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Nephrologie

Zwischen akuten Befunden und chronischen Verläufen spielt die Nephrologie eine Schlüsselrolle in der internistischen Versorgung. Unter diesem Themenbereich finden Sie medizinische Inhalte, die aktuelle Entwicklungen rund um Nierenerkrankungen aufgreifen und deren klinische Relevanz präzise einordnen.

Die Beiträge helfen Ihnen, neue Erkenntnisse im Kontext bestehender Therapiekonzepte zu bewerten und sicher in Ihre tägliche Praxis zu integrieren. Der Bereich "Nephrologie" richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die renale Fragestellungen differenziert betrachten und ihr Vorgehen fachlich fundiert weiterentwickeln möchten.

Neuste Artikel

Papier auf Tisch, um den mehrere Klinikmitarbeiter sitzen.
Nephrologie

CKD-Risikoprognose: Routinedaten ersetzen eGFR und Albuminurie

Eine Bonner Analyse mit fast 30 000 Patienten zeigt, dass sich Nierenersatztherapie, Herzinsuffizienz und Mortalität allein aus Kassendaten erstaunlich präzise vorhersagen lassen – mit AUC-Werten bis 0,97. SGLT2-Inhibitoren senkten das Risiko für Nierenersatztherapie um 64 %.SGLT2-Inhibitoren senkten das Risiko für Nierenersatztherapie um 64 %.
Vier an Fäden aufgehängte Kugeln vor violettem Hintergrund. Links schwingt eine rote Kugel mit der Aufschrift „Diabetes“, rechts drei dunkle Kugeln, von denen eine die Aufschrift „Kidney Disease“ trägt. Die Kugeln sind wie ein Newton-Pendel angeordnet.
Keine universelle Nephroprotektion

Renale Effekte von SGLT2-Hemmern und GLP-1-Rezeptoragonisten vor allem bei Albuminurie

SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten gelten als nierenprotektive Säulen der Typ-2-Diabetes-Therapie. Der renoprotektive Effekt scheint jedoch an das Vorliegen einer Albuminurie gebunden zu sein. Bei normoalbuminurischen Patienten blieb der Nutzen im Rahmen einer sogenannten Target-Trial-Emuliation aus. Und Achtung: Sulfonylharnstoffe waren bei dieser Patientengruppe sogar mit einem beschleunigten Nierenfunktionsverlust assoziiert.
Schilddrüse als Zeichnung, umfasst von 2 Händen
Knochen- und Mineralhaushalt

Parathyreoidektomie schlägt Kalzimimetika bei sekundärem Hyperparathyreoidismus

Parathyreoidektomie bei sekundärem Hyperparathyreoidismus an der Dialyse: Eine Registerauswertung mit über 22 000 Patienten zeigt klare Vorteile der chirurgischen Therapie gegenüber Kalzimimetika. Weniger Todesfälle, weniger Sepsis und weniger milde kognitive Einbußen sprechen dafür, die OP-Option früher ins Spiel zu bringen.
Schwangere bei der Blutdruckmessung
Nephrologie und Schwangerschaft

Präeklampsie macht Nierenkontrollen auf Lebenszeit notwendig

Eine Präeklampsie endet nicht mit der Entbindung: Die Schwangerschaftskomplikation kann bleibende Nierenschäden hinterlassen und erhöht langfristig das Risiko für chronische Nierenerkrankung und Bluthochdruck. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie fordert eine strukturierte Nachsorge nach klarem Schema und macht darauf aufmerksam, dass Nierenfunktionskontrollen auch Jahre nach der Schwangerschaft Teil der medizinischen Vorgeschichte bleiben müssen.
Thrombus
Dialyse

Heparininduzierte Thrombozytopenie: HIT an der Dialyse früh erkennen

Heparininduzierte Thrombozytopenie bei Dialysepatienten: Bis zu 12 % entwickeln unter Heparintherapie eine HIT – mit einer Mortalität von bis zu 30 %. Ein Thrombozytenabfall um 30 % sollte alarmieren. Wer den 4T-Score konsequent nutzt, Heparin sofort absetzt und auf Argatroban oder Danaparoid umstellt, kann fatale Thrombosen verhindern.
Mikrobiom im Darm
Nephrologie

