Seit 2020 setzt Deutschland bei Frauen ab 35 Jahren auf die Kombination aus HPV-Test und Zytologie – mit Erfolg, wie die Ergebnisse einer bundesweiten Auswertung deutscher Krebsregisterdaten znun nahelegen: Die Zahl diagnostizierter Adenocarcinomata in situ ist seither deutlich gestiegen – mit einem jährlichen Zuwachs von 27,5% in der Zielgruppe. Gleichzeitig deuten die Daten auf einen Rückgang invasiver Adenokarzinome hin, einer Tumorform, bei der die konventionelle Zytologie an ihre Grenzen stieß.
Kombiniertes Zervix-Screening deckt deutlich mehr Adenokarzinom-Vorstufen auf
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Adenokarzinome machen etwa ein Fünftel aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen aus. Anders als bei den häufigeren Plattenepithelkarzinomen konnten ihre Erkrankungszahlen durch das zytologische Screening über viele Jahre kaum gesenkt werden – in vielen westlichen Ländern zeigte sich sogar ein leichter Anstieg der Inzidenz, insbesondere bei jüngeren Frauen. Als eine Ursache gilt, dass sich Vorstufen dieser Tumorform mit der alleinigen zytologischen Untersuchung schwieriger erkennen lassen als plattenepitheliale Läsionen.
Mit der Einführung des organisierten Früherkennungsprogramms 2020 erhalten Frauen ab 35 Jahren in Deutschland deshalb alle 3 Jahre ein Co-Testing: eine kombinierte Untersuchung aus einem HPV-Test und einer zytologischen Untersuchung (HPV: humanes Papillomavirus). Für Frauen unter 35 Jahren bleibt die jährliche zytologische Früherkennung Standard. Ziel ist es, Vorstufen frühzeitig zu erkennen und die Entstehung invasiver Tumoren zu verhindern.
Bundesweite Registerdaten von über 10.000 Patientinnen
Ein Team um PD Roxana Schwab, Mainz, hat gemeinsam mit den deutschen Krebsregistern erstmals bevölkerungsbezogen untersucht, wie sich die Einführung des kombinierten Screenings auf die Erkrankungshäufigkeit ausgewirkt hat. Ausgewertet wurden bundesweite Krebsregisterdaten von Patientinnen, bei denen zwischen 2016 und 2022 ein Adenocarcinoma in situ (ACIS) oder ein invasives Adenokarzinom der Zervix diagnostiziert worden war.
Insgesamt flossen Daten von 4.128 Frauen mit einem Adenokarzinom in situ (medianes Alter 40 Jahre) sowie 6.244 Frauen mit invasivem Adenokarzinom (medianes Alter 53 Jahre) in die Analyse ein. Die Registerdaten waren nahezu vollständig: Je nach Register wurden zwischen 80 und 100 % aller Fälle erfasst, im Median sogar mehr als 95 %. Trends der altersspezifischen und -standardisierten Inzidenzraten wurden für die Altersgruppen ≤ 34, 35–64 und ≥ 65 Jahre bewertet.
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