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Nephrologie

Zwischen akuten Befunden und chronischen Verläufen spielt die Nephrologie eine Schlüsselrolle in der internistischen Versorgung. Unter diesem Themenbereich finden Sie medizinische Inhalte, die aktuelle Entwicklungen rund um Nierenerkrankungen aufgreifen und deren klinische Relevanz präzise einordnen.

Die Beiträge helfen Ihnen, neue Erkenntnisse im Kontext bestehender Therapiekonzepte zu bewerten und sicher in Ihre tägliche Praxis zu integrieren. Der Bereich "Nephrologie" richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die renale Fragestellungen differenziert betrachten und ihr Vorgehen fachlich fundiert weiterentwickeln möchten.

Neuste Artikel

Holografische 3D-Darstellung der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen über den ausgestreckten Händen einer Person in medizinischer Kleidung.
Unterschätzte Krankheitslast

Zwei Drittel der pHPT-Patienten entwickeln Endorganschäden – Operation bleibt selten

Der primäre Hyperparathyreoidismus gilt vielfach als harmlose Zufallsdiagnose – doch eine große US-Kohortenstudie mit über 43.000 Betroffenen zeichnet ein anderes Bild: Bereits bei Diagnosestellung weist jeder Zweite Skelett- oder Nierenschäden auf, ein weiteres Drittel entwickelt sie im Verlauf. Obwohl die Parathyreoidektomie das Frakturrisiko nachweislich um 24–63% senkt und die Vorteile die Risiken klar überwiegen, wird nur jeder fünfte Patient mit Endorganschaden operiert.
Niere
Neuer Biomarker fürs ccRCC

14q-Deletion und EDNRB sagen Immuntherapie-Ansprechen beim Nierenzellkarzinom vorher

Beim klarzelligen Nierenzellkarzinom fehlen bislang verlässliche prädiktive Marker für eine Immuncheckpoint-Blockade. Eine multi-omische* Analyse an 825 Patientenproben zeigt jetzt: Die 14q-Deletion geht mit einer aberranten NF-κB-Aktivierung, verstärkter CD8+-T-Zell-Infiltration und einer einzigartigen EDN1-EDNRB-Achse zwischen Tumor- und dendritischen Zellen einher. Die Kombination aus 14q-Status und EDNRB-Expression ermöglicht eine deutlich bessere Vorhersage des progressionsfreien Überlebens unter Nivolumab als etablierte Marker.
Dialysegerät
Impulspapier zur Nierengesundheit

Nephrologen fordern nationales Register für Nierenkranke

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) mahnt in ihrem Impulspapier 2026 den Aufbau eines bundesweiten Nierenregistersystems an. Deutschland zählt zu den wenigen europäischen Ländern ohne Dialyseregister und lässt damit zentrale Versorgungsfragen unbeantwortet.
Rotes Warnschild mit Ausrufezeichen und Aufschrift „Hitzewelle" vor blauem Himmel.
Sicher durch die Hitze

CALOR-Liste: Praxishilfe für hitzesensible Medikationsanpassung

Hitzewellen werden häufiger – und viele Dauermedikamente erhöhen bei hohen Temperaturen das Risiko für Dehydratation, Elektrolytstörungen oder Nierenversagen. Die neue CALOR-Liste aus dem Projekt ADAPT-HEAT bündelt evidenzbasierte und konsentierte Hinweise zu 27 hitzerelevanten Wirkstoffklassen. Sie unterstützt Praxisteams dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Beratung zu strukturieren und Monitoring gezielt anzupassen – ohne die Grundtherapie zu gefährden.
Ein Glas wird mit klarem Wasser gefüllt, Wasser spritzt über den Rand.
Bei Hitzewellen ist Vorsicht geboten

Klimawandel: Hitze lässt Risiko für Nierensteine steigen

Mit zunehmenden Hitzewellen ist auch hierzulande mit mehr Fällen von Urolithiasis zu rechnen. Nierensteine entwickeln sich damit zu einer relevanten Begleiterscheinung der Sommermonate. Anlässlich des Hitzeaktionstags am 11. Juni 2026 weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie auf die Bedeutung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von rund 2,5 Litern täglich hin und empfiehlt eine gezielte Risikoabklärung in der Praxis – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit entsprechender Vorgeschichte.
DNA-Molekül, das sich im Reagenzglas des Bluttestgeräts bildet.
Differenzierter MDT-Einsatz

Oligometastasen: Metastasengerichtete Therapie verlängert progressionsfreies Überleben

Mehr Therapie bei oligometastasierten Tumoren– aber für wen lohnt sie sich? Die auf dem ESTRO-Kongress 2026 in Stockholm vorgestellte EXTEND-Studie liefert erstmals klare, histologiespezifische Antworten: Besonders Patienten mit Prostata- und Pankreaskarzinom profitieren von einer metastasengerichteten Bestrahlung mit deutlichem PFS-Gewinn. Gleichzeitig deutet sich ein Paradigmenwechsel an – weg vom Zählen von Metastasen, hin zu ctDNA als präzisem Biomarker für Therapieentscheidungen, denn ein dynamischer ctDNA-Abfall korreliert mit längerem progressionsfreien Überleben.
Eine Hand dreht an einem silberfarbenen Drehknopf, der mit einer niedrigen und einer hohen Einstellung markiert ist; links davon steht in grüner Schrift das Wort „HOFFNUNG“.
Tumorzellen auf Hochbetrieb

Gen-Schalter entdeckt: Neuer Weg zur Therapie von Nierenkrebs?

Ein bestimmtes DNA-Element in den Zellen von Nierentumoren wirkt wie ein Verstärker und treibt die Überproduktion des Proteins HIF‑2α voran – und ist so ein zentraler Motor des klarzelligen Nierenzellkarzinoms. Wird dieser genetische Schalter gezielt deaktiviert, lässt sich das Tumorwachstum bremsen. 
Nieren in Digitalansicht, Ärztin in Kittel im Hintergrund
S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom

Nierenkrebs: Neue Leitlinienempfehlungen zu erblichen Tumoren

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom überarbeitet und neue Empfehlungen zu erblichen Tumoren integriert, deren Diagnostik und Behandlung eine besondere Fachexpertise erfordern. Die S3-Leitlinie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) sowie unter Mitwirkung von 33 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen. Finanziert wurde die Leitlinie von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie. Ziel der S3-Leitlinie ist es, evidenzbasierte Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Therapie von Patient*innen mit Nierenzellkarzinomen zu verbessern.
Niere in Digitalansicht
S3-Leitlinie veröffentlicht

Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms

In der Therapie des Nierenzellkarzinoms haben sich sowohl im operativen Bereich durch minimal-invasive und ablative Verfahren als auch durch innovative zielgerichtete Substanzen insbesondere auch in der systemischen Therapie neue Optionen eröffnet. Bisher gibt es im deutschsprachigen Raum lediglich Expertenempfehlungen, eine durch die Fachgesellschaften getragene Leitlinie ist jedoch nicht verfügbar. Nun wurde die S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms" veröffentlicht.