Die kontinuierliche Glukosemessung ist längst in der Versorgung von Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes angekommen – doch verordnet wird sie meist in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. Aber auch wenn Hausärzte ein CGM-System verordnen, sinken HbA1c-Werte klinisch relevant und deutlich stärker als ohne Sensor. Zugleich gehen wiederkehrende Krankenhausaufenthalte und Notaufnahmebesuche spürbar zurück – auch wenn keine diabetologische Schwerpunktpraxis die Behandlung unterstützt.
CGM aus „erster Hand“: Hausärzte erzielen starke Ergebnisse
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Kontinuierliche Glukosemesssysteme (Continuous Glucose Monitoring, CGM) gelten mittlerweile als Standard für alle Menschen mit insulinbehandeltem Diabetes – unabhängig vom Diabetestyp. Belegt ist der Nutzen bislang jedoch vor allem durch randomisierte Studien und Daten aus endokrinologischen Spezialambulanzen. Ob diese Effekte auch dann eintreten, wenn CGM nicht durch Spezialisten, sondern durch Hausärzte initiiert wird, war bislang kaum untersucht – obwohl genau dort ein Großteil der Diabetesversorgung stattfindet. Diese Lücke zwischen Evidenzherkunft und Versorgungsrealität war der Ausgangspunkt der vorliegenden Studie.
Große Real-World-Analyse mit mehr als 8.500 Teilnehmern
Primäre Endpunkte dieser US-amerikanischen retrospektiven Kohortenstudie waren der HbA1c-Verlauf über die Zeit sowie die Häufigkeit von Krankenhausaufnahmen und Notaufnahmebesuchen nach einer CGM-Verordnung durch den Hausarzt. Eingeschlossen wurden 8502 versicherte Erwachsene ab 18 Jahren mit insulinbehandeltem Diabetes (Typ 1 oder Typ 2).
Die Teilnehmer mussten zwischen dem 1. August 2022 und dem 1. August 2025 mindestens einen hausärztlichen Kontakt in einem von 18 Primärversorgungszentren gehabt haben. Zudem durfte in den vorangegangenen 2 Jahren keine CGM-Verordnung erfolgt sein. Patienten, denen im Vorfeld bereits ein CGM-System außerhalb der Primärversorgung – etwa in einer diabetologisch/endokrinologischen Schwerpunktpraxis – erhalten hatten, wurden ausgeschlossen. Das mittlere Alter in der Studienkohorte lag bei 62,3 Jahren, 56,0% waren Frauen.
Paradigmenwechsel in der Zuständigkeit?
Bislang galt die CGM-Initiierung implizit als Domäne der Spezialversorgung. Die Studie zeigt erstmals in großem Maßstab (n = 8502), dass die Primärversorgung diese Aufgabe ebenso wirksam übernehmen kann – auch ohne Mitbetreuung durch einen Spezialisten. Den Autoren selbst spechen von „challenging the traditional perspective“.
Deutliche HbA1c-Senkung unter CGM-Kontrolle
Insgesamt erhielten 2392 Personen (28,1%) eine CGM-Verordnung durch das hausärztliche Team. Diese Gruppe war im Mittel jünger, häufiger englischsprachig und privat versichert, wies aber auch höhere HbA1c-Ausgangswerte und mehr mikrovaskuläre Komplikationen auf.
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