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Hämatologische Neoplasien

Neue Therapieoptionen, differenzierte Risikostratifizierungen und eine sich rasant entwickelnde Evidenz prägen den Bereich der malignen hämatologischen Erkrankungen. Der Themenbereich "Hämatologische Neoplasien" greift die relevanten Fortschritte auf und ordnet sie praxisnah für den klinischen Alltag ein – mit klarem Fokus auf diagnostische Konsequenzen und therapeutische Entscheidungen.

Sie finden hier aktuelle Inhalte zu Leukämien, Lymphomen, Multiplem Myelom und verwandten Erkrankungen, die Ihnen helfen, Studienergebnisse, Leitlinienänderungen und neue Behandlungsstrategien sicher zu bewerten.

Neuste Artikel

Akute myeloische Leukämie (AML)-Zellen im Blutkreislauf – isometrische Ansicht
Wirksamer und weniger belasten

Chemofreie Kombinationstherapie überzeugt auch bei fitten AML-Patienten

Die Kombination aus Azacitidin und Venetoclax könnte für weitaus mehr AML-Patienten geeignet sein als bislang angenommen. Die chemotherapiefreie Kombination verlängerte im Vergleich zu einer intensiven Chemotherapie das ereignisfreie Überleben nach neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML) von 6,2 auf 14,5 Monate – auch bei fitten Patienten. Zudem ergaben sich in der PARADIGM-Studie unter Azacitidin und Venetoclax höhere Remissionsraten, weniger Komplikationen und häufigere Stammzelltransplantation.
Medizinische Fachkraft mit Stethoskop hält ein Schild mit der Aufschrift „Acute Lymphoblastic Leukaemia“ vor einem blau gestalteten medizinischen Hintergrund mit Kreuzsymbolen und EKG-Linie.
Weniger Chemotherapie, bessere Prognose

Blinatumomab setzt neuen Maßstab bei Hochrisiko-ALL

Bei Kindern und Jugendlichen mit neu diagnostizierter B-Zell-ALL des Hochrisikoprofils könnte die Immun­therapie­ mit Blinatumomab die belastende Intensiv­chemotherapie künftig teilweise ersetzen: Unter dem Einsatz des bispezifischen T-Zell-Engager verbesserte sich nicht nur das Überleben, gleichzeitig wurden deutlich weniger gefährliche Infektionen beobachtet. Für Kinder mit einer besonders risikoreichen Form der akuten lymphatischen Leukämie und hohem Rückfallrisiko eröffnen sich deutlich bessere Heilungschancen:
Mikroskopische Darstellung zerfallender Tumorzellen als Symbolbild für das Tumorlysesyndrom
Besonders schwer Erkrankte profitieren

Rasburicase senkt beim Tumorlysesyndrom das Risiko für Dialyse und Tod

Seit rund 20 Jahren gehört Rasburicase zur Therapie des lebensbedrohlichen Tumorlysesyndroms. Zum ersten Mal liefern jetzt Real-World-Daten den Nachweis, dass das Enzym nicht nur den Harnsäurespiegel senkt, sondern Patienten tatsächlich vor Dialyse und Tod bewahrt – vor allem, wenn es innerhalb der ersten Stunden nach Diagnose verabreicht wird. Besonders stark profitieren schwer erkrankte Betroffene mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion.
Mikroskopische Darstellung von Blutzellen mit hervorgehobener rosafarbener Stammzelle
Kompass für die Spenderwahl

HLA-Matching in der Stammzelltransplantation: neue EBMT-Empfehlungen für die Praxis

Fortschritte in Typisierungstechnologie, GvHD-Prophylaxe und supportiver Versorgung haben die Rolle der HLA-Kompatibilität in der allogenen Stammzelltransplantation verändert. Die EBMT hat nun erstmals konsensbasierte Empfehlungen zur Spenderauswahl, zum Umgang mit Anti-HLA-Antikörpern und zum Stellenwert von Post-Transplant-Cyclophosphamid veröffentlicht. Sie bieten einen praxisnahen Leitfaden – von der Erstdiagnose bis zum Rezidiv-Monitoring.
Alveolen und Kapillaren im Detail
Pulmonale AML-Infiltration

Mechanismen des Atemversagens bei AML entschlüsselt

Bei akuter myeloischer Leukämie (AML) ist Atemversagen eine gefürchtete Komplikation. Eine aktuelle Analyse zeigt, wie Leukämiezellen die Alveolarwand durchbrechen, fibrotischen Umbau auslösen und die Immunabwehr in der Lunge kippen. Prednison bessert die Lungenfunktion binnen Stunden und mit Lgals9 und IL-33 rücken 2 neue Targets in den Fokus.
Neue S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs
Molekular, individuell, zielgerichtet

Neue S2k-Leitlinie für primäre ZNS-Lymphome definiert Diagnostik und Therapie neu

