 und August 2017 in europäischen und nordamerikanischen Zentren statt. Die wichtigsten Einschlusskriterien waren eine diagnostizierte zystische Fibrose, das Vorliegen einer akuten pulmonalen Exazerbation mit Indikation zur intravenöse Antibiotikatherapie, sowie der Nachweis einer chronischen Kolonisation mit Pseudomonas aeruginosa. Geeignete Patient*innen erhielten dann entweder die Standardantibiotikatherapie in Kombination mit einem personalisierten Zusatzantibiotika auf Basis der Ergebnisse einer Analyse des Sputummikrobioms und von Resistenzprofilen oder, in der Kontrollgruppe, die Standardantibiotikatherapie allein. Als primären Endpunkt definierte die Forschungsgruppe die Veränderung des prozentualen Sollwerts des forcierten Einsekundenvolumens – abgekürzt mit ppFEV1 – 14 Tage nach Therapiebeginn. Sekundäre Endpunkte waren u.a. das ppFEV1 3 Monate nach Therapiebeginn, die Zeit bis zur nächsten Exazerbation sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität.
Insgesamt nahmen 223 Patient*innen an der Studie teil, 111 in der Kontroll- und 112 in der Interventionsgruppe mit Mikrobiom-gesteuerter Therapie. Sie waren im Mittel 29 Jahre alt mit einem Frauenanteil von 50%. 149 Teilnehmende erlitten eine Exazerbation, davon 66 in der Interventionsgruppe. Mit Blick auf den primären Endpunkt ergaben sich keine Gruppenunterschiede hinsichtlich des ppFEV1 am 14. Studientag. Darüber hinaus konnte die Forschungsgruppe auch für die meisten sekundären Endpunkte keinerlei Gruppendifferenzen feststellen. Patient*innen der Interventionsgruppe wiesen allerdings tendenziell mehr Tage mit intravenöser Therapie auf und entwickelten häufiger Exazerbationen im Folgejahr. Schließlich registrierten die Autor*innen für Teilnehmende der Interventionsgruppe schlechtere Werte bezüglich der krankheitsbezogenen Lebensqualität. Die Autor*innen konnten folglich ihre Hypothese nicht bestätigen. Die Hinzunahme eines weiteren Antibiotikums auf Grundlage der Ergebnisse einer Analyse des Sputummikrobioms führte somit nicht zu einer messbaren Verbesserung der klinischen Behandlungsergebnisse.
„Study Snacks“ sind eine Produktion der Georg Thieme Verlag KG.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Diese Podcast-Beschreibung wurde mit Unterstützung einer KI erstellt und nach sorgfältiger redaktioneller Prüfung veröffentlicht.
In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].