Bewegung gilt als Basismaßnahme bei Hüftarthrose – doch wie groß ist der analgetische Effekt wirklich? Laut einem aktuellen Cochrane-Review reduzieren strukturierte Trainingsprogramme Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Mittel nur um wenige Punkte auf einer 100-Punkte-Skala. Damit bleiben die Effekte unterhalb der Schwelle einer klinisch relevanten Verbesserung. Als Add-on zu anderen Therapien senkt Bewegung immerhin das Risiko unerwünschter Ereignisse leicht.
Sport ist kein „Wundermittel“ gegen Schmerzen bei Hüftarthrose
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Jede Stufe schmerzt, beim Aufstehen zwickt es in der Hüfte: Die Hüftarthrose zählt zu den bedeutendsten muskuloskelettalen Erkrankungen und ist ein weltweites zentrales gesundheitspolitisches Problem. Betroffene leiden unter Gelenkschmerzen, Steifigkeit und Einschränkungen im Alltag. Internationale Leitlinien empfehlen Bewegungstherapie als eine der Basismaßnahmen zur Symptomkontrolle. Doch offenslichtlich ist körperliche Aktivität weniger effektiv als gedacht – dies zumndest lässt dich aus einem aktuellen Cochrane-Review schließen, das die verfügbare Evidenz nach eineem ersten Reveiw aus dem Jahr 2014 neu einordnet. Anders als die frühere Cochrane-Analyse lag in der aktuellen Auswertung der Fokus auf struktuerierter Trainingsform.
Wie wirksam ist Bewegung bei Hüftarthrose? Das ist die Evidenzbasis
Für das Update durchsuchte das internationale Autorenteam um Assoc. Prof. Michelle Hall, Sydney (Australien) und Dr. Belinda Lawford, Melbourne (Australien) die Datenbanken CENTRAL, MEDLINE, Embase sowie 2 Studienregister im Zeitraum von Februar 2013 bis zum 5. Februar 2025. Sie suchten randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit Erwachsenen, die an einer Hüftarthrose litten. Betrachtet wurden strukturierte Bewegungsprogramme. Perioperative Trainingseinheiten, Vibrationstherapie, Gehhilfen oder Gangschulungen sowie Head-to-head-Vergleiche verschiedener Trainingsformen wurden ausgeschlossen.
Insgesamt erfüllten 18 Studien mit 1368 Teilnehmenden aus 12 Ländern die Einschlusskriterien. Die Probanden waren zu 63% Frauen und zwischen 53 und 74 Jahre alt. Die Trainingsprogramme umfassten Krafttraining, aerobes Training und Mind-Body-Ansätze wie Yoga. Die Dauer der Studien lag zwischen 2 und 52 Wochen. Analysiert wurden 3 Vergleichskonstellationen:
- Bewegung versus Aufmerksamkeitskontrolle/Placebo (2 Studien, 123 Teilnehmende)
- Bewegung versus keine Behandlung/übliche Versorgung/eingeschränkte Edukation (10 Studien, 494 Teilnehmende)
- Bewegung plus Ko-Intervention versus Ko-Intervention allein (7 Studien, 751 Teilnehmende)
Klinische Endpunkte waren Schmerz, körperliche Funktion und Lebensqualität; als wichtige Endpunkte galten selbstberichteter Therapieerfolg, Studienabbrüche und unerwünschte Ereignisse.
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