Seit rund 20 Jahren gehört Rasburicase zur Therapie des lebensbedrohlichen Tumorlysesyndroms. Zum ersten Mal liefern jetzt Real-World-Daten den Nachweis, dass das Enzym nicht nur den Harnsäurespiegel senkt, sondern Patienten tatsächlich vor Dialyse und Tod bewahrt – vor allem, wenn es innerhalb der ersten Stunden nach Diagnose verabreicht wird. Besonders stark profitieren schwer erkrankte Betroffene mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion.
Rasburicase senkt beim Tumorlysesyndrom das Risiko für Dialyse und Tod
Das Tumorlysesyndrom (TLS) ist ein onkologischer Notfall, der auftritt, wenn große Mengen von Krebszellen rasch zerfallen. Dabei werden Substanzen wie Harnsäure in den Blutkreislauf freigesetzt, die die Nieren schädigen und schwerwiegende Komplikationen verursachen können. Auslöser dieser lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung sind meist Krebstherapien.
Zu den notfallmedizinischen Maßnahmen gehören Medikamente, die den Harnsäurespiegel rasch senken. Rasburicase ist eines davon und hat in Studien bewiesen, dass es ebendies sehr gut kann. Ob aber die Gabe des Enzyms letztlich auch die Behandlungsergebnisse verbessert, etwa eine Dialyse oder den Tod verhindert, dazu fehlten bislang belastbare Daten.
Evidenzcheck aus dem Klinikalltag
Nachgeholt haben dies jetzt Forschende von Mass General Brigham. Die Forschenden um Seniorautor Assoc. Prof. David Leaf, Boston (Massachusetts; USA) analysierten Daten von 1.276 Erwachsenen, die zwischen 2014 und 2023 in 36 Krankenhäusern in den USA wegen eines Tumorlysesyndroms behandelt worden waren. Mithilfe einer emulierten Zielstudie verglich das Team die Behandlungsergebnisse von Patienten, die innerhalb von 12 Stunden nach Auftreten eines Tumorlysesyndroms Rasburicase erhielten, mit denen von Patienten, die das Medikament später oder überhaupt nicht erhielten. „Emulated target trial“ bedeutet, dass die Forschenden anhand von Real-World-Daten eine randomisierte klinische Studie nachgebildet haben.
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