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Hämatologische Neoplasien

Neue Therapieoptionen, differenzierte Risikostratifizierungen und eine sich rasant entwickelnde Evidenz prägen den Bereich der malignen hämatologischen Erkrankungen. Der Themenbereich "Hämatologische Neoplasien" greift die relevanten Fortschritte auf und ordnet sie praxisnah für den klinischen Alltag ein – mit klarem Fokus auf diagnostische Konsequenzen und therapeutische Entscheidungen.

Sie finden hier aktuelle Inhalte zu Leukämien, Lymphomen, Multiplem Myelom und verwandten Erkrankungen, die Ihnen helfen, Studienergebnisse, Leitlinienänderungen und neue Behandlungsstrategien sicher zu bewerten.

Neuste Artikel

DBLCD: 3D-Illustration maligner B-Zell-Cluster
Progressionsrisiko um 25 % gesenkt

DLBCL-Erstlinie: Tafasitamab plus Lenalidomid schlägt R-CHOP-Standard

Die auf dem ASCO-Kongress 2026 präsentierte Phase-III-Studie frontMIND zeigt erstmals seit über 20 Jahren eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Erstlinienstandard R-CHOP beim diffus großzelligen B-Zell-Lymphom. Die Ergänzung um Tafasitamab plus Lenalidomid senkt das Progressions- oder Sterberisiko um 25 % – konsistent über ABC- und GCB-Subtypen hinweg. Damit rückt für Patienten mit Hochrisiko-DLBCL ein neuer Therapiestandard in greifbare Nähe.
3D-Darstellung von T-Zellen und Tumorzellen
Rückt der bispezifische Antikörper in der Therapielinie nach vorn?

MajesTEC-9: Teclistamab empfiehlt sich als neue Option ab dem ersten Myelom-Rezidiv

Die MajesTEC-9 verschiebt den Einsatz von Teclistamab beim rezidivierten multiplen Myelom nach einer Lenalidomid- und Anti-CD38-Vorbehandlung deutlich nach vorn: Der bispezifische Antikörper übertrifft bereits ab dem ersten Rezidiv etablierte Tripel- und Dublett-Regime klar – mit einem 71% geringerem Progressionsrisiko, deutlich höheren Remissionsraten und signifikantem Überlebensvorteil bei vorbehandelten Patienten. Unabdingbar sind allerdings eine strikte Infektionsprophylaxe und eine konsequente IgG-Substitution in den ersten Therapiemonaten.
Histologisches Bild eines diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL)
MYC- und BCL2-Koexpression

Tucidinostat plus R-CHOP: Neue Erstlinienoption beim Double-Expressor-DLBCL?

Double-Expressor-Lymphome mit Koexpression von MYC und BCL2 gelten unter R-CHOP als prognostisch ungünstig. Die Phase-III-Studie DEB zeigt nun: Die zusätzliche Gabe des oralen Histon-Deacetylase-Inhibitors Tucidinostat senkt das Risiko für Progress, Rezidiv oder Tod signifikant – bei beherrschbarem Nebenwirkungsprofil und höherer kompletter Remissionsrate.
Erstmals absolute 10-Jahres-Risiken

Hautkrebsrisiko bei CLL-Patienten verdoppelt

CLL-Erkrankte weisen ein nahezu doppelt so hohes 10-Jahres-Risiko für Hautkrebs auf – vor allem für Basalzell- und Plattenepithelkarzinome. Die absoluten Risiken für Metastasen und hautkrebsbedingten Tod bleiben jedoch gering. Eine dänische Matched-Kohortenstudie mit über 50.000 Teilnehmenden liefert nun erstmals belastbare absolute Risiken für die klinische Beratung und Surveillance.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC); Illustration
Hoffnung bei BPDCN

Antikörper-Wirkstoff-Konjugat überzeugt bei seltenem Blutkrebs

Pivekimab Sunirin erreicht in der Phase-I/II-Studie CADENZA bei der seltenen, aggressiven blastischen plasmazytoiden dendritischen Zellneoplasie (BPDCN) eine Ansprechrate von 75% bei de-novo-Erkrankten und ein medianes Gesamtüberleben von 16,6 Monaten. Das CD123-gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat hat das Potenzial, die Erstlinientherapie neu zu definieren.
Lymphknoten (Illustration), einer der Knoten ist angeschnitten sodass man in sein Inneres blicken kann.
Strukturverlust mit Prognose assoziiert

DLBCL: Stromazellen verlieren ihre Architektenfunktion im Lymphknoten

Beim diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom bricht die räumliche Ordnung im Lymphknoten zusammen. Entzündliche Signale programmieren Stromazellen um, strukturgebende Chemokine gehen verloren und die Lymphknotenarchitektur bricht zusammen..All dies geht bei DLBCL-Patietnen mit einem signifikant schlechteren Gesamtüberleben einher. Klinisch relevant ist aktuell allem die prognostische Bedeutung: Chemokin-Signaturen könnten als Biomarker dienen, um aggressive Verläufe frühzeitig zu erkennen.
Detailaufnahme eines Laborhandschuhs, der ein Infusionssystem hält, kombiniert mit einer grafisch dargestellten, vergrößerten Zelle
Innovative HAM‑Ven-Therapie

