Das duktale Pankreas-Adenokarzinom zählt zu den aggressivsten Tumorerkrankungen. Forschende setzen nun genau dort an, wo die Krebszellen besonders verwundbar sind: bei ihrem ausgeprägten Replikationsstress. Der PCNA-Hemmer AOH1996 verstärkt DNA-Konflikte gezielt und bringt Tumorzellen zum Absterben. Präklinische Daten sowie erste klinische Erfahrungen deuten auf ein vielversprechendes Potenzial bei chemotherapierefraktären Tumoren hin.
Neue Therapiestrategie beim duktalen Pankreas-Adenokarzinom
Das duktale Adenokarzinom des Pankreas zeichnet sich durch eine hohe Genominstabilität aus. Onkogeninduzierte Konflikte zwischen DNA-Transkription und -Replikation sind hierfür ursächlich. Für eine störungsfreie DNA-Replikation und -Reparatur benötigen die Tumorzellen das sogenannte Proliferating Cell Nuclear Antigen (PCNA), ein Ringklemmenprotein, das die Prozessivität der Replikationsenzyme erhöht. Hier bietet sich ein Therapieansatzpunkt.
AOH1996 zielt auf die Schwachstelle der Krebszellen
Der PCNA-Hemmer AOH1996 – entwickelt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Beckman Research Institute of City of Hope in Duarte (Kalifornien; USA) – macht sich den transkriptionsabhängigen Replikationsstress von duktalen Pankreas-Adenokarzinomen zunutze. Nun unterzogen die Forschenden das Small Molecule einer Reihe präklinischer Untersuchungen, mit deren Hilfe sie seine Wirkmechanismen, Onkogen-Abhängigkeit, Subtypspezifität und Effektivität prüften. Zelllinien, Organoide und Mäuse bildeten dabei die Forschungsgrundlage. Zusätzlich behandelten sie erstmals 2 Patienten mit AOH1996.
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