GLP-1-Rezeptoragonisten ermöglichen erhebliche Gewichtsverluste, doch bis zu 45% davon geht zulasten der Muskelmasse. Die Phase-II-Studie COURAGE zeigt nun einen möglichen Ausweg: Der Myostatin-Hemmer Trevogrumab reduzierte den Verlust fettfreier Masse unter Semaglutid nahezu um die Hälfte und verstärkte zugleich den Fettabbau. Besonders deutlich profitierten Patienten mit bereits bestehender Sarkopenie. Nach Absetzen des Inkretin-Mimetikums unterstützte der Antikörper zudem die vollständige Wiederherstellung der Muskelmasse bei gesicherter kardialer Sicherheit.
Trevogrumab bremst den Muskelschwund unter Semaglutid
Moderne Adipositastherapien mit Glukagon-like-Peptid-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) ermöglichen beeindruckende Gewichtsreduktionen. Doch wer abnimmt, verliert nicht nur Fett – auch Muskelmasse schwindet. Dieser Effekt ist kein Spezifikum der medikamentösen Therapie: Ob Diät, bariatrische Operation oder Pharmakotherapie – kalorische Restriktion geht stets mit einem Abbau fettfreier Körpermasse einher. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid stammen 15–45% des verlorenen Gewichts nicht aus Fettgewebe, sondern aus Skelettmuskulatur [1]. Das ist klinisch bedeutsam: Muskeln sind weit mehr als Bewegungsorgane – sie bestimmen Kraft, Ausdauer, den Energieverbrauch in Ruhe und die Blutzuckerregulation.
Take-Home-Message
Bis zu 45% des Gewichtsverlusts unter GLP-1-Rezeptoragonisten entfallen auf stoffwechselaktive Skelettmuskelmasse – ein kataboler Prozess, der Kraft, Ruheenergieverbrauch und metabolische Homöostase gefährdet.
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