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Mentale Gesundheit

Der Themenbereich "Mentale Gesundheit" beleuchtet psychische und psychosomatische Aspekte, die in allen medizinischen Fachrichtungen relevant sind. Die Beiträge greifen aktuelle Entwicklungen und fachliche Einordnungen auf und bieten eine sachliche, ärztlich orientierte Grundlage für den Umgang mit diesem zunehmend bedeutenden Themenfeld.

Im Fokus steht die medizinische Perspektive auf psychische Belastungen, kognitive und emotionale Funktionen sowie deren Einfluss auf Krankheitsverläufe und Therapieentscheidungen.

Neuste Artikel

Älterer Mann sitzt nachdenklich am Fenster.
Lebenszufriedenheit im Alter

Nicht Kinderlosigkeit, sondern fehlende Nähe macht unglücklich

Kinderlosigkeit hinterlässt bei Männern im Alter oft tiefere Spuren als bei Frauen: Sie berichten häufiger von geringerer Lebenszufriedenheit, mehr negativen Gefühlen und größerer Einsamkeit. Entscheidend ist dabei nicht allein die Frage, ob jemand Kinder hat, sondern ob verlässliche emotionale Bindungen bestehen. Und übrigens: Eine belastete Beziehung zu den eigenen Kindern kann das Wohlbefinden stärker beeinträchtigen als Kinderlosigkeit selbst.
Frühe Therapie zahlt sich aus

Frühe Statintherapie bei Typ-2-Diabetes senkt Demenzrisiko

Bei Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes war der frühe Beginn einer Statintherapie in einer landesweiten dänischen Kohortenstudie mit 132.585 statin-naiven Patienten mit einem um 15% geringeren relativen Demenzrisiko über 10 Jahre assoziiert – deutlich stärker ausgeprägt als bei verzögertem Therapiebeginn. Besonders vaskulär bedingte Demenzen wurden seltener beobachtet. Die auf dem ESC Congress 2026 vorgestellten Daten liefern ein weiteres Argument gegen die verbreitete Therapieträgheit beim LDL-Cholesterin-Management.
Ältere Frau sitzt mit gesenktem Kopf und gefalteten Händen auf einem dunklen Sofa.
Suizidprävention im höheren Lebensalter

Todeswünsche im Alter werden zu oft erklärt statt abgeklärt

Mehr als die Hälfte aller Suizidtoten in Deutschland ist 60 Jahre oder älter, doch Todeswünsche älterer Menschen werden im Versorgungsalltag noch zu häufig als nachvollziehbare Reaktion auf Krankheit oder Verlust eingeordnet. Die Arbeitsgruppe Suizidforschung der Universitätsmedizin Frankfurt benennt zum Welttag der Suizidprävention, was geriatrische, hausärztliche und pflegerische Teams jetzt brauchen. Die Botschaft ist klar: Nachfragen rettet Leben.
Stilisierte Silhouetten mehrerer Köpfe im Profil, übereinandergelegt in verschiedenen Farben, der vorderste Kopf ist mit bunten Puzzleteilen gefüllt
Hirnalterung neu gedacht

Brain Frailty: Warum manche Gehirne schneller altern als andere

Brain Frailty verändert den Blick auf das alternde Gehirn: Statt isolierter Befunde rücken Gefäßschäden, Mikroblutungen und neurodegenerative Veränderungen als Zusammenspiel in den Fokus. Moderne MRT-Verfahren machen dieses Gesamtbild heute so präzise sichtbar wie nie zuvor – und eröffnen damit neue Möglichkeiten für eine frühere Risikoerkennung, gezieltere Prävention und eine Versorgung, die älteren Menschen länger Selbstständigkeit erhält.
Schwarz-weiß Fotos aus einem Fotoalbum in den Händen einer alten Frau
Neue Erkenntnisse aus der Demenz-Forschung

Alzheimer – eine Frage der Hormone?

Wo geht es nochmal zum Supermarkt? Wo liegt der Hausschlüssel? Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Orientierungsschwierigkeiten und Wortfindungsschwierigkeiten. Was zunächst ganz harmlos klingt, kann ein erster Hinweis auf Alzheimer sein. Und während die Betroffenen ihren Alltag zu Beginn meist noch weitestgehend selbstständig meistern können, brauchen sie im weiteren Verlauf mehr und mehr Unterstützung.
Fischölkapseln und Sardinen als Omega-3-Quellen auf Holztisch
Auch viel DHA hilft nicht!

