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Infektiologie

Infektionen verändern sich stetig – durch neue Erreger, Resistenzen und globale Dynamiken. Der Bereich "Infektiologie" greift diese Entwicklungen auf und beleuchtet infektiologische Fragestellungen dort, wo sie klinisch relevant werden: bei Diagnostik, Therapieentscheidung und Versorgungsstrategie.

Die Beiträge liefern medizinische Orientierung in einem Feld, das hohe Aufmerksamkeit und aktuelles Wissen erfordert. Sie schärfen den Blick für Zusammenhänge und unterstützen eine rationale, evidenzbasierte Behandlung im ärztlichen Alltag.

Neuste Artikel

Impfstoff-Ampullen mit Spritze
Infektionsrisiko messbar senken

DGRh konkretisiert Impf-Empfehlungen zu Zoster, HPV, Polio und Co.

Welche Impfungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind jenseits von Atemwegs- und Reiseimpfungen relevant? Und welche Besonderheiten bei Indikation, Schema und Sicherheit gelten? Mit diesen Fragen befasst sich ein aktuelles Positionspapier der DGRh. Die zentrale Botschaft: Impfungen Zoster, HPV, Polio und Co. sollen weder durch aktive Krankheitsphasen noch durch geplante Therapieeskalationen verzögert werden. Vor allem die Zoster-Impfung ab 18 Jahren, das erweiterte HPV-Schema und die konsequente Nutzung von Totimpfstoffen bieten konkrete Ansatzpunkte, das Infektionsrisiko dieser vulnerablen Patientengruppe im Alltag messbar zu senken.
Anthony Fauci erscheint im Kapitol vor dem Senatsausschuss für innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten.
Corona-Pandemie

US-Senatsausschuss will Fauci wegen Missachtung belangen

Anthony Fauci gerät erneut ins Visier des US-Senats: Ein Ausschuss stimmte für eine Resolution wegen Missachtung des Kongresses, nachdem der Immunologe bei einer Anhörung zur Corona-Pandemie von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht hatte. Nun soll das Justizministerium den Fall prüfen – Faucis Anwalt spricht von einem persönlichen Feldzug.
Tablette und Glas Wasser werden von einer Krankenschwester an einen Patienten gereicht
Nur noch 52 Dosen im Jahr

Wöchentliche HIV-Tablette ebenbürtig zur täglichen Standardtherapie

Eine wöchentlich einzunehmende orale Kombinationstherapie aus Islatravir und Lenacapavir hält die Viruslast bei HIV-1-Patienten ebenso zuverlässig unter der Nachweisgrenze wie die etablierte tägliche Dreifachkombination Bictegravir–Emtricitabin–Tenofoviralafenamid. Nach 48 Wochen erreichten 93,4 % der Patienten unter dem Wochenregime eine anhaltende virologische Suppression – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil und deutlich höherer Adhärenz. Die Phase-III-Studie ISLEND-1 eröffnet damit eine neue Perspektive gegen „pill fatigue“ in der lebenslangen HIV-Therapie.
KI-Avatar sitzt auf einem Smartphone-Display
Modernes Patientenmanagement

Mit dem Chatbot zur HPV-Impfung?

Bei der Rate der Jugendlichen, die gegen HPV geimpft werden, gibt es Luft nach oben. Können Chatbots Eltern erreichen und die Quote steigern?
Impfstoffampullen und Spritze auf einem gelben Impfpass – Symbolbild für die Hochdosis-Grippeimpfung bei Senioren.
Weniger Hospitalisierungen bei Senioren

Hochdosis-Grippeimpfstoff schützt Senioren besser vor Klinikeinweisungen

Der Hochdosis-Influenzaimpfstoff enthält die 4-fache Antigenmenge des Standardimpfstoffs – und hält, was er verspricht: Ältere Menschen müssen deutlich seltener wegen laborbestätigter Influenza, Pneumonie oder kardiorespiratorischer Komplikationen ins Krankenhaus. Die Gesamtsterblichkeit ändert sich dadurch allerdings nicht.
Ein Schild mit der Aufschrift „Baden auf eigene Gefahr“ steht am Ufer des Süßen Sees bei den See-Terrassen Seeburg
Frühe Bakterien-Saison

Früher Saisonstart bei Vibrionen-Infektionen – und schon zwei Todesfälle

Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee fordern 2026 bereits 2 Todesopfer: Das RKI registriert 17 Fälle und einen ungewöhnlich frühen Saisonstart. Betroffen sind vor allem ältere Menschen – bei Wassertemperaturen über 20 Grad vermehren sich die Bakterien in Oberflächengewässern rasant und werden zur unterschätzten Gefahr für Badegäste.
Hantavirus mit Nager im Hintergrund
Hantaviren – die unterschätzte neurologische Gefahr

