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GLP-1-RA als Chance zur Reduktion der Medikationslast?

Adipositas erklärt bis zu 25% der Polypharmazie bei Senioren

|von Stephanie Schikora

Ältere Menschen mit Adipositas nehmen nicht selten 5 oder mehr Medikamente gleichzeitig ein – doch wie groß ist der Anteil der Polypharmazie, der tatsächlich auf die Adipositas zurückgeht? Eine neue NHANES-Analyse liefert erstmals belastbare Zahlen. Und sie macht deutlich: GLP-1-Rezeptoragonisten könnten die Medikationslast im Alter zwar spürbar senken – die Mehrheit der Polypharmazie-Fälle werden sie aber nicht auflösen.

Nahaufnahme der Hände einer älteren Frau, die verschiedene Tablettenblister hält
Adipositas trägt bei älteren Menschen messbar zur Polypharmazie bei – doch der Effekt ist geringer als vielfach vermutet. (© wernerimages/stock.adobe.com)

Fünf, sechs, sieben Medikamente täglich – für viele ältere Menschen ist das Alltag. Diese Polypharmazie geht bekanntermaßen mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Wechselwirkungen und einer spürbar reduzierten Lebensqualität einher. Ein wichtiger Treiber im Hintergrund: die Adipositas. Sie begünstigt zahlreiche chronische Erkrankungen, die wiederum den Medikamentenbedarf in die Höhe treiben. Wie groß ihr Anteil an der Polypharmazie aber tatsächlich ist, war bislang jedoch offen. Neue Relevanz erhält diese Frage mit der breiten Verfügbarkeit hochwirksamer Adipositas-Medikamente wie der GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP: Glucagon-like Peptide).

„Einige Experten vertreten die Hypothese, dass ältere Menschen bei einer Behandlung mit GLP-Präparaten weniger Medikamente einnehmen müssen, da wir damit ihre Adipositas und damit auch andere mit der Adipositas zusammenhängende Erkrankungen behandeln.“

— Dr. Alissa Chen, New Haven (Connecticut; USA), Erstautorin

Take-Home-Message

Adipositas ist bei älteren Menschen ein relevanter, aber begrenzter Treiber der Polypharmazie: Rechnerisch gehen 15% (BMI-definiert) bis 25% (abdominell definiert) der Fälle auf die Adipositas zurück. Adipositas-Therapien wie GLP-1-Rezeptoragonisten könnten die Medikationslast bei einem Teil der Betroffenen senken – die Mehrheit der Polypharmazie-Fälle bleibt davon aber unberührt. Medikationsreview und rationales Deprescribing bleiben zentrale Werkzeuge.

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