Startseite Hämatologische Neoplasien

Hämatologische Neoplasien

Neue Therapieoptionen, differenzierte Risikostratifizierungen und eine sich rasant entwickelnde Evidenz prägen den Bereich der malignen hämatologischen Erkrankungen. Der Themenbereich "Hämatologische Neoplasien" greift die relevanten Fortschritte auf und ordnet sie praxisnah für den klinischen Alltag ein – mit klarem Fokus auf diagnostische Konsequenzen und therapeutische Entscheidungen.

Sie finden hier aktuelle Inhalte zu Leukämien, Lymphomen, Multiplem Myelom und verwandten Erkrankungen, die Ihnen helfen, Studienergebnisse, Leitlinienänderungen und neue Behandlungsstrategien sicher zu bewerten.

Neuste Artikel

Neue S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs
Molekular, individuell, zielgerichtet

Neue S2k-Leitlinie für primäre ZNS-Lymphome definiert Diagnostik und Therapie neu

Nach mehr als 10 Jahren liegt eine grundlegend überarbeitete S2k-Leitlinie zu primären ZNS-Lymphomen vor. Sie stellt das primäre diffuse großzellige B-Zell-Lymphom des ZNS in den Fokus und integriert konsequent molekularpathologische Verfahren wie MYD88-Analysen und DNA-Methylierungsprofile. Therapeutisch prägt ein alters- und fitnessadaptiertes Konzept mit hochdosiertem Methotrexat, thiotepabasierter Konsolidierung und neu bewerteter Ganzhirnbestrahlung die Erstlinie. Für das Rezidiv stehen erstmals BTK-Inhibitoren und CAR-T-Zelltherapien im Empfehlungsrahmen.
Schematische Darstellung eines bispezifischen T-Zell-Engagers (BiTE)
Neuer Standard ante porats?

BiTE verbessert die Therapie der pädiatrischen Hochrisiko-B-ALL

Zwei Zyklen Blinatumomab ersetzten 2 Zyklen intensiver Chemotherapie in der Induktion pädiatrischer Patienten mit Hochrisiko-B-ALL – und das Ergebnis macht Mut: Denn in der AIEOP-BFM ALL 2017 wurde so eine 4-Jahres-EFS-Rate von 83% erreicht und die Rezidivraten halbierten sich. Erstmals seit langem konnte damit auch die Toxizität der ALL-Therapie vermindert werden. Und es besteht sogar noch weiteres Optimierungspotenzial für diesen Therapieansatz, wie Experten auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm betonten.
Zwei stilisierte Figuren in Blau und Rosa stehen auf einem Schachbrettmuster vor unscharfem Hintergrund mit weiteren Figuren.
Individualisierte Onkologie braucht Geschlechterdaten

Geschlecht bestimmt Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Checkpoint-Inhibitoren

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Während Männer von ICI-Monotherapien stärker profitieren, zeigen Frauen Vorteile bei Chemo-Immuntherapien – tragen aber generell ein deutlich höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen. Eine geschlechtersensible Onkologie wird damit zur klinischen Notwendigkeit.
Schematische Darstellung einer CAR-T-Zelle
Neue Hoffnung bei AML

CAR-T-Zelltherapie bei AML – erste Komplettremissionen

Bei akuter myeloischer Leukämie (AML) blieb die CAR-T-Zelltherapie bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Jetzt wurde auf dem Jahreskongress der European hematology Association (EHA 2026) in Stockholm ein neues, vielversprechendes Konzept vorgestellt: Mithilfe allogener RevDAR-T-Zellen und einem steuerbaren bispezifischen Aktivatormolekül ist es erstmals gelungen, Komplettremissionen mit MRD-Negativität zu erreichen. Ein praktikabler An-Aus-Mechanismus zur Toxizitätskontrolle ist ein großer Vorteil des Systems.
Laborbefund mit der Diagnose Myelofibrose
Doppelte Signalweghemmung

Selinexor plus Ruxolitinib lässt Milz bei Myelofibrose stärker schrumpfen

Selinexor plus Ruxolitinib verdoppelte das Milzansprechen bei JAK-Inhibitor-naiven Myelofibrose-Patienten gegenüber Ruxolitinib allein - und lässt damit auf ein verlängertes Gesamtüberleben hoffen. Dies ist eines der wichtigsten der auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm präsentierten Ergebnisse der Phase-III-Studie SENTRY. Auch die Allellast wichtiger Treibermutationen sinkt unter der Kombination stärker – bei beherrschbarer Toxizität und einem ersten Signal für ein verbessertes Gesamtüberleben.
zwei muskulöse Arme beim Armdrücken
FLT3-Inhibitoren im Duell

Gilteritinib vs. Midostaurin bei FLT3-mutierter AML – Wer hat die Nase vorn?

