Mehr Therapie bei oligometastasierten Tumoren– aber für wen lohnt sie sich? Die auf dem ESTRO-Kongress 2026 in Stockholm vorgestellte EXTEND-Studie liefert erstmals klare, histologiespezifische Antworten: Besonders Patienten mit Prostata- und Pankreaskarzinom profitieren von einer metastasengerichteten Bestrahlung mit deutlichem PFS-Gewinn. Gleichzeitig deutet sich ein Paradigmenwechsel an – weg vom Zählen von Metastasen, hin zu ctDNA als präzisem Biomarker für Therapieentscheidungen, denn ein dynamischer ctDNA-Abfall korreliert mit längerem progressionsfreien Überleben.
Oligometastasen: Metastasengerichtete Therapie verlängert progressionsfreies Überleben
Das Konzept der Oligometastasierung – also einer begrenzten metastatischen Tumorlast mit potenziell heilbarem Charakter – hat in den vergangenen Jahren deutlich an klinischer Bedeutung gewonnen. Die Studie SABR-COMET lieferte erstmals randomisierte Evidenz dafür, dass eine stereotaktische ablative Radiotherapie die Prognose bei oligometastasierten Tumoren verbessern kann.
Allerdings wurden in SABR-COMET Tumorentitäten gemischt analysiert, was angesichts der unterschiedlichen Tumorbiologie und der zunehmend differenzierten systemischen Therapielandschaft als methodische Schwäche kritisiert wurde. Vor diesem Hintergrund initiierten US-amerikanische Forscher die multizentrische, offene Phase-II-Studie EXTEND, um den Stellenwert einer metastasengerichteten Therapie (MDT) zusätzlich zur systemischen Standardtherapie (Standard of Care, SOC) histologiespezifisch zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden jetzt auf dem Jahreskongress der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) präsentiert.
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