Darm-Nieren-Achse: Wie das Mikrobiom die CKD-Progression antreibt

Mikrobiom und chronische Nierenerkrankung: Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, entstehen vermehrt urämische Toxine wie Indoxylsulfat und p-Kresylsulfat. Sie schädigen die Darmbarriere, befeuern Entzündungen und treiben die renale Fibrose voran – ein Teufelskreis, der die CKD-Progression beschleunigt und neue therapeutische Ansätze erfordert.
Dreidimensionale Darstellung einer Proteinstruktur mit Alpha-Helices und Beta-Faltblättern vor einem digitalen Datenhintergrund
Molekulare Warnsignale schon im Jugendalter nachweisba

CKMD beginnt im Kinderzimmer: Proteine verraten das Risiko Jahrzehnte vor der Erkrankung

Kardiovaskuläre, renale und metabolische Erkrankungen entstehen nicht erst im Erwachsenenalter. Eine umfangreiche Proteomanalyse zeigt, dass sich die biologischen Weichen für spätere Herzinfarkte, Diabetes, Fettleber und Nierenerkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter stellen. Tausende Blutproteine offenbaren dabei Risikomuster, die klassischen Screeningverfahren oft verborgen bleiben und sogar therapeutisch beeinflussbar sein könnten.
ACE -nhibitoren Tablettendose
Nephrologie CKD

RAS-Inhibitoren bei CKD: eGFR-Abfall ist kein Grund zum Absetzen

RAS-Inhibitoren und eGFR-Abfall: Eine kanadische Kohortenanalyse mit 4233 Patienten zeigt, dass das Absetzen von ACE-Hemmern oder Sartanen nach einem akuten Nierenfunktionsverlust das Risiko für terminales Nierenversagen um 74 % und die Mortalität um 23 % erhöht – selbst bei einem eGFR-Einbruch von mehr als 30 %.
Dialysegerät
Terminale Niereninsuffizienz

GLP-1-Rezeptoragonisten bei Hämodialyse: Weniger Entzündung und ESA-Bedarf

Eine Real-World-Analyse mit 2.468 Hämodialysepatienten zeigt, dass Semaglutid, Dulaglutid und Tirzepatid Entzündungsmarker senken und den Bedarf an erythropoesestimulierenden Agenzien reduzieren – bei stabilem Hämoglobin. Welche Effekte die Studie im Detail belegt und was das für die Nephrologie bedeutet.
Anatomische 3D-Illustration menschlicher Nieren vor blauem Hintergrund
Nierenzellkarzinom nach Checkpointblockade

Belzutifan plus Lenvatinib schlägt Cabozantinib beim vorbehandelten Nierenzellkarzinom

Nach Versagen einer Immuncheckpoint-Blockade fehlt beim fortgeschrittenen klarzelligen Nierenzellkarzinom bislang ein klar definierter Therapiestandard. Die Phase-III-Studie LITESPARK-011 liefert nun einen vielversprechenden Kandidaten: Die Kombination aus dem HIF-2α-Inhibitor Belzutifan und dem Multikinaseinhibitor Lenvatinib verlängerte das progressionsfreie Überleben gegenüber Cabozantinib um rund 4 Monate.
Holografische 3D-Darstellung der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen über den ausgestreckten Händen einer Person in medizinischer Kleidung.
Unterschätzte Krankheitslast

Zwei Drittel der pHPT-Patienten entwickeln Endorganschäden – Operation bleibt selten

Der primäre Hyperparathyreoidismus gilt vielfach als harmlose Zufallsdiagnose – doch eine große US-Kohortenstudie mit über 43.000 Betroffenen zeichnet ein anderes Bild: Bereits bei Diagnosestellung weist jeder Zweite Skelett- oder Nierenschäden auf, ein weiteres Drittel entwickelt sie im Verlauf. Obwohl die Parathyreoidektomie das Frakturrisiko nachweislich um 24–63% senkt und die Vorteile die Risiken klar überwiegen, wird nur jeder fünfte Patient mit Endorganschaden operiert.
Niere
Neuer Biomarker fürs ccRCC

14q-Deletion und EDNRB sagen Immuntherapie-Ansprechen beim Nierenzellkarzinom vorher

Beim klarzelligen Nierenzellkarzinom fehlen bislang verlässliche prädiktive Marker für eine Immuncheckpoint-Blockade. Eine multi-omische* Analyse an 825 Patientenproben zeigt jetzt: Die 14q-Deletion geht mit einer aberranten NF-κB-Aktivierung, verstärkter CD8+-T-Zell-Infiltration und einer einzigartigen EDN1-EDNRB-Achse zwischen Tumor- und dendritischen Zellen einher. Die Kombination aus 14q-Status und EDNRB-Expression ermöglicht eine deutlich bessere Vorhersage des progressionsfreien Überlebens unter Nivolumab als etablierte Marker.