Nach dem Tod eines Frühchens in der Intensivstation der Paderborner Kinderklinik St. Louise hat die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Obduktion und mikrobiologische Untersuchungen sollen klären, ob der Darmkeim wirklich die Todesursache war. Auch das Gesundheitsamt prüft nun die Hygieneabläufe auf der Station.
Frühchen stirbt in Paderborn: Staatsanwaltschaft prüft Darmkeim-Infektion
Der Tod eines Frühchens auf der Intensivstation für Neugeborene der Paderborner Kinderklinik St. Louise beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft. Man habe ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die Umstände des Versterbens zu prüfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie führe «zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Kinderklinik wegen fahrlässiger Tötung».
Obduktion und mikrobiologische Analysen eingeleitet
Im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens sei nun der Leichnam des Frühchens obduziert worden, berichtete die Staatsanwaltschaft. Es seien zudem umfangreiche Untersuchungen in Auftrag gegeben worden. «Insbesondere durch mikrobiologische Untersuchungen soll überprüft werden, ob der Säugling tatsächlich an einem Darmkeim verstorben ist.»
Die Staatsanwaltschaft stehe in engem Kontakt zum Gesundheitsamt des Kreises Paderborn. Dort soll ein Prüfbericht zur hygienischen Situation und zu Fragen zur Einhaltung von Steril-Abläufen auf der Kinderintensivstation erstellt werden. Dieser müsse abgewartet und dann ausgewertet werden. «Hinsichtlich der möglichen Übertragungswege des Darmkeims verbietet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt jegliche Spekulation.»
Die ersten Ergebnisse der Rechtsmedizin und des Gesundheitsamtes erwartet die Staatsanwaltschaft in etwa 2 Wochen.
Klinik verschärft Hygienemaßnahmen und stoppt Regelaufnahmen
Die Klinik hatte nach der Häufung des Darmbakteriums ihre Hygiene- und Schutzmaßnahmen deutlich ausgeweitet. Zudem würden nur noch Notfälle aufgenommen und man suche umfangreich nach möglichen Quellen und Übertragungswegen, hieß es in einer Mitteilung.