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Mikrobiom-Forschung

Kaffee als Mikrobiom-Booster: Studie belegt Effekt auf Darmbakterien

|von Daniela Lukaßen-Held

Kaffee gilt als verdauungsfördernd. Doch wirkt sich der Konsum auch positiv auf das Darmmikrobiom aus? Eine aktuelle experimentelle Studie zeigt, dass regelmäßiger Kaffeekonsum die Zusammensetzung spezifischer Darmbakterien verändert und positiv auf die Darm-Hirn-Achse wirkt.

Tasse Cappuccino mit Milchschaum in Herzform
Regelmäßiger Kaffeekonsum verändert nachweislich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms und beeinflusst die Darm-Hirn-Achse. (© Sarote/stock.adobe.com)

Kaffee und Mikrobiom: Was die Darm-Hirn-Achse beeinflusst

Kaffee gehört neben Wasser zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. 163 Liter wurden hierzulande nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes pro Kopf im Jahr 2024 getrunken. Schon häufig wurde dem Kaffee eine gesundheitsfördernde Wirkung bescheinigt. So soll er Leberschäden entgegenwirken, das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen senken und uns gesund altern lassen.

Studiendesign: Drei Phasen rund um Kognition, Stress und Mikrobiom

Kurzum: Kaffee kann mehr als ein Wachmacher am Morgen sein. Doch was steckt dahinter? Und was hat das Ganze mit der Darm-Hirn-Achse zu tun? Sehr viel, wie eine aktuelle Studie zeigt, die den Einfluss von Kaffee auf eben diese Verbindung zwischen dem Verdauungstrakt und dem Gehirn nun in den Fokus gestellt hat. Diese Studie setzte sich aus drei Phasen zusammen. Jeweils untersucht wurden:

  • die kognitiven Fähigkeiten
  • der Stress
  • die körperliche Gesundheit
  • die Stimmung
  • die Immunfunktion
  • das Darmmikrobiom
  • die Nahrungsaufnahme
  • die Metabolitenzusammensetzung

Einbezogen in diese experimentelle Studie wurden 31 Kaffeetrinker und 31 Nicht-Kaffeetrinker zwischen 30 und 50 Jahren. Nicht-Kaffeetrinker waren die Personen, die niemals Kaffee tranken, Kaffeetrinker konsumierten drei bis fünf Tassen pro Tag.

Kaffeetrinker zeigen veränderte Bakterienprofile im Darm

Zunächst unterzogen sich die Teilnehmenden einer körperlichen Untersuchung und es erfolgten Probennahmen. Per Fragebogen machten die Teilnehmenden Angaben zu Stimmung und Verhalten und sie führten kognitive Aufgaben durch.

Auf Basis dieses Erstbesuchs erfolgte ein Querschnittsvergleich zwischen Nicht-Kaffeetrinkern und Kaffeetrinkern. Danach wurde die Studie lediglich mit den Kaffeetrinkern weitergeführt. 14 Tage lang verzichteten sie dann auf Kaffee, aber auch auf andere koffeinhaltige Getränke und dunkle Schokolade. Im Anschluss erfolgte noch einmal eine körperliche Untersuchung samt Probennahme, Beantwortung von Fragebögen und kognitiven Tests. In einer weiteren 21-tägigen Phase führten die Teilnehmenden den Kaffee dann wieder ein – mit täglich vier Beuteln eines bereitgestellten Instantkaffees. Dazu wurden sie der Gruppe mit koffeinhaltigem Kaffee oder entkoffeiniertem Kaffee zugeordnet. Anderer Kaffee oder koffeinhaltige Getränke waren währenddessen nicht erlaubt.

Eggerthella, Cryptobacterium & Co.: Kaffee fördert spezifische Darmbakterien

Doch was konnten die Wissenschaftler mit Blick auf die Darmflora feststellen? Eine Erkenntnis: Bei Kaffeetrinkern ließ sich eine höhere Konzentration bestimmter Bakterien feststellen, so Eggerthella sp., Bakterien, von denen man vermutet, dass sie einen Beitrag zur Magen- und Darmsäuresekretion leisten, und Cryptobacterium curtum, die wahrscheinlich an der Gallensäuresynthese beteiligt sind. Auch Firmicutes CAG:94 fand sich bei Kaffeekonsumenten in höherer Konzentration – dieses ist mit positiven Emotionen bei Frauen assoziiert.

In der Phase, in der die Teilnehmenden auf Kaffee verzichteten, verringerte sich die Anzahl drastisch, bis die Teilnehmenden wieder Kaffee tranken. Insgesamt – so die Erkenntnis der Wissenschaftler – wirke sich Kaffee positiv auf die Darm-Hirn-Achse aus. Und damit auf jene Verbindung zwischen Verdauungstrakt und Gehirn. Wer also Kaffee trinkt, fühlt sich wohler – da schmeckt der Kaffee am Morgen gleich noch einmal besser.

Fazit

Regelmäßiger Kaffeekonsum geht mit einer messbar veränderten Zusammensetzung des Darmmikrobioms einher und kann über die Darm-Hirn-Achse Stimmung und Wohlbefinden positiv beeinflussen. Für die Praxis bedeutet das: Moderater Kaffeegenuss von drei bis fünf Tassen täglich lässt sich – über bekannte kardiovaskuläre und hepatische Effekte hinaus – auch unter mikrobiologischen Gesichtspunkten als unbedenklich bis vorteilhaft einordnen. Größere kontrollierte Studien sind nötig, um die langfristige klinische Relevanz zu sichern.


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