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Gefäßerkrankungen beeinflussen Diagnose‑ und Therapiewege weit über die Angiologie hinaus. Der Themenbereich "Angiologie" greift diese Schnittstellen auf und stellt medizinische Inhalte bereit, die vaskuläre Fragestellungen in einen klinisch relevanten Zusammenhang einordnen.

Im Mittelpunkt stehen fundierte Einschätzungen aktueller Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Patientenversorgung. Diese Seite bietet eine verlässliche Orientierung, um Gefäßpathologien sicher zu bewerten und therapeutische Entscheidungen auf aktueller Evidenz zu treffen.

Neuste Artikel

Wo Ultraschall in der Früherkennung sinnvoll ist

Fettleber und Gefäßveränderungen: Ultraschall in der Früherkennung nutzen

Fettleber, Gefäßveränderungen und kleine Tumoren bleiben oft lange unbemerkt und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes und Krebs deutlich. Die Sonografie könnte solche Auffälligkeiten strahlenfrei und früh sichtbar machen, wird in der gesetzlichen Vorsorge aber kaum eingesetzt. Die DEGUM fordert mehr Qualitätssicherung und einen breiteren Stellenwert der Ultraschalldiagnostik.
Herz-Kreislaufsystem
Neuer Gefäßschutz

Herzinfarkt-Schutz durch körpereigenen Botenstoff S1P entdeckt

Ein neuer Therapieansatz gegen Schlaganfall und Herzinfarkt zeichnet sich ab. Forschende der Universität Düsseldorf zeigen, dass der körpereigene Botenstoff S1P direkt in den Blutgefäßen einen Schutzmechanismus gegen Thrombosen aktiviert – und das ohne das gefürchtete Blutungsrisiko klassischer Antikoagulanzien. Für Risikopatienten könnte sich damit eine völlig neue Perspektive öffnen.
Holzwaage mit Würfeln
Sechs Prozentpunkte mehr Selbstständigkeit

Bessere Erholung, mehr Blutungen? Tirofiban nach Thrombektomie im Nutzen-Risiko-Check

Trotz technisch erfolgreicher endovaskulärer Thrombektomie erreicht nur rund die Hälfte der Betroffenen mit akutem ischämischem Schlaganfall eine funktionelle Unabhängigkeit. Die multizentrische Phase-III-Studie ATTRACTION prüfte, ob der Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonist Tirofiban als Adjuvans nach erfolgreicher Reperfusion die Prognose verbessert. Nach 90 Tagen waren unter Tirofiban 49% der Patienten funktionell unabhängig, unter Placebo 43% – bei numerisch, aber nicht signifikant erhöhtem Blutungsrisiko.
Medizinische Illustration eines Herzens neben einem Längsschnitt durch eine Arterie mit Cholesterinablagerungen und verengtem Gefäßlumen
Prävention ja, Lebensverlängerung fraglich

Statine schützen Herz und Gefäße in der Primärprävention auch bei Betagten

Über 2 Jahrzehnte nach PROSPER liefert eine große Primärpräventionsstudie belastbare Daten für Menschen ab 70 Jahren ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung, Diabetes oder Demenz: Atorvastatin senkte die Rate an schweren kardiovaskulären Ereignissen um relative 30% – auch bei den Hochbetagten und unabhängig vom LDL-Ausgangswert. Einen Gewinn beim behinderungsfreien Überleben gab es zwar nicht. Dafür bestätigt die Studie die gute Verträglichkeit von Statinen auch im höheren Lebensalter.
Blutplättchen
DAPT über 12 Monate hinaus – ein Plus?

Verlängerte duale Plättchenhemmung senkt ischämisches Risiko bei Mehrgefäß-KHK

Bei Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung ist nach Implantation eines medikamentenfreisetzenden Stents eine 12-monatige duale Plättchenhemmung Standard. Ob eine Fortführung darüber hinaus zusätzlichen Schutz bietet, war lange unklar. Eine große chinesische Studie liefert nun belastbare Daten: Wer nach einem Jahr ereignisfrei bleibt und die Kombination aus Clopidogrel und Azetylsalizylsäure für weitere 12 Monate fortsetzt, profitiert klinisch – ohne relevantes Blutungsrisiko.
Senioren in einem Altenheim mit Rollator im Vordergrund
DGG-Positionspapier 2026

Gefäßmedizin im Alter: DGG fordert vor Jahrestagung strukturierte Geriatrie-Kooperation

Pünktlich zur 42. DGG-Jahrestagung in Frankfurt fordert ein neues Positionspapier eine engere Kooperation von Gefäßchirurgie, Angiologie und Geriatrie. Frailty, Multimorbidität und funktioneller Status sollen künftig systematisch in die Therapieentscheidung einfließen – um Komplikationen bei pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)- und Carotis-Eingriffen zu reduzieren.
Koronardiagnostik auf dem Prüfstand

