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Psychische Gesundheit

Mutterschaft: Sinnzuwachs trotz Einbußen im Partnerglück

|von Daniela Lukaßen-Held

Mutterschaft verändert das psychische Wohlbefinden tiefgreifend: Während die Geburt des ersten Kindes das Sinnempfinden und positive Gefühle stärkt, sinken Lebens- und Partnerschaftszufriedenheit häufig spürbar. Neue Daten zeigen zudem, wie Schlafqualität und kindliches Schreiverhalten das Erleben junger Mütter maßgeblich prägen.

Familie als Papierschnitt in Händen
Erstgeburt steigert Sinnempfinden, während Lebens- und Partnerschaftszufriedenheit vorübergehend abnehmen (© Philip Steury/stock.adobe.com).

Die Geburt eines Kindes gehört für viele Menschen zu den prägendsten Ereignissen im Leben. Und das geht auch mit Veränderungen im psychischen Wohlbefinden einer Frau einher.

Welche das genau sind und wie sich das Wohlbefinden im Übergang von der Schwangerschaft bis nach der Geburt verändert, haben Wissenschaftler der Universitäten Greifswald und Tilburg nun untersucht.

Mehr Sinn, aber weniger Zufriedenheit nach der Geburt

Eine wichtige Erkenntnis: Auf der einen Seite hebt die Geburt des ersten Kindes die Stimmung und verstärkt das Gefühl der Sinnhaftigkeit des Lebens. Auf der anderen Seite gehen sowohl die Lebenszufriedenheit als auch das Partnerschaftsglück zurück.

Die Wissenschaftler bezogen in ihre Untersuchungen 161 niederländische Frauen ein. Sie waren zwischen 22 und 42 Jahre alt und wurden zum ersten Mal Mutter. Zehn Monate lang machten die Teilnehmerinnen in drei Messphasen Angaben zu:

Schlaf und kindliches Schreien als entscheidende Einflussfaktoren

Von den letzten Wochen der Schwangerschaft bis sechs Monate nach der Geburt konnten die Wissenschaftler einen Anstieg der positiven Gefühle sowie ein verstärktes Gefühl des Sinns im Lebens feststellen, zusammen mit einer Abnahme der Lebens- und Beziehungszufriedenheit, die zwischen der Schwangerschaft und zwei bis drei Monaten nach der Geburt auftrat. Später zeigten sich hier keine signifikanten Veränderungen. Im Fokus der Untersuchungen standen zudem verschiedene Alltagsfaktoren, So zeigte sich, dass Frauen, die besser schliefen, von mehr Zufriedenheit berichteten. Auch die Tatsache, ob das Kind nach der Geburt häufig weinte, nahm massiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Mütter. Je weniger das Kind weinte, desto zufriedener waren die Frauen.

Key Takeaways

  • Die Geburt eines Kindes erhöht das Gefühl der Sinnhaftigkeit, führt jedoch zu weniger Lebens- und Partnerschaftszufriedenheit.
  • Positives Empfinden steigt zunächst, während Lebens- und Beziehungszufriedenheit sinken, besonders in den ersten Monaten nach der Geburt.
  • Schlafqualität und das Schreien des Kindes beeinflussen das psychische Wohlbefinden der Mütter signifikant.

Quellen

Tran CB et al. J Pers Soc Psychol. 2026 Feb;130(2):373-398. doi: 10.1037/pspp0000573. Epub 2025 Sep 18. PMID: 40965931.

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