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Infektiologie

Infektionen verändern sich stetig – durch neue Erreger, Resistenzen und globale Dynamiken. Der Bereich "Infektiologie" greift diese Entwicklungen auf und beleuchtet infektiologische Fragestellungen dort, wo sie klinisch relevant werden: bei Diagnostik, Therapieentscheidung und Versorgungsstrategie.

Die Beiträge liefern medizinische Orientierung in einem Feld, das hohe Aufmerksamkeit und aktuelles Wissen erfordert. Sie schärfen den Blick für Zusammenhänge und unterstützen eine rationale, evidenzbasierte Behandlung im ärztlichen Alltag.

Neuste Artikel

Impfstoffampullen und Spritze auf einem gelben Impfpass – Symbolbild für die Hochdosis-Grippeimpfung bei Senioren.
Weniger Hospitalisierungen bei Senioren

Hochdosis-Grippeimpfstoff schützt Senioren besser vor Klinikeinweisungen

Der Hochdosis-Influenzaimpfstoff enthält die 4-fache Antigenmenge des Standardimpfstoffs – und hält, was er verspricht: Ältere Menschen müssen deutlich seltener wegen laborbestätigter Influenza, Pneumonie oder kardiorespiratorischer Komplikationen ins Krankenhaus. Die Gesamtsterblichkeit ändert sich dadurch allerdings nicht.
Ein Schild mit der Aufschrift „Baden auf eigene Gefahr“ steht am Ufer des Süßen Sees bei den See-Terrassen Seeburg
Frühe Bakterien-Saison

Früher Saisonstart bei Vibrionen-Infektionen – und schon zwei Todesfälle

Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee fordern 2026 bereits 2 Todesopfer: Das RKI registriert 17 Fälle und einen ungewöhnlich frühen Saisonstart. Betroffen sind vor allem ältere Menschen – bei Wassertemperaturen über 20 Grad vermehren sich die Bakterien in Oberflächengewässern rasant und werden zur unterschätzten Gefahr für Badegäste.
Hantavirus mit Nager im Hintergrund
Hantaviren – die unterschätzte neurologische Gefahr

Vom Nagerkot zur Hypophysenapoplexie – neurologische Facetten der Hantavirus-Infektion

Nach dem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Mai 2026 rücken Hantaviren erneut in den Fokus – mit einer Letalität von bis zu 50 % beim pulmonalen Syndrom und einem breiten neurologischen Symptomspektrum, das vom Kopfschmerz über Meningoenzephalitis bis zur Hypophysenapoplexie mit plötzlichem Visusverlust reicht. Ein aktueller Review in JAMA Neurology bündelt, was zu Erregerspektrum, Pathophysiologie und Management bekannt ist – und weshalb Neurologen bei jedem schweren Fieber mit renalem oder pulmonalem Versagen auch an ZNS-Komplikationen denken sollten.
Der Schriftzug "Hepatitis B" in einem Impfpass, aufgenommen am 09.06.2015 in Stuttgart
Welt-Hepatitis-Tag

Nachholbedarf bei Hepatitis B und C: WHO fordert mehr Tests, Impfungen und Therapien

Zum heutigen Welt-Hepatitis-Tag mahnt die WHO mehr Forschung, konsequente Tests und breiteren Zugang zu Therapien an. 287 Millionen Menschen leben weltweit mit einer chronischen Virushepatitis, die unbehandelt in Leberzirrhose oder Leberkrebs münden kann – doch nur ein Bruchteil der Betroffenen wird tatsächlich behandelt.
Eine Mücke der Gattung «Anopheles gambiae», ein bekannter Verbreiter der Malaria-Erkrankung, saugt Blut aus dem Arm eines Wissenschaftlers am Internationalen Institut für Insektenforschung (ICIPE).
Tropenkrankheit importiert

Flughafenmalaria in Frankfurt: Vier Mitarbeiter infiziert

Vier Beschäftigte des Frankfurter Flughafens haben sich mit dem tropischen Erreger infiziert – ein klassischer Fall von Flughafenmalaria: übertragen durch eine im Flugzeug eingeschleppte Anopheles-Mücke. Auch ohne Tropenreise muss Malaria also unter Umständen differenzialdiagnostisch bedacht werden – besonders bei Personen mit beruflicher Exposition in Fracht- und Gepäckabfertigung.
Zeichen für einen Rote Hand Brief
AkdÄ informiert

