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Bei Hitzewellen ist Vorsicht geboten

Klimawandel: Hitze lässt Risiko für Nierensteine steigen

|von Redaktion Thieme Praxis

Mit zunehmenden Hitzewellen ist auch hierzulande mit mehr Fällen von Urolithiasis zu rechnen. Nierensteine entwickeln sich damit zu einer relevanten Begleiterscheinung der Sommermonate. Anlässlich des Hitzeaktionstags am 11. Juni 2026 weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie auf die Bedeutung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von rund 2,5 Litern täglich hin und empfiehlt eine gezielte Risikoabklärung in der Praxis – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit entsprechender Vorgeschichte.

Ein Glas wird mit klarem Wasser gefüllt, Wasser spritzt über den Rand.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Litern täglich gilt als wichtigste Maßnahme zur Prävention von Nierensteinen, insbesondere bei hohen Temperaturen.(© Kavita - stock.adobe.com/stock.adobe.com)

Nieren- und Harnleitersteine zählen in den Industrienationen mit einer Prävalenz von 5–11% zu den häufigen urologisch-nephrologischen Erkrankungen [1, 2]. Männer sind etwa doppelt so oft betroffen wie Frauen [3]. 2024 wurden in Deutschland über 113.000 Menschen wegen Urolithiasis stationär behandelt [4], die tatsächliche Zahl der Erkrankten liegt nach Einschätzung der Fachgesellschaft deutlich höher, da viele Fälle ambulant versorgt werden oder symptomlos verlaufen.

Steingürtel verschiebt sich nach Norden

„Hitze ist ein unterschätzter Risikofaktor für Nierensteine“, sagt Prof. Sylvia Stracke, Greifswald, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Wer viel schwitze und zu wenig trinke, produziere weniger Urin, dadurch konzentrierten sich steinbildende Substanzen und Kristalle könnten wachsen. Bekannt ist dieser Mechanismus aus dem sogenannten Steingürtel rund um den Äquator sowie aus heißen Regionen wie dem Südosten der USA, wo mehr als 10% der Bevölkerung betroffen sind. Mit dem Klimawandel könnte sich dieser Gürtel weiter nach Norden ausdehnen. Genau auf solche zunehmenden klimabedingten Gesundheitsrisiken macht der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 aufmerksam, an dem sich zahlreiche Organisationen, Kommunen und medizinische Fachgesellschaften beteiligen.

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