In der täglichen Praxis erreichen nicht alle Patienten die empfohlene Erhaltungsdosis von Semaglutid oder Tirzepatid. Doch reicht das für einen therapeutischen Effekt? Ein messbarer Gewichtsverlust scheint selbst ohne Dosiseskalation möglich zu sein, insbesondere unter Tirzepatid. Die aus Studien bekannten kardiorenalen Vorteile bleiben jedoch aus. Zudem deutet sich unter niedrig dosiertem Tirzepatid ein mögliches renales Warnsignal an.
Reicht wenig Inkretintherapie für einen messbaren Gewichtsverlust und kardiometabolische Benefits?
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GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und der duale GIP/GLP-1-Agonist Tirzepatid haben die Therapie von Typ-2-Diabetes und Adipositas in den letzten Jahren grundlegend verändert (GLP-1: glucagon-like peptide 1; GIP: glukoseabhängige insulinotrope Peptid). In der klinischen Praxis folgt die Dosisanpassung einem schrittweisen Schema: Beide Substanzen werden in einer niedrigen Startdosis initiiert und in mehrwöchigen Intervallen gesteigert, um die Verträglichkeit zu verbessern und gastrointestinale Nebenwirkungen zu minimieren.
In der Versorgungsrealität bleibt jedoch ein relevanter Anteil der Patienten dauerhaft auf der niedrigsten Startdosis – sei es aufgrund unzureichender Verträglichkeit, hoher Kosten, eingeschränkter Verfügbarkeit oder individueller Therapieziele. Aus ähnlichen Überlegungen heraus wächst parallel das Interesse an einem sogenannten Microdosing der Inkretinanaloga als bewusste Strategie zur personalisierten Titration. Beiden Phänomenen gemeinsam ist die Frage, ob und in welchem Ausmaß klinisch relevante Effekte auf Gewicht und Stoffwechsel auch unterhalb der empfohlenen Erhaltungsdosis eintreten – belastbare Daten aus dem Versorgungsalltag fehlten bislang.
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