Fischöl gegen Alzheimer? Hochdosiertes DHA erreicht das Gehirn – ein kognitiver Nutzen bleibt aus

Fischölpräparate gelten bei älteren Menschen mit erhöhtem Alzheimerrisiko als beliebtes Mittel zur Vorbeugung – doch schützen sie tatsächlich vor kognitivem Abbau? Ein Forscherteam kommt jetzt zu einem ernüchternden Ergebnis: Hochdosiertes DHA (2 g/Tag) gelangt zwar nachweislich ins Gehirn – und das unabhängig von der genetischen Vorbelastung. Auf Gedächtnisleistung, Hirnstruktur oder kognitive Fähigkeiten hatte es über 2 Jahre hinweg jedoch keinerlei Auswirkung.
Blutdruckmessung
Herz-Hirn-Achse

Nicht Hypertonie, sondern Hypotonie – der unterschätzte Risikofaktor für Alzheimer

Der Zusammenhang zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und Morbus Alzheimer gilt als etabliert – doch welche kardiale Diagnose wiegt am schwersten? Eine Auswertung zweier großer Biobanken mit fast 800.000 Teilnehmenden liefert überraschende Erkenntnisse. Nicht Hypertonie oder Myokardinfarkt, sondern die vergleichsweise wenig beachtete Hypotonie zeigt die stärkste und robusteste Assoziation mit der Alzheimer-Demenz.
Ältere Frau hält verzweifelt den Kopf, umgeben von symbolischen Gedankenwirren
Rehospitalisierungen ändern wenig

Postoperatives Delir – Brandbeschleuniger für den kognitiven Abbau

Wer nach einer Operation ein Delir durchmacht, baut geistig schneller ab – das ist bekannt. Bislang galt das Delir vielen aber eher als Warnsignal für ohnehin kranke, gebrechliche Patienten, deren kognitiver Abbau vor allem durch wiederholte Klinikaufenthalte vorangetrieben wird. Eine prospektive Kohortenstudie über 5 Jahre räumt mit dieser Annahme auf: Das Delir selbst hinterlässt offenbar dauerhafte Spuren im Gehirn – unabhängig davon, wie oft die Betroffenen anschließend wieder ins Krankenhaus müssen.
Rotes Warnschild mit Ausrufezeichen und Aufschrift „Hitzewelle" vor blauem Himmel.
Sicher durch die Hitze

CALOR-Liste: Praxishilfe für hitzesensible Medikationsanpassung

Hitzewellen werden häufiger – und viele Dauermedikamente erhöhen bei hohen Temperaturen das Risiko für Dehydratation, Elektrolytstörungen oder Nierenversagen. Die neue CALOR-Liste aus dem Projekt ADAPT-HEAT bündelt evidenzbasierte und konsentierte Hinweise zu 27 hitzerelevanten Wirkstoffklassen. Sie unterstützt Praxisteams dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Beratung zu strukturieren und Monitoring gezielt anzupassen – ohne die Grundtherapie zu gefährden.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und Kalender mit Vermerk „krank"
Krankenkassen-Analyse 2025

Krankschreibungen: Lange Ausfälle treiben GKV-Kosten

Die Debatte um nie Neuregelung der Krankschreibung geht weiter. Jetzt meldet sich mit der BKK eine Krankenkasse zu Wort: Nicht kurze Infekte, sondern langwierige psychische und muskuloskelettale Erkrankungen sind die eigentlichen Kostentreiber. Das Krankengeld ist mit 21,6 Milliarden Euro zu einer der größten Ausgabenpositionen geworden – mit deutlich steigender Tendenz.
Paar beugt sich einander zu, um sich zu küssen
Tag des Kusses

Küssen und Gesundheit: Wann Ärzte zum Kussverbot raten sollten

Ein zehnsekündiger Kuss tauscht rund 80 Millionen Bakterien aus, senkt Cortisol und setzt Dopamin frei. Doch bei Lippenherpes, Pfeifferschem Drüsenfieber oder akuten Infekten wird der Kuss zum Übertragungsweg – mit teils dramatischen Folgen für Neugeborene. Worauf Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten hinweisen sollten.
Thermometer vor gleißender Sonne
Risiko für Hirn und Nerven

Wenn das Thermometer steigt, leidet das Nervensystem

Hitzewellen erhöhen nachweislich das Risiko für Schlaganfälle und verschärfen Symptome bei anderen neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Multipler Sklerose und Demenz. Die DGN fordert hitzeresiliente Kliniken, Pflegeeinrichtungen und kühle Notunterkünfte. Neue Daten zeigen zudem, dass eine personalisierte Schlaganfall-Warn-App einen relevanten Teil hitzebedingter Todesfälle verhindern könnte.