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Streit um AU-Reform

Krankschreibung: Linke laufen Sturm gegen Ende der Telefon-AU

|von dpa

Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag fordert die Landesregierung auf, den Bundesplänen zur Abschaffung der telefonischen AU und zur Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag nicht zuzustimmen. Fraktionschefin Susanne Schaper warnt vor überfüllten Praxen, steigender Ansteckungsgefahr und einem Generalverdacht gegen Beschäftigte.

Mehrere Formulare zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegen neben einem Blister mit Tabletten auf einem Tisch.
Krankschreibung im Wandel: Die Bundesregierung will die telefonische AU abschaffen und eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einführen – Ärzteverbände und die sächsische Linke warnen vor überfüllten Praxen. (© Sina Schuldt/dpa)

Telefonische Krankschreibung vor dem Aus: Linke fordert Widerstand aus Sachsen

Die Linken im Sächsischen Landtag machen gegen Pläne der Bundesregierung zur Krankschreibung mobil. Der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene hatte beschlossen, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Zudem soll es zur Pflicht werden, bereits am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Die Linksfraktion fordert die sächsische Regierung in einem Antrag an den Landtag nun auf, diesen Plänen auf Bundesebene nicht zuzustimmen.

«Wer sich krank fühlt, muss sich bald um einen Arzttermin kümmern und den mitunter langen Weg zur Praxis auf sich nehmen, statt auszuruhen. Das kann Erkrankungen verschlimmern oder die Genesung verzögern», erklärte Fraktionschefin Susanne Schaper, von Beruf Krankenschwester. Das gelte vor allem bei Fieber, Migräne oder Magen-Darm-Infekten. Sie warf der Bundesregierung vor, Millionen Beschäftigte unter Generalverdacht zu stellen.

Volle Wartezimmer und höhere Ansteckungsgefahr befürchtet

«Ich mag noch gar nicht an die nächste Erkältungssaison denken. Auch der Druck auf Notfallaufnahmen und Bereitschaftsdienste dürfte weiter zunehmen.

Außerdem steigt die Ansteckungsgefahr im Wartezimmer, wenn die Regierung vermeidbare Kontakte erzwingt», argumentierte Schaper.

Manche Beschäftigte würden auch krank zur Arbeit erscheinen, wo sie weitere Menschen anstecken und so den Krankenstand erhöhen können.

Ärztliche Verbände laufen Sturm gegen AU-Pflicht ab Tag eins

Schaper führte zahlreiche kritische Stellungnahmen der ärztlichen Verbände an. Sie liefen zu Recht Sturm gegen die Pläne. «Es grenzt zudem an Irrsinn, abertausende Menschen zusätzlich in die Praxen zu jagen für das reine Ausfüllen von Zetteln. Wer hustet, eine Magen-Darm-Infektion hat, gehört ins Bett – und nicht in die übervolle Praxis», zitierte sie etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung.


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