Intermediäre Koronarstenosen: Bildgestützte FFR hält mit Druckdraht mit

Die druckdrahtbasierte fraktionelle Flussreserve gilt als Referenz zur funktionellen Bewertung intermediärer Koronarstenosen – wird im klinischen Alltag aber nur zurückhaltend eingesetzt. Eine rein aus Angiografiebildern berechnete FFR könnte den Eingriff vereinfachen. Ob dieser bilddatenbasierte Ansatz auch klinisch mithalten kann, prüfte jetzt eine internationale Nichtunterlegenheitsstudie an knapp 2.000 Patienten im Herzkatheterlabor – mit klarem Ergebnis nach 12 Monaten.
Blutgerinnsel Thrombus im Gefäß
Psychiatrische Zwangsmaßnahme als unterschätzter VTE-Trigger

Venöse Thromboembolie nach psychiatrischer Fixierung: 4-fach erhöhte Inzidenz in den ersten 14 Tagen

Immobilisation ist für Angiologen ein vertrauter Risikofaktor – doch eine besondere Form gerät bislang selten in den Fokus: die mechanische Fixierung in psychiatrischen Kliniken. Eine dänische Registeranalyse mit über 24.000 Betroffenen quantifiziert erstmals robust den thromboembolischen Preis dieser Zwangsmaßnahme. Innerhalb von 30 Tagen verdoppelt sich das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) gegenüber chemischer Sedierung, im Selbstkontrollansatz steigt die Inzidenz sogar auf das 4-Fache. Für die konsiliarische Betreuung dieser vulnerablen Patientengruppe ergeben sich klare Implikationen.
Eine Person misst ihren Blutdruck mit einem elektronischen Handgelenk-Blutdruckmessgerät.
Ein Zielwert für alle hat ausgedient

Ischämischer Schlaganfall: Reperfusionsangepasste Blutdrucksenkung nach Thrombektomie verbessert Outcome

Nach erfolgreicher endovaskulärer Thrombektomie erreicht rund die Hälfte der Betroffenen trotz angiografisch gelungener Reperfusion kein zufriedenstellendes funktionelles Ergebnis. Bisherige Studien zur intensivierten Blutdrucksenkung enttäuschten – oder schadeten sogar. Ein neuer Ansatz differenziert die systolischen Zielwerte nach dem tatsächlichen Reperfusionsgrad und liefert erstmals positive Ergebnisse: mehr funktionell unabhängige Patienten nach 90 Tagen, weniger hämorrhagische Transformationen – ohne Zunahme schwerer Ereignisse.
weiße Kapseln und Tabletten
Erhöhtes Rezidivrisiko in großer Kohortenstudie

Kalziumsupplemente bei kardiovaskulärer Vorerkrankung – riskant vor allem ohne Vitamin D

Kalziumpräparate gelten als harmlose Unterstützung der Knochengesundheit – doch bei Patientinnen und Patienten mit bereits manifester kardiovaskulärer Erkrankung könnte die Rechnung anders aussehen. Eine populationsbasierte Kohortenstudie aus Hongkong mit über 35.000 gematchten Personen liefert nun deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für erneute kardiovaskuläre Ereignisse. Besonders auffällig: Männer und Anwender einer reinen Kalzium-Monotherapie ohne Vitamin D trifft es stärker. Die Ergebnisse werfen Fragen zur Verordnungspraxis in einer besonders vulnerablen Patientengruppe auf.
Arzt nimmt Spritze aus Schublade
Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Lipoprotein(a): Warum der unterschätzte Blutwert das Herzinfarkt-Risiko verrät

Ein erhöhter Lipoprotein(a)-Wert steigert das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und pAVK erheblich – und bleibt dennoch oft unerkannt. Rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Zwei Experten erklären, warum eine einmalige Blutuntersuchung genügt und was aus einem auffälligen Befund folgt.
Amputationsraten senken, Extremitäten erhalten

GLP-1-Rezeptoragonisten senken Amputations- und Sterberisiko bei Typ-2-Diabetes mit pAVK

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und peripherer arterieller Verschlusskrankheit waren GLP-1-Rezeptoragonisten im 5-Jahres-Verlauf mit einer signifikant niedrigeren Mortalität, weniger Major- und Minor-Amputationen sowie selteneren Revaskularisationen und Hospitalisierungen assoziiert als eine Metformintherapie. Besonders ausgeprägt fiel der Nutzen bei Betroffenen mit chronisch extremitätenbedrohender Ischämie und Adipositas aus – ein Argument für den frühen Einsatz dieser Substanzklasse in der diabetologischen Versorgung.