Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee fordern 2026 bereits 2 Todesopfer: Das RKI registriert 17 Fälle und einen ungewöhnlich frühen Saisonstart. Betroffen sind vor allem ältere Menschen – bei Wassertemperaturen über 20 Grad vermehren sich die Bakterien in Oberflächengewässern rasant und werden zur unterschätzten Gefahr für Badegäste.
Früher Saisonstart bei Vibrionen-Infektionen – und schon zwei Todesfälle
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in diesem Jahr bislang 2 Todesfälle nach in Deutschland erworbenen Vibrionen-Infektionen registriert. Insgesamt seien 17 Fälle erfasst worden, die die entsprechenden Kriterien erfüllten, teilte das RKI auf Anfrage mit.
Bei den beiden Todesfällen handele es sich jeweils um «hochaltrige» Menschen. Unter den 17 von Infektionen Betroffenen seien 10 Männer und 7 Frauen im Alter zwischen 3 und 95 Jahren (das Medianalter liege bei 70). Angaben zu Vorerkrankungen und offenen Wunden lägen dem RKI nur lückenhaft vor und würden nicht ausgewertet.
Ungewöhnlich früher Saisonstart an Nord- und Ostsee
Mit sommerlicher Hitze steigt das Risiko für Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich diese natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Oberflächengewässern stark vermehren.
In diesem Jahr sei eine vergleichsweise frühe Saison hierzulande erworbener Vibrionen-Infektionen zu beobachten, teilte das RKI mit. Bis zum 12. Juli dieses Jahres hat das Institut nach eigenen Angaben bereits 14 Fälle gezählt – in den 3 Vorjahren seien es zu diesem Zeitpunkt deutlich weniger gewesen (2023: 1 Fall, 2024: 9 Fälle und 2025: 4 Fälle). Todesfälle habe es in den 3Vorjahren insgesamt jeweils 1–2 gegeben.
Todesfall nach Ostsee-Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern
Zuvor war bekannt geworden, dass die Berliner Gesundheitsämter einen Todesfall nach einer Vibrionen-Infektion registriert hatten; der Mensch hielt sich nach Angaben der Behörden vor Symptombeginn in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee auf.