Wer nach einer Operation ein Delir durchmacht, baut geistig schneller ab – das ist bekannt. Bislang galt das Delir vielen aber eher als Warnsignal für ohnehin kranke, gebrechliche Patienten, deren kognitiver Abbau vor allem durch wiederholte Klinikaufenthalte vorangetrieben wird. Eine prospektive Kohortenstudie über 5 Jahre räumt mit dieser Annahme auf: Das Delir selbst hinterlässt offenbar dauerhafte Spuren im Gehirn – unabhängig davon, wie oft die Betroffenen anschließend wieder ins Krankenhaus müssen.
Postoperatives Delir – Brandbeschleuniger für den kognitiven Abbau
Jetzt kostenlos registrieren bzw. einloggen und den gesamten Artikel freischalten.
Es ist eine der häufigsten und nicht wenig gefürchteten Komplikationen nach größeren Eingriffen im Alter: das postoperative Delir. Was nach Tagen meist klinisch abklingt, hinterlässt offenbar bleibende Spuren. Betroffene zeigen einen beschleunigten Langzeitabbau kognitiver Funktionen (long-term cognitive decline, LTCD), der dem Verlauf einer leichten kognitiven Störung gleicht. Metaanalysen weisen zudem auf ein etwa verdoppeltes Demenzrisiko nach einem Delirereignis hin.
Die entscheidende Frage blieb jedoch lange offen: Ist es tatsächlich das Delir, das dem Gehirn langfristig zusetzt – oder schlägt sich vielmehr die Tatsache nieder, dass Delirpatienten oft kränker, gebrechlicher und häufiger erneut hospitalisiert werden müssen? Eine aktuelle Auswertung der SAGES-Kohorte (Successful Aging After Elective Surgery) liefert nun Antworten – und differenziert zudem nach Art und Häufigkeit der Wiederaufnahmen mit oder ohne:
Artikel kostenlos freischalten und weiterlesen
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu exklusiven Artikeln auf Thieme Praxis. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos mit wenigen Klicks – oder nutzen Sie Ihren bestehenden Thieme Account.
Artikel kostenlos freischalten und weiterlesen
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu exklusiven Artikeln auf Thieme Praxis. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos mit wenigen Klicks – oder nutzen Sie Ihren bestehenden Thieme Account.