Vom Nagerkot zur Hypophysenapoplexie – neurologische Facetten der Hantavirus-Infektion

Nach dem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Mai 2026 rücken Hantaviren erneut in den Fokus – mit einer Letalität von bis zu 50 % beim pulmonalen Syndrom und einem breiten neurologischen Symptomspektrum, das vom Kopfschmerz über Meningoenzephalitis bis zur Hypophysenapoplexie mit plötzlichem Visusverlust reicht. Ein aktueller Review in JAMA Neurology bündelt, was zu Erregerspektrum, Pathophysiologie und Management bekannt ist – und weshalb Neurologen bei jedem schweren Fieber mit renalem oder pulmonalem Versagen auch an ZNS-Komplikationen denken sollten.
Der Schriftzug "Hepatitis B" in einem Impfpass, aufgenommen am 09.06.2015 in Stuttgart
Welt-Hepatitis-Tag

Nachholbedarf bei Hepatitis B und C: WHO fordert mehr Tests, Impfungen und Therapien

Zum heutigen Welt-Hepatitis-Tag mahnt die WHO mehr Forschung, konsequente Tests und breiteren Zugang zu Therapien an. 287 Millionen Menschen leben weltweit mit einer chronischen Virushepatitis, die unbehandelt in Leberzirrhose oder Leberkrebs münden kann – doch nur ein Bruchteil der Betroffenen wird tatsächlich behandelt.
Eine Mücke der Gattung «Anopheles gambiae», ein bekannter Verbreiter der Malaria-Erkrankung, saugt Blut aus dem Arm eines Wissenschaftlers am Internationalen Institut für Insektenforschung (ICIPE).
Tropenkrankheit importiert

Flughafenmalaria in Frankfurt: Vier Mitarbeiter infiziert

Vier Beschäftigte des Frankfurter Flughafens haben sich mit dem tropischen Erreger infiziert – ein klassischer Fall von Flughafenmalaria: übertragen durch eine im Flugzeug eingeschleppte Anopheles-Mücke. Auch ohne Tropenreise muss Malaria also unter Umständen differenzialdiagnostisch bedacht werden – besonders bei Personen mit beruflicher Exposition in Fracht- und Gepäckabfertigung.
Zeichen für einen Rote Hand Brief
AkdÄ informiert

Rote-Hand-Brief zu Ixchiq: Chikungunya-Impfstoff nur noch bei hohem Infektionsrisiko

Der Chikungunya-Lebendimpfstoff darf laut EMA und Paul-Ehrlich-Institut nur noch bei Personen mit hohem Infektionsrisiko angewendet werden. Grund sind schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, darunter Fälle von aseptischer Meningitis mit Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Bei Immunsuppression besteht eine Kontraindikation.
Ein Arzt füllt einen Impfpass in einer kommunal organisierten Impfstelle aus.
Corona-Impfsaison startet schon im Spätsommer

Corona-Impfung: STIKO empfiehlt jährlichen Booster erst ab 75 Jahren

Die STIKO hat ihre Corona-Impfempfehlung grundlegend überarbeitet: Gesunde Erwachsene unter 75 Jahren brauchen künftig keinen jährlichen Booster mehr. Doch das ist nicht die einzige Neuerung: Die Risikogruppen, denen eine Impfung empfohlen wird, bleiben zwar weitgehend unverändert – neu ist jedoch der Zeitpunkt. Die STIKO rät, bereits im Spätsommer mit dem Impfen zu beginnen, um den optimalen Schutz zu Beginn der Coronawelle zu gewährleisten. Sie können also bald starten und Ihre Patienten gezielt ansprechen, um die Impfsaison einzuläuten.
Impfstoff-Ampullen mit Spritze
Vorschläge zur Entschärfung

Sanofi bietet EU-Kommission Zusagen im Kartellverfahren zu Grippeimpfstoff an

Im Streit um die Vermarktung von Grippeimpfstoffen geht Sanofi auf die EU-Kommission zu. Der Pharmakonzern schlägt Änderungen an seiner Kommunikation in Deutschland und Frankreich vor, nachdem Brüssel den Verdacht geprüft hatte, der Sanofi-Impfstoff sei gegenüber einem Konkurrenzprodukt irreführend als überlegen dargestellt worden. Nun können Betroffene und Interessierte zu den Vorschlägen Stellung nehmen.