Erstmals liefert eine Phase-III-Studie einen direkten Head-to-Head-Vergleich zweier FLT3-Inhibitoren in der Erstlinie der FLT3-mutierten AML – und schaffte es so in die Late-Breaker-Session auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA2026) in Stockholm: Demnach senkt Gilteritinib das Rezidivrisiko gegenüber Midostaurin zwar deutlich, ein Vorteil beim Gesamtüberleben bleibt jedoch aus. Folgetherapien dürften das Bild maßgeblich beeinflusst haben.
Mikroskopische Darstellung leukämischer Lymphozyten
Neue Therapieoption

Pirtobrutinib plus VenR senkt Progressionsrisiko bei rezidivierter CLL um 45%

Pirtobrutinib zusätzlich zu Venetoclax-Rituximab kann das progressionsfreie Überleben bei rezidivierter oder refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie deutlich velängern: Im Rahmen der Phase-III-Studie BRUIN CLL-322 sank das Progressionsrisiko um 45% – auch bei BTKi-vorbehandelten und Hochrisikopatienten. Die zusätzliche Toxizität bleibt überschaubar.
Stilisierte Illustration von vier medizinischen Fachkräften im weißen Kittel mit Stethoskopen und Akten, die in einem Krankenhausgang stehen; im Hintergrund ist links ein großes Fenster mit schwarzem Rahmen sichtbar, die Figuren sind in gedeckten Blau- und Grautönen dargestellt.
EHA-Kongress 2026 in Stockholm

Neue Immuntherapien und zielgerichtete Ansätze treiben die Hämatoonkologie voran

Die Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2026 zeigte: Innovative Immuntherapien, neue zielgerichtete Substanzen und differenzierte Therapiestrategien prägen zunehmend die Behandlung hämatologischer Erkrankungen. Die vorgestellten Daten liefern wichtige Impulse für eine stärker individualisierte Therapie unter anderem beim multiplen Myelom, bei myeloproliferativen Neoplasien und bei der chronischen myeloischen Leukämie. Auf unserem Partnerportal hematooncology.com finden Ärzte strukturierte Berichte und kurze Videos vom EHA-Kongress 2026 – kompakt zusammengefasst und klinisch eingeordnet._
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC); Illustration
Präzision mit Risiko

Schwere Neutropenien unter ADC-Therapie – große Unterschiede zwischen den Substanzen

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) gelten als sichere und wirksame Alternative zur herkömmlichen Chemotherapie – doch eine US-amerikanische Real-World-Analyse offenbart: Einige ADCs sind mit hohen Raten an schweren Neutropenien und lebensbedrohlichen Komplikationen assoziiert. Dabei sticht ein ADC besonder heraus.
Multiples Myelom (Biopsie)
Progressionsrisiko halbiert

Mezigdomid verdoppelt PFS beim rezidivierten multiplen Myelom

Beim vorbehandelten multiplen Myelom werden die Optionen schnell knapp. Jetzt liefert die Phase-III-Studie SUCCESSOR-2 starke Argumente für eine neue Tripeltherapie: Mezigdomid plus Carfilzomib-Dexamethason verdoppelte das progressionsfreie Überleben von 8,3 auf 18,0 Monate – und das konsistent über alle Subgruppen hinweg, beispielsweise auch bei Hochrisikozytogenetik. Auf dem Jahreskongress der European Hematology Association (EHA 2026) in Stockholm wurde diese Tripletherapie daher als möglicher neuer Therapiestandard avisiert.
Everest Base Camp
Krebserkrankung

Lymphdrüsenkrebs: Johann Lafer spricht über Metastasen und Chemotherapie

Lymphdrüsenkrebs mit Metastasen im ganzen Körper: TV-Koch Johann Lafer spricht offen über seine unheilbare Krebsdiagnose, die laufende Chemotherapie und eine aktuelle Krisenphase. Heilbar sei die Erkrankung nicht, eindämmbar aber schon – und ein großer Traum vom Mount Everest treibt den 68-Jährigen weiter an.
Holzwürfel mit der Aufschrift „AML“ liegen auf einer hellen Fläche, umgeben von einem Stetoskop
Europäische Zulassung erwartet

Weniger Klinik, mehr Alltag: Orale AML-Therapie nach Remission

Eine vollständig orale Kombination aus Decitabin-Cedazuridin und Venetoclax erreicht bei akuter myeloischer Leukämie (AML) ähnliche Remissions- und Überlebensraten wie der intravenöse Standard. Insbesondere ältere und gebrechliche Patienten profitieren von weniger Klinikbesuchen bei vergleichbarer Sicherheit.