Nach der Erkrankung einer ehemaligen Pflegeheim-Mitarbeiterin in Hohen Neuendorf hat das Gesundheitsamt Oberhavel mehr als 100 Kontaktpersonen mit Blutproben untersucht. Bewohner und Beschäftigte zeigen bislang keine typischen Symptome. Die Behörde koordiniert jetzt weitere Schritte gemeinsam mit der Einrichtung.
Nach Tuberkulose-Fall im Pflegeheim: Gesundheitsamt testet mehr als 100 Kontaktpersonen
Nach einem Tuberkulose-Fall bei einer ehemaligen Mitarbeiterin eines Pflegeheims in Hohen Neuendorf hat das Gesundheitsamt des Landkreises Oberhavel über 100 Menschen getestet. Es seien Blutproben entnommen worden, um festzustellen, ob Hinweise auf eine Infektion mit Tuberkulose-Erregern bestehen, hieß es von der Kreisverwaltung.
Frühe Diagnose soll weitere Infektionen verhindern
Die ehemalige Mitarbeiterin des Pflegeheims wird demnach derzeit stationär behandelt und war vorübergehend in der Einrichtung in Hohen Neuendorf beschäftigt. «Das Oberhaveler Gesundheitsamt koordiniert gemeinsam mit dem Pflegeheim die Untersuchung der dort ermittelten Kontaktpersonen», führte eine Sprecherin der Kreisverwaltung aus. Ziel sei es, mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls weitere erforderliche Maßnahmen einzuleiten. «Nach derzeitigem Kenntnisstand sind bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Beschäftigten keine tuberkulosetypischen Symptome bekannt.»
Tuberkulose, die meist die Lunge befällt, wird häufig von Mensch zu Mensch durch Einatmen von infektiösen Tröpfchen übertragen. Es kommt dabei aber auf Enge und Dauer des Kontakts an. Für eine Ansteckung ist ein längerer und enger Kontakt erforderlich. Ohne Behandlung stirbt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa die Hälfte der Infizierten. Mit einer 4–6-monatigen Behandlung können rund 85% der Menschen geheilt werden.