RELAX-Studie: Neue AML-Kombinationstherapie zeigt hohe Wirksamkeit

Eine deutschlandweite Studie der Dresdner Hochschulmedizin erzielt einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung der aggressiven akuten myeloischen Leukämie (AML): Die Kombination aus intensiver Chemotherapie und Venetoclax steigert die Remissionsrate von 40 auf 75% und ermöglicht deutlich mehr Patientinnen und Patienten den Zugang zu einer potenziell heilenden Stammzelltransplantation.
Konzept des Multiplen Myeloms und Plasmazellkrebs als Krebsgeschwür im Knochenmark mit 3D-Illustrationselementen.
Rezidiviertes/refraktäres multiples Myelom

Antikörper-Kombination soll mehr Betroffene dauerhaft in Remission bringen

Eine innovative Antikörper‑Kombination könnte die Therapie des rezidivierten/refraktären multiplen Myeloms grundlegend verändern: In der Phase‑III‑Studie MajesTEC‑3 erreichten Patient*innen mit Teclistamab plus Daratumumab außergewöhnlich hohe Raten an langanhaltender Remission – begleitet von einem frühen und signifikanten Überlebensvorteil. Auf dem ASH Annual Meeting 2025 wurde sogar von einem Potenzial für eine funktionelle Heilung zu hören.
Akute lymphoblastische Leukämie - Krebszellen und Erythrozyten
EVOLVE-Studie setzt neue Maßstäbe

Ph+ ALL: Lässt sich die Stammzelltransplantation durch zielgerichtete Therapien ersetzen?

Ziel ist der EVOLVE-Studie ist es, durch zielgerichtete und immunbasierte Therapien den Bedarf an Stammzelltransplantationen zu reduzieren und Behandlungen der Philadelphia-Chromosom-positiven akuten lymphatischen Leukämie  (Ph+ ALL) wirksamer sowie verträglicher zu gestalten. Auf dem Kongress der American Society of Hematology (ASH) wurden jetzt erste vielversprechende Ergebnisse präsentiert.
Virus Cell T-Cell cancer cell with receptors dendritic cells antigen-presenting cells mammalian immune system virus and virology concept 3d rendering
Das Geheimnis langjähriger Tumorfreiheit

Warum manche Myelom-Patienten so gut auf die CAR-T-Zelltherapie ansprechen

Warum bleiben einige Menschen mit Multiplem Myelom nach nur einer CAR‑T‑Infusion über Jahre krebsfrei? Eine aktuelle Analyse der CARTITUDE‑1‑Studie liefert erstmals Hinweise: Entscheidend ist nicht allein die Wirkkraft der CAR‑T‑Zellen, sondern ein spezifisches Zusammenspiel mit dem eigenen Immunsystem.
Stilisierte Illustration von vier medizinischen Fachkräften im weißen Kittel mit Stethoskopen und Akten, die in einem Krankenhausgang stehen; im Hintergrund ist links ein großes Fenster mit schwarzem Rahmen sichtbar, die Figuren sind in gedeckten Blau- und Grautönen dargestellt.
Mit freundlicher Unterstützung von hematooncology.com

Innovative Zell- und Antikörpertherapien definieren Behandlungsstandards beim multiplen Myelom neu

Die Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 zeigte: Die Myelomtherapie befindet sich in einer Phase rasanter Innovationen, geprägt von personalisierten Therapieansätzen, neuen zellulären Technologien und verbesserten Möglichkeiten zur MRD-Diagnostik (MRD: minimale Resterkrankung). Die dort vorgestellten Daten eröffnen den Patienten somit künftig noch präzisere und effektivere Behandlungsoptionen. Auf unserem Partnerportal hematooncology.com  finden interessierte Ärzte jetzt einen strukturierten Bericht und kurze Videobeiträge zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich des multiplen Myeloms, die auf dem ASH-Kongress 2025 präsentiert wurden.
Blutbild bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), mikroskopisch analysiert, Originalvergrößerung 1000-fach
Zeitlich begrenzt oder kontinuierlich?

Moderne CLL-Therapien im direkten Kopf-an-Kopf-Vergleich

Erstmals wurden in der randomisierten CLL17-Studie 2 moderne Therapiestrategien bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) direkt miteinander verglichen: eine zeitlich begrenzte Kombinationstherapie versus eine dauerhafte BTK-Inhibitor-Monotherapie. Nach 3 Jahren ist das progressionsfreie Überleben gleichwertig – bei unterschiedlichen Sicherheitsprofilen und der Aussicht auf therapiefreie Intervalle.