Nach mehr als 10 Jahren liegt eine grundlegend überarbeitete S2k-Leitlinie zu primären ZNS-Lymphomen vor. Sie stellt das primäre diffuse großzellige B-Zell-Lymphom des ZNS in den Fokus und integriert konsequent molekularpathologische Verfahren wie MYD88-Analysen und DNA-Methylierungsprofile. Therapeutisch prägt ein alters- und fitnessadaptiertes Konzept mit hochdosiertem Methotrexat, thiotepabasierter Konsolidierung und neu bewerteter Ganzhirnbestrahlung die Erstlinie. Für das Rezidiv stehen erstmals BTK-Inhibitoren und CAR-T-Zelltherapien im Empfehlungsrahmen.
Schematische Darstellung eines bispezifischen T-Zell-Engagers (BiTE)
Neuer Standard ante porats?

BiTE verbessert die Therapie der pädiatrischen Hochrisiko-B-ALL

Zwei Zyklen Blinatumomab ersetzten 2 Zyklen intensiver Chemotherapie in der Induktion pädiatrischer Patienten mit Hochrisiko-B-ALL – und das Ergebnis macht Mut: Denn in der AIEOP-BFM ALL 2017 wurde so eine 4-Jahres-EFS-Rate von 83% erreicht und die Rezidivraten halbierten sich. Erstmals seit langem konnte damit auch die Toxizität der ALL-Therapie vermindert werden. Und es besteht sogar noch weiteres Optimierungspotenzial für diesen Therapieansatz, wie Experten auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm betonten.
Zwei stilisierte Figuren in Blau und Rosa stehen auf einem Schachbrettmuster vor unscharfem Hintergrund mit weiteren Figuren.
Individualisierte Onkologie braucht Geschlechterdaten

Geschlecht bestimmt Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Checkpoint-Inhibitoren

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Während Männer von ICI-Monotherapien stärker profitieren, zeigen Frauen Vorteile bei Chemo-Immuntherapien – tragen aber generell ein deutlich höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen. Eine geschlechtersensible Onkologie wird damit zur klinischen Notwendigkeit.
Schematische Darstellung einer CAR-T-Zelle
Neue Hoffnung bei AML

CAR-T-Zelltherapie bei AML – erste Komplettremissionen

Bei akuter myeloischer Leukämie (AML) blieb die CAR-T-Zelltherapie bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Jetzt wurde auf dem Jahreskongress der European hematology Association (EHA 2026) in Stockholm ein neues, vielversprechendes Konzept vorgestellt: Mithilfe allogener RevDAR-T-Zellen und einem steuerbaren bispezifischen Aktivatormolekül ist es erstmals gelungen, Komplettremissionen mit MRD-Negativität zu erreichen. Ein praktikabler An-Aus-Mechanismus zur Toxizitätskontrolle ist ein großer Vorteil des Systems.
Laborbefund mit der Diagnose Myelofibrose
Doppelte Signalweghemmung

Selinexor plus Ruxolitinib lässt Milz bei Myelofibrose stärker schrumpfen

Selinexor plus Ruxolitinib verdoppelte das Milzansprechen bei JAK-Inhibitor-naiven Myelofibrose-Patienten gegenüber Ruxolitinib allein - und lässt damit auf ein verlängertes Gesamtüberleben hoffen. Dies ist eines der wichtigsten der auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm präsentierten Ergebnisse der Phase-III-Studie SENTRY. Auch die Allellast wichtiger Treibermutationen sinkt unter der Kombination stärker – bei beherrschbarer Toxizität und einem ersten Signal für ein verbessertes Gesamtüberleben.
zwei muskulöse Arme beim Armdrücken
FLT3-Inhibitoren im Duell

Gilteritinib vs. Midostaurin bei FLT3-mutierter AML – Wer hat die Nase vorn?

Erstmals liefert eine Phase-III-Studie einen direkten Head-to-Head-Vergleich zweier FLT3-Inhibitoren in der Erstlinie der FLT3-mutierten AML – und schaffte es so in die Late-Breaker-Session auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA2026) in Stockholm: Demnach senkt Gilteritinib das Rezidivrisiko gegenüber Midostaurin zwar deutlich, ein Vorteil beim Gesamtüberleben bleibt jedoch aus. Folgetherapien dürften das Bild maßgeblich beeinflusst haben.
Mikroskopische Darstellung leukämischer Lymphozyten
Neue Therapieoption

Pirtobrutinib plus VenR senkt Progressionsrisiko bei rezidivierter CLL um 45%

Pirtobrutinib zusätzlich zu Venetoclax-Rituximab kann das progressionsfreie Überleben bei rezidivierter oder refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie deutlich velängern: Im Rahmen der Phase-III-Studie BRUIN CLL-322 sank das Progressionsrisiko um 45% – auch bei BTKi-vorbehandelten und Hochrisikopatienten. Die zusätzliche Toxizität bleibt überschaubar.