Helicobacter pylori und Antibiotikaresistenz: Forschende der TU München haben Metronidazol chemisch so modifiziert, dass es das Magenbakterium bis zu 60-fach effektiver eliminiert – auch resistente Stämme. Im Tiermodell gelang die vollständige Eradikation bei niedriger Dosis und geringerer Belastung des Darmmikrobioms.
Helicobacter pylori: Optimiertes Metronidazol wirkt 60-fach stärker
Weltweit sind rund 43 Prozent der Bevölkerung mit diesem Bakterium infiziert. Es kann chronische Magenschleimhautentzündungen verursachen, zu Magengeschwüren führen und gilt als zentraler Risikofaktor für Magenkrebs. Standardtherapien basieren vor allem auf dem Antibiotikum Metronidazol. Doch H. pylori wird zunehmend unempfindlich dagegen und entwickelt Resistenzen. Deshalb sind immer höhere hohe Dosierungen und Kombinationen mit weiteren Antibiotika nötig.
Neuer Wirkmechanismus: Metronidazol greift Schutzproteine direkt an
Das Team um Prof. Stephan A. Sieber vom Lehrstuhl für Organische Chemie II an der Technischen Universität München (TUM) School of Natural Sciences untersuchte die Wirkmechanismen des Antibiotikums nun im Detail. Dass Metronidazol im Bakterium „oxidativen Stress“ auslöst, also chemische Reaktionen, die Zellbestandteile schädigen, war bereits bekannt. Die Forschenden fanden aber neu heraus, dass Metronidazol zusätzlich zwei zentrale Schutzproteine von H. pylori direkt angreift: ein Enzym zur Entgiftung schädlicher Sauerstoffverbindungen und ein Protein, das beschädigte Eiweiße repariert.
Die Erstautorinnen der Studie, Dr. Michaela Fiedler und die Doktorandin Marianne Pandler, beide am Lehrstuhl für Organische Chemie II, erläutern:
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