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Vom klinischen Alltag in die Forschung – und zurück

Musiktherapie stärkt Familien krebskranker Kinder

Das Forschungsprojekt INMUT untersucht, wie gemeinsame Musiktherapie Familien krebskranker Kinder entlasten und ihre Beziehung stärken kann. Erste Ergebnisse zeigen: Die Therapie lässt sich gut in den Klinikalltag integrieren, verbessert die Eltern‑Kind‑Interaktion und steigert das Wohlbefinden. Damit schließt INMUT eine zentrale Forschungslücke in der Kinderonkologie.

World of Music (Gemälde): Illustration mit farbenfrohen Musikinstrumenten wie Saxophon, Gitarre und Klaviertasten vor einem aquarellartigen Hintergrund
Forschungsprojekt INMUT: Eine gemeinsame Musiktherapie stärkt die Beziehung und das Wohlbefinden von Familien mit krebskranken Kindern nachhaltig. (© pronoia/stock.adobe.com)

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, betrifft das die ganze Familie. Eltern und Bezugspersonen stehen vor der Aufgabe, das Kind zu unterstützen, während sie selbst stark belastet sind. Hier setzt das Forschungsprojekt „Interaktionsfokussierte Musiktherapie mit krebserkrankten Kindern und wichtigen Bezugspersonen“ (INMUT) an. Es untersucht, ob und wie Musiktherapie Familien in dieser Ausnahmesituation unterstützen kann.

INMUT: Beobachten, Begleiten, Auswerten

Musiktherapie ist in der Kinderonkologie zwar zunehmend etabliert, empirische Studien, die systematisch die Eltern-Kind-Interaktion untersuchen, fehlten bisher. INMUT schließt diese Lücke. Das Projekt prüft, wie sich Beziehung, Kommunikation und emotionale Regulation verändern, wenn krebskranke Kinder und ihre Bezugspersonen Musiktherapie gemeinsam erleben. Die Forscher*innen beobachten und filmen das gemeinsame Musizieren und werten die Aufnahmen aus. Zusätzlich beantworten die Bezugspersonen und das Kind einen standardisierten Fragebogen zu Lebensqualität, Belastung und sozialem Erleben – zu Beginn der Studie, nach Abschluss der Musiktherapie und einige Monate später.

„Mit meiner Studie möchte ich Forschung und Versorgung enger miteinander verbinden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur veröffentlicht, sondern auch in den klinischen Alltag übertragen werden, wo sie spürbar wirken sollen“, sagt die Musiktherapeutin Constance Boyde, die die Studie durchführt. Dieses Zusammenwirken trage dazu bei, die Versorgungsqualität von Familien im kinderonkologischen Kontext nachhaltig zu verbessern.

Musik als Ressource für emotionale Stabilität

Zwischenergebnisse aus der laufenden Studie zeigen: Das musiktherapeutische Angebot lässt sich gut in den Klinikalltag integrieren und wird von Familien als leicht zugänglich und entlastend wahrgenommen. Die Qualität der Eltern-Kind-Interaktion verbessert sich spürbar und das Wohlbefinden der Familien steigt. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl Kinder als auch ihre Bezugspersonen emotional profitieren und ihre Interaktion nachhaltig gestärkt wird. 
 

Hintergrundinformationen zu IMUT

INMUT wird von der Musiktherapeutin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin Constance Boyde am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie III (unter der Leitung von Prof. Dr. Christina Hunger Schoppe) der Universität Witten/Herdecke  geleitet und in Kooperation mit den kinderonkologischen Zentren des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (Prof. Dr. Alfred Längler), des Klinikums Dortmund (Prof. Dr. Dominik Schneider) und der Vestischen Kinderklinik Datteln (Prof. Dr. Michael Paulussen) durchgeführt. Assessments und Interventionen finden sowohl in den kooperierenden Kliniken als auch ambulant im Nordoff-Robbins-Musiktherapiezentrum in Witten statt; Koordination und Auswertung liegen an der Universität Witten/Herdecke.


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