Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Ischämischer Schlaganfall: Reperfusionsangepasste Blutdrucksenkung nach Thrombektomie verbessert Outcome
Ein Zielwert für alle hat ausgedient

Ischämischer Schlaganfall: Reperfusionsangepasste Blutdrucksenkung nach Thrombektomie verbessert Outcome

|von Simone Ritter

Nach erfolgreicher endovaskulärer Thrombektomie erreicht rund die Hälfte der Betroffenen trotz angiografisch gelungener Reperfusion kein zufriedenstellendes funktionelles Ergebnis. Bisherige Studien zur intensivierten Blutdrucksenkung enttäuschten – oder schadeten sogar. Ein neuer Ansatz differenziert die systolischen Zielwerte nach dem tatsächlichen Reperfusionsgrad und liefert erstmals positive Ergebnisse: mehr funktionell unabhängige Patienten nach 90 Tagen, weniger hämorrhagische Transformationen – ohne Zunahme schwerer Ereignisse.

Eine Person misst ihren Blutdruck mit einem elektronischen Handgelenk-Blutdruckmessgerät.
Blutdruckmonitoring nach Thrombektomie – individualisierte Zielwerte je nach Reperfusionsgrad können das funktionelle Outcome beim ischämischen Schlaganfall verbessern. (© forma82/stock.adobe.com)

Erhöhte systolische Blutdruckwerte nach mechanischer Thrombektomie sind mit hämorrhagischer Transformation, schlechterem funktionellem Verlauf und höherer Mortalität assoziiert. Sechs randomisierte Studien zur intensivierten Blutdrucksenkung blieben jedoch neutral oder zeigten Schaden – vermutlich, weil einheitliche Zielwerte die individuelle Kollateralsituation ignorieren. Die spanische HOPE-Studie prüfte daher einen an den Reperfusionsstatus angepassten Ansatz.

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