Nach einer Klinikeinweisung wegen Herzinsuffizienz scheitert die leitliniengerechte medikamentöse Therapie (Guideline-Directed Medical Therapy, GDMT) oft schon am ersten Rezept. Eine aktuelle JAMA-Kohortenstudie mit 6.111 Hospitalisierungen zeigt, dass 54% der neuen Verordnungen innerhalb von 7 Tagen nicht eingelöst werden und nach 6 Monaten nur die Hälfte der Patienten ihre GDMT-Medikation fortführt.
Herzinsuffizienz: Vierfachtherapie nach Klinik selten komplett
Nur 15% erhalten die volle Dreifach- oder Vierfachtherapie
Eine im JAMA Internal Medicine veröffentlichte Kohortenstudie hat untersucht, wie konsequent die leitliniengerechte medikamentöse Therapie (GDMT) bei Patienten mit Herzinsuffizienz nach einer Krankenhausentlassung tatsächlich verordnet, eingelöst und über die Zeit fortgeführt wird. Analysiert wurden Daten von 6.111 Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz aus 32 Kliniken eines regionalen US-Gesundheitssystems im Zeitraum von Juli 2017 bis März 2023. Das mittlere Alter lag bei 69,9 Jahren, 37,3% waren Frauen; 74% hatten eine Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF), 26% eine HFmrEF.
Die aktuellen AHA/ACC/HFSA-Leitlinien empfehlen als Grundpfeiler der Behandlung eine Kombination aus Betablocker, Renin-Angiotensin-System-Inhibitor (RASi, bevorzugt ARNI), Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist (MRA) und SGLT2-Inhibitor. Die Studie zeigt jedoch, dass dieses therapeutische Ideal in der Versorgungsrealität nur selten erreicht wird: Innerhalb von 7 Tagen nach Entlassung waren lediglich 15% der Patienten auf einer Dreifach- oder Vierfachtherapie eingestellt – gegenüber 7% bei Aufnahme.
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