Kniearthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit – und doch fehlt bis heute ein zugelassenes krankheitsmodifizierendes Medikament. Weder die FDA noch die EMA haben bislang ein sogenanntes DMOAD (Disease-Modifying Osteoarthritis Drug) freigegeben. Woran scheitern die zahlreichen Studien? Eine im Oktober 2025 in Seminars in Arthritis and Rheumatism veröffentlichte Untersuchung von Guermazi et al. liefert einen wichtigen Hinweis: möglicherweise schon an der Auswahl der Studienteilnehmenden.
MRT-Screening ermöglicht präzise Auswahl passender Patienten für DMOAD-Studien | Study Snacks – Rheumatologie #046
Study Snacks – Rheumatologie8 Episoden
Bisher gilt das Röntgenbild als Standard, um Patientinnen und Patienten für DMOAD-Studien zu screenen. Doch genau hier liegt offenbar eine entscheidende Schwachstelle. Denn relevante strukturelle Pathologien – etwa Meniskuswurzelrisse, subchondrale Insuffizienzfrakturen oder Osteonekrosen – bleiben im Röntgen häufig unentdeckt. Die Folge: Studienkollektive sind heterogener als gedacht, was Wirksamkeitsnachweise erschwert und Sicherheitsrisiken erhöht.
In der aktuellen Folge von Study Snacks, dem Podcast mit kompakten Studienzusammenfassungen aus dem Georg Thieme Verlag, erfahren Sie, wie ein MRT-basiertes Screening – konkret das ROAMES-System – die Patientenauswahl für DMOAD-Studien verbessern könnte. Die Autorinnen und Autoren werteten dazu Daten aus der großen Osteoarthritis Initiative aus und stießen auf bemerkenswerte Zahlen: Wie viele Knie wiesen im MRT relevante Befunde auf, die im Röntgen unsichtbar blieben? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Design künftiger Arthrose-Studien?
In rund 5 Minuten bringt Sie der Study Snack auf den neuesten Stand – fundiert, kompakt und praxisrelevant. Jetzt reinhören und erfahren, warum das MRT die Zukunft der DMOAD-Forschung mitgestalten könnte.
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Episoden-Skript
Study Snacks – Relevante Studien, kurz zusammengefasst.
Thema: MRT-Screening ermöglicht präzise Auswahl passender Patienten für DMOAD-Studien
Die Originalstudie zu dieser Zusammenfassung wurde im Oktober 2025 im Magazin „Seminars in arthritis and rheumatism“ veröffentlicht.
Kniearthrose betrifft Millionen Menschen und führt zu anhaltenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Seit Jahren versuchen Forscher, krankheitsmodifizierende Arthrose-Medikamente, sogenannte DMOADs, zu entwickeln. Doch trotz vieler Kandidaten haben weder die FDA noch die EMA bislang ein solches Medikament zugelassen. Der Hauptgrund ist, dass den Behörden überzeugende Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit fehlen.
Ein Kernproblem entsteht schon bei der Auswahl der Studienteilnehmer. Radiografien zur Diagnosestellung sind hier bisher Standard. Diese sind jedoch unempfindlich gegenüber wichtigen strukturellen Pathologien, die den Behandlungserfolg verhindern oder Komplikationen begünstigen können. Dazu zählen Meniskuswurzelrisse, subchondrale Insuffizienzfrakturen oder Osteonekrosen. Das MRT-gestützte ROAMES-System versucht, diese Lücke zu schließen und solche Ausschlusskriterien systematisch zu erfassen. So sollen diese Pathologien bei Patienten quantifiziert werden, die nach konventionellen Kriterien eigentlich für DMOAD-Studien ungeeignet wären.
Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass jede 10. Person, die auf Basis von Röntgenaufnahmen und klinischen Kriterien eingeschlossen würde, im MRT strukturelle Befunde aufweist, die den Nutzen einer DMOAD-Therapie infrage stellen könnten.
Die Forscher aus den Vereinigten Staaten und Deutschland führten die Studie als multizentrische prospektive Beobachtungskohortenstudie durch. Grundlage war die große Osteoarthritis-Initiative, die an 4 klinischen Zentren in den USA lief. Die Forscher schlossen Patienten mit radiologisch gesicherter Kniearthrose der Kellgren-Lawrence-Klassen, abgekürzt KL 2 oder 3, in die Studie ein. Zusätzlich mussten die Patienten moderate bis schwere Schmerzen nach WOMAC sowie eine mediale minimale Gelenkspaltbreite von mindestens 1,5 mm aufweisen.
Alle Patienten erhielten standardisierte bilaterale Röntgenaufnahmen der Knie unter Belastung. Ein erfahrener Radiologe beurteilte diese, um klassische Ausschlusskriterien wie Frakturen, entzündliche Arthritis, Tumoren oder Osteonekrosen auszuschließen. Anschließend erfolgte eine MRT-Untersuchung der Knie. Auch die MRT-Aufnahmen burteilte ein Radiologe auf ein breites Set von Ausschlusskriterien. Dazu gehörten vollständige hintere Meniskuswurzelrisse, subchondrale Insuffizienzfrakturen, Osteonekrosen und andere Knochenmarkveränderungen. Zusätzlich betrachtete der Radiologe mögliche Pathologien, die nicht mit Arthrose zusammenhängen, aber Schmerzen und Beeinträchtigungen verursachen können, etwa akute Meniskusrisse, Gefäßerkrankungen oder seltene Entwicklungsstörungen.
Insgesamt erfüllten 380 Patienten mit Kniearthrose die Kriterien für eine potenzielle Teilnahme an einer DMOAD-Studie. Mehr als die Hälfte der Patienten hatten Knie mit der Kellgren-Lawrence-Klasse 2, etwas weniger als die Hälfte Knie der Klasse 3. Die MRT-Ergebnisse zeigten, dass ein Zehntel der Knie strukturelle Pathologien aufwiesen, die einen Studienausschluss rechtfertigen würden. Im Vergleich dazu identifizierten die Forscher über Röntgenaufnahmen nur 0,8% solcher Befunde. Das bedeutet, dass viele relevante Pathologien ausschließlich im MRT sichtbar sind.
Besonders häufig waren vollständige hintere Meniskuswurzelrisse. Die Forscher fanden außerdem subchondrale Insuffizienzfrakturen bei gut 1% der Knie. Weitere nicht-Arthrose-assoziierte Erkrankungen, die aber zu Schmerzen oder Behinderungen führen können, traten bei rund 13% der Patienten auf.
Die Forscher betonen, dass ein MRT-Screening zu, Screening die Qualität von DMOAD-Studien verbessern könnte. Dies würde helfen, Patienten einzuschließen, die tatsächlich von einer krankheitsmodifizierenden Therapie profitieren könnten. Gleichzeitig ließe sich das Risiko unerwünschter Ereignisse reduzieren. Für zukünftige Studien empfehlen die Forscher, MRT-basierte Kriterien stärker zu integrieren und weiter zu evaluieren.
„Study Snacks“ sind eine Produktion der Georg Thieme Verlag KG.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Diese Podcast-Beschreibung wurde mit Unterstützung einer KI erstellt und nach sorgfältiger redaktioneller Prüfung veröffentlicht.
In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].