Startseite Degenerative Erkrankungen

Degenerative Erkrankungen

Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparats zählen zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen, Funktionseinschränkungen und verminderte Lebensqualität. Der Themenbereich „Degenerative Erkrankungen“ bündelt aktuelle Erkenntnisse zu Arthrose, Weichteilrheumatismus und Fibromyalgiesyndrom und beleuchtet deren Diagnostik, Pathophysiologie und Therapie.

Im Fokus stehen evidenzbasierte Behandlungsansätze, interdisziplinäre Versorgungskonzepte sowie die Einordnung neuer wissenschaftlicher Entwicklungen. Die Beiträge unterstützen dabei, chronische Beschwerden differenziert zu beurteilen und patientenorientierte Therapieentscheidungen zu treffen.

Neuste Artikel

Person in sitzender Position hält sich das Knie; das Kniegelenk ist mit einer rot hervorgehobenen Schmerzzone dargestellt.
Gemeinsame immunologische Stellschraube

Adipositas und Rheuma teilen dieselbe Entzündungsachse – Colchicin als neue Option

Lange galt vor allem das Übergewicht als Belastungsfaktor für die Gelenke. Nun rückt eine gemeinsame Entzündungsachse von Adipositas und rheumatoider Arthritis in den Fokus. Intermediäre Monozyten sind sowohl bei rheumatoider Arthritis als auch bei Adipositas deutlich vermehrt und treiben die Entzündung an. Nach bariatrischer Operation normalisiert sich das Muster – anders als unter moderater Lebensstilintervention. Eine randomisierte Leipziger Studie prüft nun, ob eine antientzündliche Therapie mit Colchicin oder IL-1-Blockade die Insulinempfindlichkeit bei Adipositas verbessert. Für RA-Patienten mit Adipositas könnte sich ein gemeinsamer therapeutischer Ansatzpunkt eröffnen.
Person in dunkler Sportbekleidung mit schmerzhaft markiertem Kniegelenk; das Knie wird durch eine medizinische Grafik mit hervorgehobenen Knochenstrukturen und roter Leuchtmarkierung dargestellt.
Schmerzfrei per Katheter?

Genikulararterienembolisation bei Kniearthrose: Hoffnungsträger oder überschätztes Verfahren?

Die Genikulararterienembolisation (GAE) gilt als vielversprechender minimalinvasiver Ansatz zur Behandlung von Kniearthrose. Eine aktuelle Metaanalyse berichtet über deutliche und anhaltende Verbesserungen von Schmerzen und Gelenkfunktion über einen Zeitraum von 12 Monaten. Gleichzeitig liefern hochwertige Sham-kontrollierte Studien bislang keinen eindeutigen Nachweis eines Zusatznutzens. Offen bleiben auch Fragen zur Patientenselektion und zur Einordnung des Verfahrens im Behandlungspfad.
Kinesiotaping der Schulter bei muskuloskelettalen Beschwerden durch eine Physiotherapeut
Kurzfristiger Nutzen, unsichere Evidenz

Kinesiotaping bei muskuloskelettalen Beschwerden auf dem Prüfstand

Kinesiotapes sind in Sport und Physiotherapie allgegenwärtig – doch was leisten sie wirklich bei muskuloskelettalen Erkrankungen? Eine umfassende Analyse liefert ernüchternde Antworten: Unmittelbar und kurzfristig lassen sich Schmerzen zwar lindern und die Funktion verbessern, mittelfristig verpuffen die Effekte weitgehend. Zudem ist die methodische Qualität der Evidenz überwiegend kritisch niedrig.
Das Bild zeigt eine stehende Person von hinten in einem blauen Sportoberteil und einer blauen Shorts. Eine eingeblendete anatomische Grafik des Beckens macht die Hüftgelenke sichtbar. Das linke Hüftgelenk ist durch einen rot-orange leuchtenden Bereich hervorgehoben
Effekt ist geringer als gedacht

