Nach einer gastrointestinalen Blutung verstirbt jeder vierte kardiovaskulär vorerkrankte Patient innerhalb eines Jahres. Die internationale INTERBLEED-Kohortenstudie mit 3.814 Teilnehmenden zeigt, dass nicht die Blutung selbst, sondern das Aussetzen der antithrombotischen Therapie die kardiovaskuläre Prognose maßgeblich verschlechtert. Eine Wiederaufnahme zwischen dem 4. und 30. Tag halbiert das MACE-Risiko – ohne die Rate an Rezidivblutungen zu erhöhen. Die Daten liefern erstmals prospektive Evidenz für ein günstiges Zeitfenster.
Gastrointestinale Blutung bei Herzpatienten – Timing der Antithrombotika entscheidet
Gastrointestinale Blutungen (GI-Blutungen) zählen zu den häufigsten Komplikationen bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen unter antithrombotischer Therapie. Der Gastrointestinaltrakt ist bei dieser Klientel die häufigste Blutungslokalisation – unabhängig davon, ob eine Thrombozytenaggregationshemmung, eine Antikoagulation oder eine Kombinationstherapie verordnet ist. In der klinischen Praxis stellt sich nach einer solchen Blutung eine anspruchsvolle Abwägung: Wie hoch ist das Risiko für ein erneutes Bluten, wie groß die Gefahr eines kardiovaskulären Ereignisses – und wann sollte die antithrombotische Medikation wieder gestartet werden? Bisherige Daten stammten überwiegend aus retrospektiven Analysen oder erfassten nur kurze Nachbeobachtungszeiträume. Die prospektive internationale INTERBLEED-Kohortenstudie liefert hierzu nun belastbarere Antworten.
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