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Bessere Erholung, mehr Blutungen? Tirofiban nach Thrombektomie im Nutzen-Risiko-Check

|von Simone Ritter

Trotz technisch erfolgreicher endovaskulärer Thrombektomie erreicht nur rund die Hälfte der Betroffenen mit akutem ischämischem Schlaganfall eine funktionelle Unabhängigkeit. Die multizentrische Phase-III-Studie ATTRACTION prüfte, ob der Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonist Tirofiban als Adjuvans nach erfolgreicher Reperfusion die Prognose verbessert. Nach 90 Tagen waren unter Tirofiban 49% der Patienten funktionell unabhängig, unter Placebo 43% – bei numerisch, aber nicht signifikant erhöhtem Blutungsrisiko.

Holzwaage mit Würfeln
Nutzen-Risiko-Abwägung nach Thrombektomie: Rechtfertigt der Gewinn an funktioneller Unabhängigkeit unter adjuvantem Tirofiban das numerisch erhöhte Risiko symptomatischer intrakranieller Blutungen? (© Cagkan/stock.adobe.com)

Die endovaskuläre Thrombektomie hat die Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls durch Verschlüsse großer Hirnarterien der vorderen Zirkulation grundlegend verändert. Trotz technisch erfolgreicher Rekanalisation erreicht jedoch nur etwa die Hälfte der behandelten Patienten nach 90 Tagen eine funktionelle Unabhängigkeit. Als eine mögliche Ursache dieser „futile recanalisation“ gilt die Bildung von Mikrothromben in der distalen Strombahn nach Wiedereröffnung des Zielgefäßes – ein Prozess, in den aktivierte Thrombozyten wesentlich eingebunden sind. Der Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonist Tirofiban blockiert die Thrombozytenaggregation an einer späten Schlüsselstelle und rückte damit als adjuvante Option nach Thrombektomie in den Fokus. Die Datenlage zu Nutzen und Blutungsrisiko blieb bislang jedoch uneinheitlich.

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