Sport ist kein „Wundermittel“ gegen Schmerzen bei Hüftarthrose

Bewegung gilt als Basismaßnahme bei Hüftarthrose – doch wie groß ist der analgetische Effekt wirklich? Laut einem aktuellen Cochrane-Review reduzieren strukturierte Trainingsprogramme Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Mittel nur um wenige Punkte auf einer 100-Punkte-Skala. Damit bleiben die Effekte unterhalb der Schwelle einer klinisch relevanten Verbesserung. Als Add-on zu anderen Therapien senkt Bewegung immerhin das Risiko unerwünschter Ereignisse leicht.
Podcast Cover: Study Snacks Rheumatologie 1200x627
06:22 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Langfristige Wirksamkeit nicht chirurgischer Therapien bei chronischen Rückenschmerzen | Study Snacks – Rheumatologie #048

Chronische Rückenschmerzen zählen weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen – und zu den teuersten. Betroffene verursachen rund doppelt so hohe Gesundheitskosten wie Menschen ohne Beschwerden, und zwei Drittel leiden auch ein Jahr nach Beschwerdebeginn noch unter Einschränkungen. Kein Wunder also, dass Leitlinien eine ganze Bandbreite an nicht chirurgischen Interventionen empfehlen: von Bewegung über Medikamente bis hin zu psychologisch fundierten Verfahren wie kognitiver Verhaltenstherapie oder Schmerzaufklärung.
Podcast Cover: Study Snacks Rheumatologie 1200x627
06:05 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Plants for Joints: Eine Lebensstilintervention verbessert rheumatische Erkrankungen langfristig | Study Snacks – Rheumatologie #053

Pflanzliche Ernährung, mehr Bewegung und gezieltes Stressmanagement: Eine niederländische Studie zeigt, dass eine multidisziplinäre Lebensstilintervention bei rheumatoider Arthritis und metabolischem Syndrom-assoziierter Arthrose auch nach zwei Jahren noch wirkt – und den Medikamentenbedarf senken kann.
Podcast Cover: Study Snacks Rheumatologie 1200x627
05:45 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Fußwinkelveränderungen verlangsamen das Fortschreiten einer Kniearthrose | Study Snacks – Rheumatologie #052

Eine simple Anpassung des Gangbildes könnte bei medialer Kniearthrose Schmerzen lindern und den Knorpelabbau bremsen. Eine aktuelle randomisierte kontrollierte Studie aus Stanford liefert nun erstmals belastbare Daten zu personalisiertem Gangtraining.
Podcast Cover: Study Snacks Rheumatologie 1200x627
07:19 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

Immun-Checkpoint-Inhibitoren lösen häufig muskuloskelettale Entzündungen aus | Study Snacks – Rheumatologie #047

Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben die Onkologie in den letzten Jahren grundlegend verändert. Sie verbessern die Prognose vieler Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen deutlich – doch der Preis dafür sind teils erhebliche immunbedingte Nebenwirkungen. Besonders der Bewegungsapparat ist betroffen: Während rund 7% der Behandelten eine entzündliche Arthritis entwickeln, klagt sogar knapp die Hälfte über Arthralgien. Die Beschwerden persistieren häufig auch nach Therapieende und schränken Betroffene massiv ein.
Podcast Cover: Study Snacks Rheumatologie 1200x627
06:21 min
Podcast: Study Snacks – Rheumatologie

MRT-Screening ermöglicht präzise Auswahl passender Patienten für DMOAD-Studien | Study Snacks – Rheumatologie #046

Kniearthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit – und doch fehlt bis heute ein zugelassenes krankheitsmodifizierendes Medikament. Weder die FDA noch die EMA haben bislang ein sogenanntes DMOAD (Disease-Modifying Osteoarthritis Drug) freigegeben. Woran scheitern die zahlreichen Studien? Eine im Oktober 2025 in Seminars in Arthritis and Rheumatism veröffentlichte Untersuchung von Guermazi et al. liefert einen wichtigen Hinweis: möglicherweise schon an der Auswahl der Studienteilnehmenden.