Der neue ADA/EASD-Konsensus zum Typ-1-Diabetes ist mehr als ein reines Update. Er schärft die Diagnostik mit einem strukturierten Algorithmus, etabliert automatisierte Insulinabgabesysteme als bevorzugte Therapieform und widmet dem kardiovaskulären Risikomanagement, dem Komplikationsscreening und der Adipositastherapie erstmals eigene Kapitel. Zudem rücken krankheitsmodifizierende Ansätze wie Teplizumab stärker in den Fokus.
Neuer ADA/EASD-Konsensus: Präzisere Diagnostik, smarte Therapie und (kardiovaskuläre) Prävention
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Was passiert, wenn ein Konsensus nicht nur aktualisiert, sondern neu gedacht wird? Ein Beispiel ist der 2026 überarbeitete Bericht der American Diabetes Association (ADA) und der European Association for the Study of Diabetes (EASD) zum Management von Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen: Inhaltlich baut er natürlich auf seinem Vorgänger von 2021 auf, setzt aber neue Schwerpunkte – auf die Integration neuer Technologien, die den Alltag von Menschen mit Typ-1-Diabetes grundlegend verändern, und auf Ansätze, die erstmals in die Krankheit selbst eingreifen. Hinzu kommen 3 völlig neue Kapitel: zum Screening von Folgeerkrankungen, zum kardiovaskulären Risikomanagement und zur Behandlung von Adipositas.
Wesentliche Empfehlungen im Überblick
- Bei Verdacht auf Typ-1-Diabetes zunächst Inselautoantikörper bestimmen; bei Unklarheit C-Peptid mit gleichzeitiger Glukosemessung ergänzen und monogenen Diabetes (MODY, maturity-onset diabetes of the young) bzw. Typ-2-Diabetes differenzialdiagnostisch bedenken.
- Insulintherapie bleibt lebenslang essenziell; Analoginsuline und – wo verfügbar – AID-Systeme sind zu bevorzugen, Pumpen und multiple Injektionen mit oder ohne vernetzte Pens als Alternativen.
- CGM als bevorzugte Glukosemessung; Blutzuckerselbstmessung und Ketonmessung müssen weiterhin verfügbar bleiben.
- HbA1c-Ziel <7,0% (<53 mmol/mol) für die meisten Erwachsenen, Zeit im Zielbereich >70%, Zeit unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) <4%.
- Geräteauslesung mit ambulantem Glukoseprofil (AGP) bei jedem Termin, HbA1c und Glukose alle 3–12 Monate je nach klinischer Situation.
- Diabetesselbstmanagement-Schulung und -Unterstützung sowie psychosoziale Betreuung als kontinuierliche Kernbestandteile, bei Bedarf Überweisung an psychische Gesundheitsversorgung.
- Mikro- und makrovaskuläre Komplikationen sowie Risikofaktoren screenen und behandeln, Rauchstopp fördern.
- Spezielle Populationen – ältere Menschen, Schwangere, stationäre Patienten – gesondert berücksichtigen.
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