Startseite Alle Beiträge Innere Medizin Venöse Thromboembolie nach psychiatrischer Fixierung: 4-fach erhöhte Inzidenz in den ersten 14 Tagen
Psychiatrische Zwangsmaßnahme als unterschätzter VTE-Trigger

Venöse Thromboembolie nach psychiatrischer Fixierung: 4-fach erhöhte Inzidenz in den ersten 14 Tagen

|von Simone Ritter

Immobilisation ist für Angiologen ein vertrauter Risikofaktor – doch eine besondere Form gerät bislang selten in den Fokus: die mechanische Fixierung in psychiatrischen Kliniken. Eine dänische Registeranalyse mit über 24.000 Betroffenen quantifiziert erstmals robust den thromboembolischen Preis dieser Zwangsmaßnahme. Innerhalb von 30 Tagen verdoppelt sich das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) gegenüber chemischer Sedierung, im Selbstkontrollansatz steigt die Inzidenz sogar auf das 4-Fache. Für die konsiliarische Betreuung dieser vulnerablen Patientengruppe ergeben sich klare Implikationen.

Blutgerinnsel Thrombus im Gefäß
Nach mechanischer Fixierung in der Psychiatrie steigt das VTE-Risiko in den ersten 14 Tagen auf das Vierfache. (© SciePro/stock.adobe.com)

Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen weisen ein per se erhöhtes VTE-Risiko auf – bedingt durch metabolische Komorbiditäten, Nikotinabusus, körperliche Inaktivität und antipsychotische Medikation, deren prothrombogenes Potenzial angiologisch gut belegt ist. Die zusätzliche Rolle mechanischer Fixierung als akuter Trigger einer venösen Thromboembolie war bislang wegen kleiner Fallserien und fehlender adäquater Komparatoren unklar. Ein Team um Jakob Hansen Viuff aus Aarhus liefert nun belastbare Zahlen aus dänischen Registern.

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