Rote-Hand-Brief zu Ixchiq: Chikungunya-Impfstoff nur noch bei hohem Infektionsrisiko

Der Chikungunya-Lebendimpfstoff darf laut EMA und Paul-Ehrlich-Institut nur noch bei Personen mit hohem Infektionsrisiko angewendet werden. Grund sind schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, darunter Fälle von aseptischer Meningitis mit Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Bei Immunsuppression besteht eine Kontraindikation.
Ein Arzt füllt einen Impfpass in einer kommunal organisierten Impfstelle aus.
Corona-Impfsaison startet schon im Spätsommer

Corona-Impfung: STIKO empfiehlt jährlichen Booster erst ab 75 Jahren

Die STIKO hat ihre Corona-Impfempfehlung grundlegend überarbeitet: Gesunde Erwachsene unter 75 Jahren brauchen künftig keinen jährlichen Booster mehr. Doch das ist nicht die einzige Neuerung: Die Risikogruppen, denen eine Impfung empfohlen wird, bleiben zwar weitgehend unverändert – neu ist jedoch der Zeitpunkt. Die STIKO rät, bereits im Spätsommer mit dem Impfen zu beginnen, um den optimalen Schutz zu Beginn der Coronawelle zu gewährleisten. Sie können also bald starten und Ihre Patienten gezielt ansprechen, um die Impfsaison einzuläuten.
Impfstoff-Ampullen mit Spritze
Vorschläge zur Entschärfung

Sanofi bietet EU-Kommission Zusagen im Kartellverfahren zu Grippeimpfstoff an

Im Streit um die Vermarktung von Grippeimpfstoffen geht Sanofi auf die EU-Kommission zu. Der Pharmakonzern schlägt Änderungen an seiner Kommunikation in Deutschland und Frankreich vor, nachdem Brüssel den Verdacht geprüft hatte, der Sanofi-Impfstoff sei gegenüber einem Konkurrenzprodukt irreführend als überlegen dargestellt worden. Nun können Betroffene und Interessierte zu den Vorschlägen Stellung nehmen.
Impfschutz verbessern

Spermidin als Booster für die alternde Immunabwehr

Die altersbedingt schwächere Impfantwort ist ein zentrales Problem der Infektionsprävention bei Seniorinnen und Senioren. Eine britisch-deutsche Pilotstudie liefert nun einen bemerkenswerten Ansatz: Die tägliche Einnahme von 6 mg Spermidin über 13 Wochen kann bei über 65-Jährigen mit schwacher Antikörperreaktion nach COVID-19-Impfung die neutralisierende Immunität messbar steigern. Zudem reduziert das natürlich vorkommende Polyamin Marker der Immunseneszenz und aktiviert die Autophagie.
Paar beugt sich einander zu, um sich zu küssen
Tag des Kusses

Küssen und Gesundheit: Wann Ärzte zum Kussverbot raten sollten

Ein zehnsekündiger Kuss tauscht rund 80 Millionen Bakterien aus, senkt Cortisol und setzt Dopamin frei. Doch bei Lippenherpes, Pfeifferschem Drüsenfieber oder akuten Infekten wird der Kuss zum Übertragungsweg – mit teils dramatischen Folgen für Neugeborene. Worauf Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten hinweisen sollten.
Mikroskopische Darstellung von Clostridioides-difficile-Bakterien
CDI-Rezidivprophylaxe

Clostridioides difficile: Vancomycin-Tapering senkt frühe Rezidive

Eine kanadische randomisierte Studie zeigt, dass ein vierwöchiges Schema mit anschließendem Ausschleichen die Rezidivrate nach 38 Tagen deutlich senkt – von 15,4 auf 6,7 Prozent. Nach 56 Tagen schmilzt der Vorteil gegenüber Placebo jedoch zusammen.
Eine Spritze liegt auf einem Impfpass.
Auch bei Krebspatienten

Früher Schutz vor Gürtelrose: Impfung für Risikogruppen jetzt schon ab 18

Die Gürtelrose-Impfung gilt für Menschen ab 60 als Standard – doch für viele kann sie bereits deutlich früher sinnvoll sein. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G‑BA) empfiehlt den Schutz jetzt schon ab 18 Jahren für Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche. So sollen schwere Verläufe und langanhaltende Folgen effektiv verhindert werden.